Kirchenräte stimmen gegen Renovierung mit Anbau

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 Der Kirchengemeinderat Sankt Maria hat entgültig über die schon lange anstehende Renovierung der Marienkirche und des Gemeindez
Der Kirchengemeinderat Sankt Maria hat entgültig über die schon lange anstehende Renovierung der Marienkirche und des Gemeindezentrums entschieden. (Foto: Reinhold Schneider)
Johannes Müller

Am späten Mittwochabend fiel die Entscheidung: Die 14 Mitglieder des Kirchengemeinderats Sankt Maria sprachen sich mit großer Mehrheit, zwölf zu zwei Stimmen, gegen die durch einen Anbau erweiterte Renovierung ihrer Kirche aus. Damit nahmen sie das Ergebnis der Gemeindeversammlung vom 11. Dezember letzten Jahres ernst, als die Anwesenden in einer Meinungsbefragung mit 56 gegen elf Stimmen bei über 20 Enthaltungen der abgespeckten Variante den Vorzug gaben.

In der lebhaften Debatte hatte es zunächst den Anschein, als ob im Kirchengemeinderat doch noch einige Mitglieder zum ursprünglich von allen Stellen genehmigten Modell A stehen. Der sah einen Anbau auf der Eingangsseite und eine erweiterte Raumaufteilung mit einem sozialen Kompetenzzentrum vor. Diakon Michael Junge plädierte auch jetzt noch für diese Idee, die im Anschluss an das zweite Vatikanische Konzil eine Communio-Kirche der Gemeinschaft schaffen wollte.

Dass man sich bei der Realisierung des abgespeckten, um 165 000 Euro sparsameren Modell B manche sozialen Begegnungsmöglichkeiten offen halten wollte, kam in der von Moderator Ludger Bradenbrink (Diözese) geschickt geleiteten Diskussion deutlich zum Ausdruck. Der Laienvorsitzende Wolfgang Reichart und sein Stellvertreter Bernd Kinzl legten die Details vor. Letztlich gab jedoch Pfarrer Wolfgang Sedlmeier den Ausschlag: „Die Gemeinde erwartet nach so langer Zeit, dass wir endlich Nägel mit Köpfen machen und eine Entscheidung treffen.“

Damit kam ohne weitere Abschweife die klärende Abstimmung zustande. Für den bereits im Februar tagenden Bau-Ausschuss fasste das Gremium die Richtlinien des Raumprogramms zusammen, das mit 2,50 Meter breiten hellen Gängen, einem zentralen Eingangsbereich und einer Unisex-Toilette den Bedürfnissen der Kirchenbesucher entgegen kommen soll. „Wer nach dem Gottesdienstbesuch Kaffee trinken will, für den wird es einen Automaten geben“, wurde angekündigt. Außerdem wird auch das monatliche Gemeindefrühstück fortgeführt.

Schon im Februar und März diesen Jahres sollen die Bauaufträge erteilt werden, die erfahrungsgemäß bis zur Annahme und Realisierung auch noch ihre Zeit in Anspruch nehmen würden, gab Jochen Breitweg als Leiter des Katholischen Verwaltungszentrum zu Bedenken. Ab Juni wird dann das neu gewählte Gremium das Sagen haben. Dass der Vorplatz der Marienkirche noch eine Rolle als „Quartierplatz“ im geplanten Aalener Stadtkonzept spielen wird, klang mehrfach an. Das könnte insgesamt noch bis zu fünf Jahre dauern, hieß es in der Sitzung. So lange soll es allerdings mit der Kirchenrenovierung nicht anstehen.

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