Kräfte bündeln, Kapazitäten ausweiten

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Sie haben den Kooperationsvertrag am Montag unterzeichnet: vorne von links Institutsleiter Uwe Beck und Geschäftsführer Detlev W
Sie haben den Kooperationsvertrag am Montag unterzeichnet: vorne von links Institutsleiter Uwe Beck und Geschäftsführer Detlev Wiesinger von Sankt Loreto, Landrat Klaus Pavel und Petra Hudak, Schulleiterin der Justus-von-Liebig-Schule, beobachtet von (hinten stehend, von links) Angelika Keßler (Fachschule Sozialpädagogik Sankt Loreto) sowie Fachabteilungsleiter Stephan Stoll und Fachgruppensprecher Willi Seidel von der Justus-von-Liebig-Schule. (Foto: Eckard Scheiderer)
Schwäbische Zeitung

Mit einer Kooperation ab dem kommenden Schuljahr 2018/2019 wollen das Institut für soziale Berufe Sankt Loreto und die Justus-von-Liebig-Schule künftig ihre Kräfte und Kapazitäten bei der Erzieher-ausbildung bündeln und damit gemeinsam der hohen Nachfrage nach Fachkräften in der Kinderbetreuung nachkommen. Am Montag ist der Kooperationsvertrag im Aalener Landratsamt unterzeichnet worden.

Die Kooperation sieht im Kern vor, dass das katholische Institut Sankt Loreto und die vom Ostalbkreis getragene Justus-von-Liebig-Schule künftig den Einstieg in die Erzieherausbildung im Rahmen der Fachschule für Sozialpädagogik im Wechsel anbieten: Im einen Schuljahr startet eine der beiden Einrichtungen mit der vollschulischen Form der Erzieherausbildung, die andere mit der praxisintegrierten Form (PIA), im darauf folgenden Schuljahr werden die Einstiegsangebote umgedreht.

Beginnen wird die Kooperation ab dem Schuljahr 2018/2019 mit der PIA-Ausbildung an Sankt Loreto und der vollschulischen Ausbildung an der Justus-von-Liebig-Schule.

Ausbildung seit 100 Jahren

Langjährige Erfahrungen mit der Erzieherausbildung haben beide Einrichtungen. Sankt Loreto, dessen Träger die Vinzentinerinnen von Untermarchtal, die Franz-von-Assisi-Gesellschaft, die Marienpflege Ellwangen, die Stiftung Haus Lindenhof sowie die katholische Kirche in Ludwigsburg sind, kann im Oktober dieses Jahres das 100-jährige Bestehen der Erzieherausbildung feiern. Die Justus-von-Liebig-Schule am Aalener Kreisberufsschulzentrum bildet seit 1993 Kinderpflegerinnen, seit 2011 Erzieher in Teilzeitform und seit 2012 in PIA-Form aus. Lediglich beim Wunsch der Schule, auch die vollschulische Erzieherausbildung anbieten zu können, hat sich das Regierungspräsidium bislang etwas geziert. Mit der Kooperation wird auch dieses Thema nun elegant gelöst.

Man wolle damit künftig gemeinsam das gesamte Spektrum der Erzieherausbildung abdecken, die gemeinsamen Kapazitäten voll ausschöpfen und auch Wachstum in den Ausbildungskapazitäten generieren. Der Ausbildungsstandort Aalen solle damit deutlich gestärkt werden. Das haben Institutsleiter Uwe Beck und Geschäftsführer Detlev Wiesinger von Sankt Loreto, Petra Hudak, die Schulleiterin der Justus-von-Liebig-Schule, Angelika Keßler von der Fachschule Sozialpädagogik an Sankt Loreto sowie Fachabteilungsleiter Stephan Stoll und Fachgruppensprecher Willi Seidel von der Justus-von-Liebig-Schule bei der Vertragsunterzeichnung betont.

Landrat Klaus Pavel wies auf die doch relative Einmaligkeit dieser Kooperation zwischen einer kirchlich-freien und einer öffentlich-staatlich getragenen Einrichtung hin. Indem man jetzt „gemeinsame Sache“ mache, wolle man zusammen dem Mangel an ausgebildeten Erzieherinnen und Erziehern entgegenwirken und damit auch dem teils massiven Nachholbedarf bei Kinderbetreuungsangeboten, vor allem für unter Dreijährige, nachkommen, sagte Pavel. Gleichzeitig sei dies Ausdruck eines starken „Bildungsnetzwerkes“ im Ostalbkreis.

Andrang auf Beruf steigt wieder

Rein im Wettbewerb würde jeder für sich trotz des hohen Bedarfs die verschiedenen Ausbildungsgänge nicht immer so leicht voll bekommen, sagte Wiesinger, während es an anderer Stelle möglicherweise Überhänge gebe. Keßler sah aktuell einen wieder deutlich gestiegenen Andrang auf den Erzieherberuf. Auch, weil er von der Bezahlung her gut geworden sei. So verdiene ein alleinstehender Berufsanfänger bereits im ersten Monat 1600 Euro netto. „Es ist ein attraktiver Beruf geworden“, untermauerte dies Pavel. Weshalb alle Beteiligten nun hoffen, durch die Kooperation die notwendigen schulischen Ausbildungskapazitäten schnell zur Verfügung stellen und bei Bedarf auch weiter ausbauen zu können.

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