Krisenherde stellen eine Bedrohung dar

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 Bei seinem Besuch in Aalen trug sich Generalleutnant Jürgen Weigt, der kommandierende General des Eurocorps in Straßburg, ins G
Bei seinem Besuch in Aalen trug sich Generalleutnant Jürgen Weigt, der kommandierende General des Eurocorps in Straßburg, ins Goldene Buch des Ostalbkreises ein. Unser Bild zeugt stehend von links den Bundestagsabgeordneten Roderich Kiesewetter, Landrat Klaus Pavel und den Leiter der Vertretung der Europäischen Kommission in München, Steffen Schulz. (Foto: Viktor Turad)
Viktor Turad

Die Zeiten, als Deutschland nur von Freunden umgeben war, sind vorüber. Angesichts von Krim- und Ukraine-Krise, von terroristischer Bedrohung und so genanntem Islamischem Staat sei mehr denn je im Fluss und schwierig zu deuten. Dies hat der kommandierende General des in Straßburg stationierten Eurocorps, Generalleutnant Jürgen Weigt, bei einem Vortrag im Landratsamt deutlich gemacht.

Der große Sitzungssaal im Landratsamt war gut besetzt. Europoint Ostalb und der Reservistenverband Ostwürttemberg hatten zum Bürgerdialog „Die gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik in Europa – Wunsch oder Wirklichkeit? eingeladen. Weigt unterstrich, die Bedrohung könne man nicht national bekämpfen. „So hohe Zäune können wir gar nicht bauen.“

Verteidigung ernst nehmen

Viele Krisenherde auf der Welt, bis hin zu Nord- und Südkorea, könnten sich schnell auf die Sicherheitslage in Europa auswirken. Europa müsse seine Verteidigung ernst nehmen und dafür viel Geld ausgeben für gemeinsame Rüstungsprojekte.

In einer anschließenden Podiumsdiskussion unter der Leitung von Ralf Bodamer unterstrich der Bundestagsabgeordnete Roderich Kiesewetter, bei der Sicherheit gehe es auch um Entwicklungspolitik. In diese Kerbe schlug der Landrat, der bemängelte, bei der Bekämpfung von Fluchtursachen werde viel zu wenig getan.

Der stellvertretende Leiter der Vertretung der Europäischen Kommission in München, Steffen Schulz, wollte dies so nicht stehen lassen. Die EU sei der größte Zahler von Entwicklungshilfe und tue viel, um Fluchtursachen zu bekämpfen. In Afrika aber, wandte Kiesewetter ein, müsse die EU mehr tun.

Eine Frage aus dem Publikum galt dem Zustand der Bundeswehr. Es habe bei keinem Einsatz Klagen gegeben, unterstrich Weigt, deutsche Soldaten kämpften nicht schlechter als andere.

Es gebe Mängel bei der Bundeswehr, hielt Kiesewetter dagegen. Sie müsse besser ausgestattet werden, aber sie sei nicht so desolat, wie es dargestellt werde.

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