Kocher: Sogar die Aalener Innenstadt ist durch den Fluss gefährdet

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 Schon bei einem sogenannten „50-jährigen Hochwasser“ könnte die Aalener Innenstadt unter Wasser stehen. Die Stadt will nun hand
Schon bei einem sogenannten „50-jährigen Hochwasser“ könnte die Aalener Innenstadt unter Wasser stehen. Die Stadt will nun handeln. (Foto: dpa)
Freier Mitarbeiter

Schon bei einem sogenannten „50-jährigen Hochwasser“ wird das Union-Gelände mit der künftigen Neubebauung überschwemmt. Das prognostiziert die Hochwassergefahrenkarte Baden-Württembergs. Deshalb will die Stadt jetzt am Kocher im Bereich zwischen Wilhelm-Merz-Straße und Burgstallstraße handeln. Denn bei einem „100-jährigen Hochwasser“ könnten sogar große Teile der Innenstadt überflutet werden. Die Gefahr auf dem etwa 500 Meter langen Flussabschnitt soll unter anderem mit dem Bau einer neuen Kocherbrücke und höheren Wänden am Ufer gebannt werden.

Und diese Gefahr beginnt bereits rund 220 Meter oberhalb der Kocherbrücke an der Burgstallstraße, auf der Höhe von Triumph. Sie soll im nächsten Jahr ohnehin komplett saniert beziehungsweise erneuert werden. Aber schon jetzt ist bekannt, dass auch der dadurch erreichte größere Durchfluss nicht ausreichen wird. Das Ergebnis lieferten hydrologische Berechnungen: Die „Sohltiefe“ des Kochers ist zu niedrig. Das heißt: Der Kocher muss ausgebaggert und anderthalb Meter tiefer gelegt werden. Damit soll erreicht werden, dass im Bereich der Kocherbrücke (Burgstallstraße) keine Ausuferungen mehr oberhalb der Burgstallstraße und auf dem Union-Gelände auftreten.

Erster Bauabschnitt „sehr dringlich“

Die Stadt stuft den ersten Abschnitt des Kocherausbaus vom Landratsamt / Kaufland bis zur Burgstallstraße mit rund 280 Metern Länge in Zusammenhang mit der Neubebauung als „sehr dringlich“ ein. Der zweite Abschnitt wäre dann von der Brücke rund 220 Meter flussaufwärts.

Nach Berechnungen der Stadtverwaltung reichen zur Gefahrenabwehr eines 100-jährigen Hochwassers kleinere Baumaßnahmen am kanalisierten Kocher im Bereich Kaufland / Landratsamt. Zudem soll der Kocher naturnäher gestaltet werden, auch die Uferbereiche. Hier sind „ergänzende Hochwasserschutzmaßnahmen“ vorgesehen – erhöhte Wände am Ufer und Brüstungsöffnungen am Weg entlang des Kochers sollen geschlossen werden. Die Kosten für den Hochwasserschutz auf dem einen halben Kilometer langen Abschnitt werden auf rund 2,3 Millionen Euro geschätzt. Ein Landeszuschuss kann beantragt werden.

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