Kunst für das Haus der Kirche

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Die „Lebenswege“ des Ellwanger Künstlers Peter Betzler (in der Gruppe rechts) animieren zu Betrachtung und Gespräch, so wie hie
Die „Lebenswege“ des Ellwanger Künstlers Peter Betzler (in der Gruppe rechts) animieren zu Betrachtung und Gespräch, so wie hier (von links) mit der zweiten Vorsitzenden des Dekanatsrats, Anita Scheiderer, der Referentin für Öffentlichkeitsarbei (Foto: Thomas Siedler)
Johannes Müller

Schon lange lechzten die leeren Wände im Eingangsbereich des Hauses der Katholischen Kirche in Aalen nach künstlerischer Gestaltung. Nun empfangen den Besucher dort Farbe und Form. Der Ellwanger Künstler Peter Betzler schuf einen spirituellen Bilderfries mit vier aussagekräftigen Szenen zum Thema „Lebenswege“. Am Mittwochabend war Vernissage mit Dekan Robert Kloker.

„Wir stehen vor stilvollem und sinnhaftem Interieur, wie es passender für unser Haus der Kirche nicht sein könnte“, registrierte Kloker und dankte dem Künstler für das eindrucksvolle Werk. Betzler hatte während einer Live-Performance bei der Öffentlichen Mittagspause am 23. Februar dieses Jahr Gedanken und Anregungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Haus der Kirche zum Thema „Lebenswege“ in den Bilderfries aufgenommen und skizziert. Die beiden Dekanatsreferenten Matin Kessler und Tobias Kriegisch, der Betriebsseelsorger Rolf Siedler und die Vorsitzende des Dekanatsrates Anita Scheiderer zeigten sich von der Realisierung der Wünsche sehr beeindruckt.

Fußspuren durch die Wüste

„Die Lebenswege beginnen im Alten Testament“, schildert Sybille Schwenk, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit des Hauses, die Stationen des Kunstwerkes. Abraham gehorcht dem göttlichen Auftrag, seine Heimat Ur in Chaldäa zu verlassen und in ein ihm fremdes Land zu ziehen, das an der heutigen türkisch-syrischen Grenze liegt. Betzler zeichnet die Fußspuren durch die Wüste, geht den vielen Umwegen nach, die schließlich nach Durst und Hungersnot zum ersehnten und verheißenen Ziel führen. Kräftiges Gelb und mystisches Blau, die Markenzeichen des Malers, stechen ins Auge und drücken einerseits Hoffnung, andererseits Vertrauen in die göttliche Führung aus.

Betzler schichtet Farbe um Farbe aufeinander und gibt dem Material jene Struktur, die einen Weg ausmacht und die Spuren sichtbar werden lässt. „Er mischt Sand und schimmerndes Bronzepulver in die Farbkompositionen und erreicht damit eine weitere Dimension“, hat Sybille Schwenk beobachtet. In jedem einzelnen Körnchen Sand stecke der Glanz, der göttliches Licht symbolisiere, schließt sie daraus. So werde deutlich, dass sich der Künstler, aber auch der Betrachter auf seinem Lebensweg von Gott getragen und begleitet fühle. In zentraler Position seines Bilderfrieses zeigt Betzler das Kreuz. „Niemand“, so sagt er selbst, „bleibt in seinem Leben das Kreuz erspart.“

Der Künstler dankte für den Auftrag und das ihm erwiesene Wohlwollen. Die Wünsche aus Mitarbeiterkreisen, die er alle berücksichtigt habe, seien ihm wertvolle Anregung und Bereicherung gewesen. Zwischen den Arbeiten für seine Ausstellung im Kloster Sießen bei Saulgau und seinem aktuellen Auftrag in Bad Urach für die evangelische Landeskirche sei ihm das Werk im Haus der katholischen Kirche in Aalen sehr willkommen gewesen. Vielen Aalenern ist Betzler auch durch die beiden großen Bildtafeln im Altarraum von Sankt Elisabeth wohlbekannt.

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