Kräutertee oder Notfallaufnahme?

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 Um Grenzen und Möglichkeiten von „Kräuter, Wickel & Pillen“ geht es bei der Kommunalen Gesundheitskonferenz am Montag, 8. Okto
Um Grenzen und Möglichkeiten von „Kräuter, Wickel & Pillen“ geht es bei der Kommunalen Gesundheitskonferenz am Montag, 8. Oktober, um 19 Uhr im Landratsamt. (Foto: Colourbox)
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Die Oma wusste oft noch, was zu tun ist bei Erkältung, Kopfschmerzen und Co. Viel von dieser Erfahrungsmedizin ist verlorengegangen. Wann Naturheilkunde sinnvoll ist oder ob nicht doch ein Arztbesuch nötig ist – den richtigen Weg zu finden ist oft schwer. Die 14. Kommunale Gesundheitskonferenz im Ostalbkreis beschäftigt sich deshalb am Montag, 8. Oktober, um 19 Uhr im Landratsamt Aalen mit dem Thema, wo die Möglichkeiten und Grenzen von „Kräuter, Wickel & Pillen“ liegen.

Für Landrat Klaus Pavel ist dieses Thema ein hochinteressantes Themenfeld, das sicher auf riesengroßes Interesse stoße und auch die Frage aufwerfe, ob man Naturheilkunde als Alternative sieht oder eher als Ergänzung. Jedenfalls gebe es bei den Bürgern viel Verunsicherung.

Im Forum werden hochkarätige Referenten sitzen, sagt Janela Werle vom Gesundheitsamt: eine Oberärztin, die auf integrative Behandlungskonzepte spezialisiert ist, ein Allgemeinarzt, der auch Naturheilkunde praktiziert, und Richard Krombholz, Chef der Adler-Apotheke in Ellwangen. Angesichts der unterschiedlichen Experten, ist Pavel sicher, „wird es ein Pro und Contra geben“. Man will, fasst er zusammen, „aufzeigen, was vernünftig ist.“

Viel Wissen um Selbstbehandlung und Hausmittel ist verlorengegangen, so ein Fazit des Pressegesprächs im Landratsamt. Die Gesundheitskonferenz will dazu anregen, sich mit dem Thema zu beschäftigen, weil laut Erhard Bode (Vorsitzender der Ärzteschaft Schwäbisch Gmünd) „viele Menschen schlicht verunsichert sind.“ Rainer M. Gräter (Kreisärzteschaft) ist sehr verwundert, wer alles in die Notfallaufnahme oder in Notfallpraxen kommt: „Viele sind deplatziert und kommen mit geringfügigen Erkrankungen, die oft nach 24 oder 48 Stunden vorbei sind oder gut vom Hausarzt zu behandeln wären.“ Er nennt Zeckenbisse oder Kopfschmerzen als Beispiele. Er fragt, ob es sinnvoll ist, wegen kurzfristiger Kopfschmerzen gleich in den Kernspintomographen zu gehen. Kopfschmerzen könnten auf einen zu hohen oder zu niedrigen Blutdruck hinweisen oder auf eine Stirnhöhlenentzündung.

Dass bei der Selbstbehandlung viel Kompetenz verloren gegangen ist, stellt auch Harald Welzel vom Freundeskreis Naturheilkunde fest. Bei kleineren Erkrankungen reiche oft schon Bettruhe oder eine kräftigende Suppe, man brauche nicht immer gleich einen Arzt. Bei schwereren Krankheiten ließen sich oft auch Schulmedizin und Naturheilkunde kombinieren – „es geht bei beiden Methoden darum, die Symptome zu lindern.“

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