Kreissparkasse ist jetzt bei den Großen

Lesedauer: 6 Min
 Sind mit der Bilanz der Kreissparkasse Ostalb für 2018 zufrieden: von links Vorstandsmitglied Markus Frei, Vorstandsvorsitzende
Sind mit der Bilanz der Kreissparkasse Ostalb für 2018 zufrieden: von links Vorstandsmitglied Markus Frei, Vorstandsvorsitzender Andreas Götz und Vorstandsmitglied Christof Morawitz. (Foto: Kreissparkasse Ostalb)

Mit einer Rekord-Bilanzsumme von erstmals über fünf Milliarden Euro ist die Kreissparkasse Ostalb in ihrem Geschäftsjahr 2018 nach den Regeln der Finanzaufsicht unter die großen Banken aufgestiegen. Der anhaltende Niedrigzins hat allerdings die Zahlen am Ende weiter gedrückt: Das Betriebsergebnis vor Bewertung sank um 9,7 Prozent auf 32,4, der Jahresüberschuss um 7,1 Prozent auf 3,9 Millionen Euro.

„Nicht himmelhoch jauchzend, aber wir sind zufrieden“, lautete denn auch das Fazit für 2018, das am Dienstag der Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse (KSK) Ostalb, Andreas Götz, und die beiden Vorstandsmitglieder Markus Frei und Christof Morawitz gezogen haben. Beim Volumen und beim Endergebnis liege man am Ende über dem Plan, und auch bei den strategischen Zielen sei man bis Ende 2018 auf Kurs geblieben: Die KSK sei Qualitätsführer in der Region, Digitalisierung und Modernisierung schritten weiter voran und auch die Umsetzung des Filialkonzepts laufe wie vorgesehen, sagte Götz.

Talsohle bis 2020 erreicht

Das anhaltend niedrige Zinsniveau ließ das Zinsergebnis, eigentlich der Haupttreiber in der Bilanz, weiter nach unten gehen. Obwohl die Ausleihungen insgesamt um 5,3 Prozent oder 171 Millionen auf 3,375 Milliarden Euro anwuchsen. Der Zinsüberschuss sank 2018 um 4,6 Prozent auf 82 Millionen Euro. Seit 2013 geht das Zinsergebnis wegen der Zinspolitik der Europäischen Zentralbank zurück, das werde, so Götz, auch 2019 und eventuell 2020 noch so sein. Dann allerdings rechnet man bei der KSK mit dem Erreichen der Talsohle.

In der auf genau 5,133 Milliarden Euro gestiegenen Bilanzsumme stecken Gesamteinlagen in Höhe von 4,043 Milliarden, 4,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Unterm Strich bleibt ein Überhang von 668 Millionen Euro an Einlagen gegenüber den Krediten.

Privatkundengeschäft boomt

Auf unterschiedliche Weise hat das niedrige Zinsniveau das Privatkundengeschäft aber auch stimuliert, wie Christof Morawitz erläuterte. Ein stabiler Arbeitsmarkt in der Region und steigende Reallöhne ließen 2018 die Einlagen der Privatkunden um 4,6 Prozent auf 2,686 Milliarden Euro anwachsen. Die Sparquote hat inzwischen einen Wert von zehn Prozent erreicht, und der Wunsch nach Wohneigentum, auch im Alter, ist weiterhin ungebrochen. Das ließ auch das Volumen der Privatkundenkredite um 3,9 Prozent auf 1,634 Milliarden Euro anwachsen, vor allem durch langfristige Baufinanzierungen. Einen satten Zuwachs von 33,9 Prozent auf jetzt 166 Millionen Euro verzeichnet der Wert der vermittelten LBS-Bausparverträge. Um 18,6 Prozent legte der Wert, der bei der SV-Versicherung abgeschlossenen Lebensversicherungen auf 43 Millionen Euro zu. Um sage und schreibe 600 Prozent erhöhte sich schließlich der Nettoabsatz an Wertpapieren, er notierte am Ende bei einem Volumen von 71,5 Millionen Euro. Die Hälfte des Privatvermögens der Kunden, so Morawitz, sei in Immobilien und Grundstücken angelegt, 42 Prozent seien in Geldanlagen „geparkt“.

Die Unternehmen investieren

Die aktuelle Lage der Unternehmenskunden bezeichnete Vorstandsmitglied Markus Frei als „robust mit leichten Eintrübungen“. Deutlich sind 2018 die Einlagen der Unternehmen um sieben Prozent auf 968 Millionen Euro gestiegen. Eine Zunahme bei den Firmenkrediten um 6,4 Prozent auf knapp 1,5 Milliarden Euro lasse auf eine weiterhin rege Investitionstätigkeit schließen. Der hohe Exportanteil der heimischen Wirtschaft schlägt sich in einem Wachstum des Auslandsgeschäfts der KSK um 1,1 Prozent auf über 1,4 Millionen Euro an Einnahmen daraus nieder.

Ein einprozentiger Anstieg der Personalkosten auf 52 Millionen Euro bei einer durchschnittlichen Tarifsteigerung von 3,3 Prozent zeigt, dass die KSK Ostalb den angekündigten Abbau von Mitarbeitern weiter fortsetzt. 17 Mitarbeiter weniger waren es 2018 im Vergleich zum Vorjahr. Ziel dabei sei es, so unterstrich Andreas Götz erneut, die Personalkosten langfristig stabil zu halten. Im Rahmen der Umsetzung des 2018 beschlossenen Filialkonzepts sollen zum 8. März dieses Jahres acht Filialen im Kreis zusammengelegt und sechs ab diesem Zeitpunkt zu SB-Filialen umgebaut werden. Der Umbau der Filiale am Ellwanger Marktplatz soll bis Jahresende fertig sein, ebenso der Neubau der Filiale im DRK-Gebäude in Straßdorf.

Große Freude ausgelöst hat schließlich bei der KSK Ostalb, dass sie beim Qualitätstest 2018 des Deutschen Instituts für Bankentest einmal mehr hervorragend abgeschnitten hat. Unter deutschlandweit 1500 getesteten Bankhäusern in Städten über 50 000 Einwohner belegte sie landes- wie bundesweit Spitzenplätze (wir haben berichtet).

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen