Kurzvorträge spülen Geld nach Haiti

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Kurzvorträge spülen Geld nach Haiti
Kurzvorträge spülen Geld nach Haiti
Schwäbische Zeitung

Die „Pecha-Kucha-Night“ (PKN) will der internationalen Haiti-Hilfe Unterstützung bringen. Dafür veranstalteten die Macher in der Aula der Aalener Hochschule eine spontane Aktion.

Von unserem Mitarbeiter  Herbert Kullmann

So recht wollte eigentlich niemand an die Pecha-Kucha-Bewegung glauben, außer den Akteuren selbst. Umso überraschender der Einstiegserfolg im vergangenen Oktober, kamen doch zur ersten Pecha-Kucha-Night die Zuhörer in Scharen.

Vielleicht das Anfangssignal für ein allmähliches Einnisten in das kulturelle, gesellschaftliche und politische Leben der Stadt. Die jetzige caritative Aktion sei allerdings eine Ausnahme, erläuterten die PKN-Moderatoren Gerburg Maria Müller und Thomas Maile. Eine weltweite, darf angefügt werden, denn die „Pecha-Kucha-Night for Haiti“ findet gemeinsam mit gleichgearteten Nächten in 130 Städten auf dem gesamten Globus statt. Das selbstgewählte Ziel: Möglichst viel Geld während der Veranstaltung sammeln, um es in einen Spendentopf für Haiti zu geben. „Wir garantieren, dass die Gelder direkt zu den Hilfsprojekten vor Ort gelangen“, so Gerburg Maria Müller.

Der Name klingt fremd

Pecha Kucha -- der Name klingt fremd, ist fremd und hält, was er verspricht. „Petscha Kutscha“ sprechen es die einen aus, andere wiederum ganz anders. Nebensächlich, denn wichtig ist nur die Intention des Gemischs aus Power Point und Vorträgen und dem Vorzug, dass jeder Referent nach knappen sieben Minuten wieder von der Bühne muss. Konzentriert sollen Referate wiedergegeben werden, für selbstverliebte Redner ist da kein Platz. „Jeder muss 20 Folien in sechs Minuten und 40 Sekunden durchlaufen lassen, danach ist Schluss“, umschreibt die Moderatorin das strenge PKN-Reglement.

Substantielle Aussagen in allerkürzester Zeit sind freilich nicht jedermanns Sache. Dementsprechend qualitativ unterschiedlich auch die Präsentationen der Redner, die besagten Presentadores, zu Haiti. Prof. Ulrich Holzbaur hinterfragte beispielsweise, warum die Erde lebt und bebt, schilderte den Einsatz seiner THW-Kameraden auf Hispaniola, Dr. Andreas Harth referierte über die dortige medizinische Versorgung und Wolfram Haug darüber, wie der Klimawandel Haiti und Europa zusammenbringt. Auch wenn nicht alle elf Power- Point-Präsentationen erhellend waren, eines haben sie erreicht: Die 80 Zuhörer gaben 500 Euro für Haiti.

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