Klare Ansage: Lebe das Leben

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Die Nachwuchsmusiker des Gallow Mountain Express um die Sängerin Sängerin Theresa Müller eröffneten das Galgenberg-Festival. Am
Die Nachwuchsmusiker des Gallow Mountain Express um die Sängerin Sängerin Theresa Müller eröffneten das Galgenberg-Festival. Am Samstag, 4. August, geht es weiter mit der SWR1-Pop & Poesie-Mannschaft um Matthias Holtmann. (Foto: Peter Schlipf)
Schwäbische Zeitung

Coldplays „Viva la Vida“, also „Lebe das Leben“, fasst es wohl am besten zusammen, was die Aalen-All-Star-Band Das Vereinsorchester am Freitagabend des 18. Galgenberg-Festivals seinen über 1000 Zuhörer mitgegeben hat – musikalisch natürlich. Es war das pulsierende Leben, was das Festival auf dem ehemaligen Gaskesselgelände direkt am Bahnhof erneut zu etwas Besonderem gemacht hat.

Apropos Leben: Der ernste Teil des Lebens scheint für die Nachwuchsmusiker des Gallow Mountain Express gerade zu beginnen. Denn es war der letzte Auftritt der jungen Musiker, die von Chrischi Steiner all die Jahre bestens betreut den Sprung auf die große Bühne gewagt hatten. Jetzt warten Studium, Auslandspraktika und andere Verpflichtungen. Vorher gaben die vier Jungs und die Sängerin Theresa Müller noch mal richtig Gas und unterhielten die bereits gut gefüllten Biertische prächtig. Der Einstieg in das Familienfest war gelungen.

Breiter kann ein Repertoire nicht sein

In gewohnt sympathischer Manier erklommen dann die fast 30 Musiker des Vereinsorchesters unter der Leitung von Matthias Kehrle die Bühne. Erneut hatten sie ein buntes Sammelsurium an Rock-, Pop-, Reggae- oder Soulstücken ausgewählt, das wunderbar in diese heiße Sommernacht passte. Von Dire Straits bis Rolling Stones, von Tower of Power bis Deep Purple („Hush“), von der Spider Murphy Gang („Schickeria“) bis zu den legendären Doors – breiter kann ein Repertoire nicht aufgestellt sein.

Und das liegt daran, dass hier Musiker aus unterschiedlichsten Formationen auf der Bühne stehen. Einzige Voraussetzung: Sie müssen aus Aalen sein oder zumindest einen engeren verwandtschaftlichen Bezug zum Stadt am Kocher haben. Das schließt Gäste von weit weg nicht aus, jährliche reist zum Beispiel Cellist und Sänger Gernot Cernasjek aus Österreich an, und sogar Ellwanger dürfen mitspielen.

Schlusspunkt setzt „Hotel California“

Die Band ist sicher ein Alleinstellungsmerkmal Aalens: ein solche konzertierte Aktion, bei der sich 30 Musiker unterschiedlicher Bands gemeinsam auf einen großen Abend vorbereiten (und freuen) – das hat nicht jede Stadt zu bieten. Neu im Team war in diesem Jahr Saxofonist Michael Mauß, der sich als preisgekrönter Nachwuchsmusiker problemlos in die Bläserfraktion um Norbert Botschek einfügte. Unter den Sängern kehrte Timo Schaal in die Reihe der Frontmänner zurück, sein „Angie“ von den Stones und „L.A. Woman“ von den Doors als letztes Stück gehörten zu den Höhepunkten des Abends.

Und musikalisch wie atmosphärisch hat der Abend durchaus einiges zu bieten. Etwa Sonja Müller-Felkel, die für Bonnie Riatts „Love has no pride“ viel Beifall bekam. Oder Thomas Roder, Organist, Sänger und Gitarrist, der BAPs „Frau ich freu mich“ genauso authentisch vortrug wie „Dancing in the dark“ von Bruce Springsteen. Höhepunkt und Schlussakkord: „Hotel California“ von den Eagles, fürwahr eine angemessene Zugabe, bevor die Musiker ihr Publikum in eine heiße Sommernacht verabschiedeten.

Am Samstag, 4. August, wird die SWR1-Pop & Poesie-Mannschaft um Matthias Holtmann einen Abend unter dem Titel „Feelin' Allright“ gestalten. Es gibt nur noch wenige Karten an der Abendkasse.

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