Kunstverein Aalen präsentiert indisch-deutschen Dialog

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Auch diese Arbeit von Hans Brög wird in der Galerie des Aalener Kunstvereins ab 2. September zu sehen sein.
Auch diese Arbeit von Hans Brög wird in der Galerie des Aalener Kunstvereins ab 2. September zu sehen sein. (Foto: kunstverein Aalen)
Aalener Nachrichten

Ausstellungseröffnung: Sonntag, 2. September, 11 Uhr. Ausstellungsende: 23. September. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 bis 12 und 14 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 18 Uhr.Infos: www.kunstverein-aalen.de

Der Kunstverein Aalen präsentiert in seiner Ausstellungsreihe Zwischenspiel vom 2. bis 23. September die Ausstellung „Kathrin Beck, Binu Thomas, Hans Brög, Barbara Wichelhaus: ein indisch-deutscher Dialog”. Ausstellungseröffnung in der Galerie des Kunstvereins im Alten Rathaus ist am Sonntag, 2. September, um 11 Uhr.

Kathrin Beck, 1980 in Ellwangen geboren, studierte von 1999 bis 2006 Freie Kunst an der Hochschule der Bildenden Künste in Saarbrücken. Einen Teil ihres Studiums absolvierte sie in Indien. Sie lebt und arbeitet mit ihrem Ehemann Binu Thomas in Karnataka, Udupi District, Indien. Ihre Arbeit beschreibt sie wie folgt: „Beim Malen begebe ich mich auf eine Art Expedition. Es ist eine Forschungsreise in einen tiefen Wald, der voll von unglaublichen Kreaturen, von Geräuschen des Tages und der Nacht ist, unbekannte Wohlgerüche, ein leises Zirpen. Ich empfinde mich mitten im Leben, inmitten der Stille. Meine malerische Reise hat eine vage, festgelegte Route auf dem Blatt Papier. Ich glaube, dass nichts bedeutungslos ist, das alles eine innewohnende Besonderheit hat. In den letzten fünf Jahren habe ich mich verstärkt auf kleinformatige Aquarelle auf Papier konzentriert. Sie sind wie spontane Gedichte, wie die Seiten eines Tagebuchs.”

Freiheit und Disziplin

Ihr Ehemann Binu Thomas, geboren 1977 im District Kannur in Kerala in Indien, studierte von 1999 bis 2004 Malerei an der Chamarajendra Academy of Visual Arts in Karnataka und von 2004 bis 2006 in Kala Bhavana an der Visva-Bharati University in West-Bengalen. Er sagt: „Für mich ist Malen kein spontaner Fluss, es kommt allerdings aus vielen spontanen Ideen. In meiner neuen Serie sind die Farben reduziert und ausgewählt. Freiheit und Disziplin haben zentrale Bedeutung. Disziplin bedeutet für mich eine Struktur, die beschützt und zugleich Freiheit gewährt, Freiheit bedeutet für mich, die Schaffung neuer Formen, die ich ,Identitäten’ nenne. Die Strukturen in meinen Malereien setzen sich aus feinen Pinsel-Linien zusammen. Beim Malen von Linien muss ich mich einer großen Herausforderung stellen. Es ist eine Übung der Meditation, der Geduld und Ruhe.“

Hans Brög, 1935 in Kronach geboren, ist ein Künstler, Autor und Professor für Kunst und Didaktik der Kunst. Sein Schaffen wird von Barbara Wichelhaus folgendermaßen beschrieben: „Pluralisierung, heute ein Schlagwort moderner, postmoderner Philosophie und Gesellschaftstheorie, hat schon Nietzsche als eine Existenzmöglichkeit propagiert. Gibt es Wege, das nur schwer Übersehbare zu sichten, eine Ordnung ins plurale Chaos zu bringen? Die Vielschichtigkeit der Arbeit von Hans Brög verdient eine analytische und eine synthetische Lesart. ,Kreative Hervorbringungen’, so hat Brög 1973 in seinem Buch zum Geniebegriff geschrieben, ,sind über einem abzählbar endlichen Repertoire aufgebaut, dieses ganz oder teilweise beinhaltend, weshalb sie selbst in ihrem Repertoire und in ihren Schritten, die zur Realisation führten, abzählbar endlich sind. Wenn dem so ist, ist der kreative Mensch für das, was er hervorbringt, selbst verantwortlich.“

Die Kunst von Barbara Wichelhaus findet ihre Stimuli in alltäglichen Ereignissen. Zugänge und Zugriffe sind unterschiedlich: Sammeln und Sortieren, experimentelles Erkunden von Materialien oder Utensilien bezüglich deren Brauchbarkeit für Malerei, Grafik, Collage und/ oder Skulptur, dazu begleitendes (Nach-)Lesen und Schreiben bilden die Grundlagen der Aneignung und Verfügbarkeit, letztlich die Basis künstlerischer Arbeit. Damit steht sie in der Tradition von Kunstströmungen der 70er-Jahre. Die Anregungen und Übernahmen werden modifizierend, variierend und kombinierend verwendet und mit konventionellen künstlerischen Verfahren, etwa Hoch- und Tiefdruck, unkonventionell weitergeführt.

Ausstellungseröffnung: Sonntag, 2. September, 11 Uhr. Ausstellungsende: 23. September. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 bis 12 und 14 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 18 Uhr.Infos: www.kunstverein-aalen.de

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