Kreistag setzt auf eine Trog-Variante für Böbingen

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 Die Neubaustrecke der B29 bei Mögglingen.
Die Neubaustrecke der B29 bei Mögglingen. (Foto: Gerold Bauer)
Freier Mitarbeiter

Der Kreistag unterstützt klar den Wunsch der Böbinger Bürger nach einer Trog- beziehungsweise Tunnellösung beim Ausbau der B29 zwischen Gmünd und Böbingen. In der gestrigen Sitzung machten die Räte klar, dass es eigentlich nur diese Lösung geben kann. Mit Skepsis betrachten sie dagegen die drei anderen Varianten, die vom Regierungspräsidium gekommen sind. Das untersucht momentan unter anderem eine Hochbrücke über die 4500-Einwohner-Gemeinde hinweg. Was feststeht: Eine weiträumige Ortsumfahrung als Alternative scheidet wegen der Topographie und der bestehenden Wohnbebauung aus.

Zum Hintergrund: Im April soll der rund sieben Kilometer lange Abschnitt mit dem Fokus auf der Mögglinger Ortsumfahrung fertig sein. In der Phase der Bauvorbereitung ist der Abschnitt zwischen Essingen und Aalen (auf Höhe Mantelhof, 3,6 Kilometer). In Planung wie die Strecke Gmünd-Böbingen (zehn Kilometer) ist der Abschnitt Aalen-Westhausen.

Pavel: Verständnis für Böbinger Bürger

Landrat Klaus Pavel erklärte, er habe viel Verständnis für die Böbinger Bürger. Man müsse Rücksicht auf die gewachsene Ortslage und auf den Flächenverbrauch nehmen. Für ihn steht auch fest: Der B29-Ausbau in Böbingen führt nicht für die Böbinger, sondern für die Autofahrer für einen Mehrwert. Er werde die Böbinger unterstützen und sei überzeugt, „eine gute Lösung hinzubekommen“.

Peter Högerle (CDU) wies auf die Bedeutung der B29 für die Region und Wirtschaft hin, er nannte sie „die“ Verkehrsachse. Und er erinnerte an die Resolution im Böbinger Gemeinderat (im Januar) und an das „Aktionsbündnis Böbinger Tunnel“, das kommenden Montag gegründet werden soll. Ganz wichtig sei es, dass in Böbingen gewachsene Strukturen nicht zerschlagen werden durch „so ein Bauwerk, das man den Nachkommen hinterlässt“. Damit hatte er auf eine Variante aus Stuttgart angespielt, das eine Verbreiterung der Straße und einen Wall mit 36 Metern Höhe angespielt.

Ein Trog mit einem kurzen Tunnel durch Böbingen sei die einzige Option. Es sei so: Die billigste Lösung müsse nicht die beste sein. „Ein wichtiges Signal und ein beispielhaftes Zeichen“ habe bei diesem Thema der Landrat in der Sitzung des Böbinger Gemeinderats gesetzt.

Für Thilo Rentschler (SPD) ist das, was in Sachen B29 seit über 20 Jahren läuft, ein „Trauerspiel“. Man erlebe „immer nur Stückwerk“. Seine Bitte ans Land: Alle Abschnitte überprüfen, also auch Ebnat, Unterkochen, Essingen, Böbingen, die Anschlüsse an die A7. Für ihn ist die Tunnellösung „die einzige vernünftige“. Für eine Hochbrücke über Böbingen reiche seine Phantasie nicht aus.

Auch für Michael Lang (FDP) ist sie keine Option, allein schon aus optischen Gründen im Remstal, in dem im Mai die Gartenschau startet und dessen Schönheit präsentiert werden soll. Die Trog-Lösung geht auch für Walter Havemann (Grüne) in Ordnung. Er stellte aber den Antrag, eine Trog-Variante ohne Festlegung auf vier Fahrspuren prüfen zu lassen. Man könnte etwa an drei Spuren mit Ampel denken. Mit seinem Antrag setzte er sich nicht durch: Nur vier Kreisräte stimmten dafür.

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