KSC gegen VfR: Rettungseinsatz auf „geilster Baustelle“

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Sportredakteur/DigitAalen

Kurz und knapp ging es an diesem Montag in Karlsruhe zu. 2:08 Minuten dauerte die neueste Ausgabe von „Wildpark TV“ – dort läuft die Pressekonferenz des KSC und die war sehr kurz. In dieser kurzen Zeit stellte sich aber heraus: Der Karlsruher SC will den VfR Aalen „nicht auf die leichte Schultern nehmen“. Das sagte KSC-Mittelfeldspieler Marvin Wanitzek. Auch wenn das abgeschlagene Schlusslicht der 3. Fußball-Liga immer mehr um den Klassenverbleib zittert, hat es auch beim Zweitliga-willigen Kandidaten einen gewissen Stellenwert.

Das hängt wohl auch mit dieser stärksten 3. Liga aller Zeiten zusammen, in der jeder jeden schlagen kann. „In der dritten 3. Liga ist jedes Spiel gleich. Wir gehen jedes Spiel gleich an“, befand Wanitzek. Aber gegen Aalen wolle man „den nächsten Dreier einfahren“.

Natürlich. Alles andere wäre aus Karlsruher Sicht, als Tabellenzweiter, wohl ziemlich enttäuschend. Und da kommt der VfR ins Spiel – er will für enttäuschte Karlsruher sorgen, schließlich war er in dieser Saison selbst oft enttäuscht. Wie am Sonntag.

Da war dieses 0:1 gegen den Halleschen FC. „Wir sind sehr enttäuscht, dass wir dieses Spiel verloren haben, wir hätten es nicht verlieren müssen“, befand VfR-Trainer Rico Schmitt. Der Coach musste sich kurz danach schon wieder mit dem nächsten Gegner beschäftigen, in dieser englischen Woche, in der es Schlag auf Schlag geht.

VfR-Kader vor Veränderungen

An diesem Dienstag, nach der Trainingseinheit um 14 Uhr, reist der VfR ins Badische, am Mittwoch um 19 Uhr wird das Spiel im Wildpark angepfiffen. Der Wildpark ist eine Baustelle. Dort wird an einem neuen Stadion gearbeitet, die Fertigstellung ist für Mitte 2022 vorgesehen. „Die geilste Baustelle in Karlsruhe“, wie es Seitens des KSC heißt.

Ob der VfR, in welcher Liga auch immer, dort wieder gegen den KSC spielen wird, ist fraglich. Der KSC strebt nach oben, der VfR muss mehr denn je nach unten schauen.

Doch noch zählt die Gegenwart. Eine Baustelle ist auch die nächste Mannschaft von Schmitt – sie wird wohl wieder verändert, in seinem sechsten Spiel. Mart Ristl (schwere Prellung im Sprunggelenk) und Nicolas Sessa (5. Gelbe Karte) fallen aus, Luca Schnellbacher (Knie), Patrick Schorr (Infekt) und Petar Sliskovic (Fußverletzung) sind Wackelkandidaten für das KSC-Spiel. Anders sieht es in Karlsruhe aus. „Es sind alle einsatzbereit. Wir können aus dem Vollem schöpfen“, sagte KSC-Trainer Alois Schwartz.

Es bleibt uns nichts anderes übrig, als wieder aufzustehen. VfR-Torwart Daniel Bernhardt, gebürtiger Karlsruher

Doch auch wenn es gegen diese offenbar Mann starken, auf Platz eins blickenden Karlsruher geht, sieht ein Badener im Lager der Schwaben, trotz aller Enttäuschung den Willen seiner Mannschaft – auch nach dem x-ten Rückschlag. „Man hat gesehen, dass die Mannschaft trotzdem nie aufgibt. Es bleibt uns nichts anderes übrig, als wieder aufzustehen“, sagte der gebürtige Karlsruher VfR-Torwart Daniel Bernhardt nach dem 0:1.

Vor dem Schwaben-Baden-Duell ist eines klar: Es ist das erste von verbleibenden elf Spielen, die dem VfR Stand jetzt noch bleiben für die Rettung. „Wir sind neun Punkte hinten, wir sind schon die ganze Zeit hinten. Wir wollen hinten raus. Vielleicht einen Punkt mitnehmen, mit Glück vielleicht auch drei Punkte. Wir wollen es Karlsruhe schwer machen“, erklärte Sessa. Er kann nicht mitmachen.

Doch für alle andere gibt es ein Ansage vom Trainer. „Für uns gilt es am Mittwochabend dran zu bleiben“, macht Schmitt klar. Kurz und knapp gesagt: Ein Sieg muss her.

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