„Kommt nach Würzburg!“

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 Michael Cuffee (l.) und Crailsheim gewannen in Jena – das reicht aber nicht.
Michael Cuffee (l.) und Crailsheim gewannen in Jena – das reicht aber nicht. (Foto: imago images)
Aalener Nachrichten

Genau eine Woche nach der enttäuschenden Leistung gegen die BG Göttingen schnuppern die HAKRO Merlins Crailsheim wieder Morgenluft. In einer abwechslungsreichen und spannenden Partie, mit zehn Führungswechseln, konnten sich die Zauberer am Ende mit 88:91 gegen Science City Jena durchsetzen. Somit besteht am Sonntag um 18 Uhr im Heimspiel in Würzburg (s.Oliver-Arena, “Aalener Nachrichten“ berichteten) gegen die EWE Baskets Oldenburg weiterhin die Chance auf den Klassenerhalt in der Basketball-Bundesliga, auch wenn das Schicksal nicht alleine in den Händen der Crailsheimer liegt.

Nach 15 Sekunden versenkte Konrad Wysocki die ersten drei Punkte der Partie und legte kurze Zeit später zwei weitere Treffer von Down-Town nach. Trotz guter Möglichkeiten verpassten die HAKRO Merlins sich abzusetzen und Science City Jena konnte erstmals selbst in Führung gehen. Ausgeglichen 13:13 stand es nach fünf gespielten Minuten. Jetzt wechselte ständig die Führung hin und her. Kaum konnten sich die Crailsheimer etwas absetzen, schlugen die Gastgeber zurück und verkürzten. Deshalb ging es mit 27:29 in die erste Pause.

Die Zauberer starteten etwas besser in den zweiten Spielabschnitt und konnten ihren Vorsprung, dank starker Wurfquoten, auf 34:41 ausbauen. Die Thüringer hielten jedoch stets Anschluss und ließen nicht abreißen. Vor allem Routinier Derrick Allen (17 Punkte zur Halbzeit) stellte die Männer von Tuomas Iisalo immer wieder vor Probleme. Trotzdem konnten sie sich behaupten und blieben in Front, ehe kurz vor der Halbzeitsirene Jena mit 55:54 in Führung gelangte.

Die HAKRO Merlins fanden schwer in die zweite Hälfte, weshalb die Gastgeber den Vorsprung ausbauen konnten. Den Crailsheimern unterliefen zu viele Fehlern in dieser Phase des Spiels. Nach einer Auszeit fanden die Zauberer wieder besser Lösungen und eroberten sich die Führung zurück. Sowohl Offensiv, als auch Defensiv fruchteten die Vorgaben des Coaches nun. Mit 69:74 ging es in das entscheidende Viertel.

Mit seinem vierten Dreier eröffnete Konrad Wysocki die letzten zehn Minuten. Die HAKRO Merlins behielten ihren Schwung bei und erhöhten den Vorsprung auf 69:80. Doch abermals schlug Science City Jena zurück und glich zum 83:83 aus. Doch als es schien, als wäre den Zauberern der Stecker gezogen worden, übernahm Crailsheim wieder die Führung. Zwei Minuten vor Schluss erhöhten die HAKRO Merlins auf 83:89, ehe Reggie Williams auf 86:89 stellte. Bei 6,1 Sekunden auf der Uhr stellte DeWayne Russell, per Freiwürfe, auf 88:91 und Jena hatte einen letzten Angriff. Der Dreierversuch von Williams verfehlte jedoch sein Ziel. Somit siegten die HAKRO Merlins, mussten dann jedoch einige bange Minuten auf das Endergebnis der Eisbären Bremerhaven in Berlin warten. Nachdem der knappe Sieg der Hauptstädter bekannt wurde, entfachte zum zweiten Mal an diesem Abend ein kleiner Siegesgeschrei. Nun haben die Zauberer die Chance, mit einem Sieg am Sonntag gegen Oldenburg und einer zeitgleichen Niederlage von Bremerhaven in Weißenfels, den Abstieg zu vermeiden.

Merlins-Headcoach Tuomas Iisalo: „Es fühlt sich gut an gewonnen zu haben, nach den vergangenen, schweren Wochen. Beide Teams haben sehr schlechte Defense gespielt, insbesondere von uns in der ersten Halbzeit. Wir haben 21 Punkte aus Fast-Break-Situationen und zweiten Chancen zugelassen. Weil wir es in der zweiten Halbzeit besser gemacht haben, bekam Jena diese einfachen Punkte nicht mehr. Am Ende hatten wir Glück, dass wir die Freiwürfe bekamen und bei Jena der letzte Wurf nicht fiel. Ich möchte mich auch vielmals bei den mitgereisten Fans bedanken. Sie sind uns so zahlreich gefolgt und haben uns trotz der schwierigen Situation toll unterstützt.“

Sportlicher Leiter Ingo Enskat: „Wieder einmal ein echtes Nervenspiel, dass einen alle Höhen und Tiefen durchleben ließ. Schön ist zwar anders, aber heute ging es einfach nur um den Sieg. Und das haben die Jungs geschafft. Jetzt geht es tatsächlich am letzten Spieltag um alles. Oldenburg wird ein ganz harter Brocken, doch andererseits ist das tolle in solchen Spielen, dass eben alles möglich ist. Ich kann für Sonntag nur jeden Fan und Supporter bitten: Kommt nach Würzburg! Unterstützt die Jungs! Und lasst uns das Unmögliche möglich machen!“

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