Läschtern, bis die Brezga fliegen

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Die Läschtermäuler waren auch beim 52. Sauren Meckereck die absoluten Kracher. Sie sorgten mit ihrem Auftritt bei den Besuchern
Die Läschtermäuler waren auch beim 52. Sauren Meckereck die absoluten Kracher. Sie sorgten mit ihrem Auftritt bei den Besuchern für grandiose Stimmung. (Foto: Markus Lehmann)
Redakteurin/DigitAalen

Sie sind einfach eine Institution. Und das seit 52 Jahren: die Meckerer von der Aalener Fasnachtszunft (AFZ). Vieles stieß ihnen auch in diesem und im vergangenen Jahr sauer auf. Und diesen Dampf ließen sie am Faschingsdienstag ab und lästerten zum Vergnügen der zahlreichen Gäste beim Sauren Meckereck im Rathausfoyer, was das Zeug hält. Mit spitzer Zunge, viel Spott und Häme ließen Narro, Brezga Blase, die Läschtermäuler und Co. die lokalen Ereignisse mit viel Gemecker Revue passieren.

Das Saure Meckereck ist der Höhepunkt der Aalener Fasnacht. Deshalb war es kein Wunder, dass es auch in diesem Jahr keinen freien Platz mehr auf den Bierbänken gab. Stehen zu müssen, machte aber etlichen Besuchern nichts aus. Denn sie wollten es sich nicht entgehen lassen, wie die Meckerer aus dem Essigfass heraus die Lokalprominenz gehörig durch den Kakao ziehen.

Saure Runden haben es in sich

Ob der Ausbau der B 29, der Umbau des Limesmuseums, das Radfahren in der Fußgängerzone, die Sanierung der Tiefgaragen und die Einführung des Brötchen-Tarifs, das Kombi-Bad im Hirschbach oder die Poller auf dem Sparkassenplatz – der Beobachtungsgabe der Meckerer, die für ihre oft scharfzüngigen Verse und Sprüche reichlich Beifall, manchmal aber auch ein stimmgewaltiges „Au au au au au“ einheimsten, entgeht nichts. Eingeläutet wurden die sauren Runden, bei denen Aalens Stadtobere, aber auch Landrat Klaus Pavel, Landtagsabgeordneter Winfried Mack und Bundestagsabgeordneter Roderich Kiesewetter ordentlich etwas auf die Ohren bekamen, per Glocke vom Präsidenten der AFZ und Büttel Hannsi Gässler, der souverän durch das mitunter kurzweilige Programm führte.

Großen Raum der Lästerei nahm – wie konnte es anders sein – die Auflösung des Vertrags mit dem ehemaligen Stadtwerke-Geschäftsführer Cord Müller ein. Obwohl OB Thilo Rentschler diesbezüglich sein Fett abbekam und künftig damit leben muss, als Oberindianer und Alphatier ein Fall für sich zu sein, standen auch etliche Meckerer hinter ihm. Neben dem Narro (Ekbert Hering) auch der Brezga Blase (Helmut Argauer), der für ihn in die Bresche sprang: „Der Grüne Fleischer konnte seine Gosch nicht halten, auch der Rehm konnte seine Gefühle nicht verwalten. Was man da vorwirft unserem OB, des tuat sogar dem Blase so weh. Kehrt endlich zur Sachpolitik zurück, des wär für Ola ein großes Glück.“

Ein Dauerbrenner der sauren Runden war auch die langwierige Diskussion um die Schättere-Trasse: „Diese soll radfrei bleiben, dort soll man’s mit Rollator treiben“, meinte der Ostalb-Greis (Roland Schlotz), der auch das hohe Arbeitstempo von OB Rentschler auf die Schippe nahm: „Sauschnell führt im Beamten-Silo jedenfalls der Turbo-Thilo.“ Liebevoll verpackt haben die Läschtermäuler (Suse Behringer, Petra Kraft, Uta Rudolph, Ursula Hintz und Heidi Luley) die Arbeitswut des Stadtoberhaupts in einem Lied, das den Besuchern Jubelrufe entlockte und das neben dem Bregza Blase das Saure Meckereck krönten.

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