Kundgebung für Toleranz und friedliches Miteinander

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OB Thilo Rentschler (links) und Muammer Ermis von der türkischen Gemeinde Aalen (rechts) haben Integrationsministerin Bilkay Ön
(Foto: Thomas Siedler)
Eckard Scheiderer

Am kommenden Mittwoch, 21. Januar, wird es um 17 Uhr vor dem Aalener Rathaus eine Kundgebung für Toleranz und ein friedliches Miteinander der Religionen und Kulturen geben. Das hat Oberbürgermeister Thilo Rentschler gestern bei einem Besuch der baden-württembergischen Integrationsministerin Bilkay Öney in der Aalener Ditib-Moschee angekündigt.

Nach den Terroranschlägen von Paris wollten damit die Stadt und ihre Bürger, der Landkreis, die christlichen Gemeinden und die türkische Gemeinde in Aalen gemeinsam ein Zeichen setzen, sagte der OB. Und das in einer Stadt, in der die Muslime mit rund 4000 Glaubensangehörigen die größte Gruppe unter den ausländischen Mitbürgern stellten, die aus insgesamt 120 Nationen kämen, wie er Öney und weiteren Mitgliedern der SPD-Landtagsfraktion erläuterte.

Drei Tage lang, noch bis heute, ist die SPD-Landtagsfraktion zu einer Klausur in Heidenheim. Am gestrigen Mittwoch waren ihre Mitglieder, aufgeteilt in verschiedene Arbeitskreise, auf Informationsbesuchen unterwegs, von Ulm bis Aalen. Hier war es der Arbeitskreis Integration, den OB Rentschler und Muammer Ermis, der Dialog- und Bildungsbeauftragte der türkischen Gemeinde Aalen, in der Ditib-Moschee empfingen. Rentschler unterstrich dabei, dass die Türen in Aalen für andere Religionen, Nationen und Kulturen schon lange „ganz weit offen“ seien. Und verwies dabei unter anderem auch auf über 30 Jahre Internationales Fest, auf den Interkulturellen Garten sowie auf die internationalen Verflechtungen der Hochschule und der Aalener Unternehmen, aber auch auf die Anstrengungen, welche die Stadt seit Jahren für die Integration unternehme.

Die bekamen Öney und ihre Fraktionskollegen im Detail vorgestellt, unter anderem von Ermis und Julia Wilhelm, die sich bei der Stadt um das Projekt „Azubi statt ungelernt“ kümmern. Und sie erfuhren von Petra Bonnet vom Büro für Kommunikationsberatung in Stuttgart erste Erkenntnisse aus einer von der Stadt dort in Auftrag gegebenen Studie. Darin wurde untersucht, welche Rolle in Familien mit Migrationshintergrund die Eltern bei der Schul- und Berufsausbildung ihrer Kinder spielen. „Eine entscheidende“, wie Bonnet sagte. Weshalb sich diese Familien auch mehr muttersprachliche Materialien und Veranstaltungen zu diesem Thema wünschten, ebenso wie verständlichere Erläuterungen eines ihnen teilweise immer noch unbekannten Schul- und Ausbildungssystems.

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