Keine Wohlfühloase

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Markus Thiele spricht für Rostock.
Markus Thiele spricht für Rostock. (Foto: F.C. Hansa Rostock)
Sportredakteur/DigitAalen

Er wohnt dort, wo andere Urlaub machen. Aber deshalb hat es Markus Thiele (36) nicht in den Norden gezogen, als er vor ziemlich genau einem halben Jahr mit einem Paukenschlag Aalen verließ. Wohnort Warnemünde, Arbeitsort Rostock. Der einstige sportliche Leiter des Fußball-Drittligisten VfR Aalen will Hansa Rostock voranbringen – den Blick auf den VfR hat der Aalener natürlich immer noch.

Der VfR ist schließlich einer der Konkurrenten der 3. Liga, die in der kommenden Saison nominell als die Beste der Geschichte eingehen wird. Allerdings streben die Rostocker den Gang in die 2. Liga an. „Wir wollen aufsteigen“, erklärt Thiele bei seinem Heimatbesuch im Gespräch mit den „Aalener Nachrichten“. „Man muss das Ziel haben“, unterstreicht der Sportvorstand der Rostocker die Ambitionen der Nordlichter. Und bei einem Traditionsverein wie diesem herrscht meist ein höherer Druck durch das Umfeld.

Bei Hansa würde die Welt aber nicht untergehen, sollte es nichts werden mit dem Aufstieg. Rostock will laut Thiele „nachhaltig“ arbeiten, er nennt den 1. FC Magdeburg als Beispiel, der jüngst aufgestiegen ist.

In der zurückliegenden Spielzeit belegten die Rostocker den sechsten Tabellenplatz – noch ein gutes Stück entfernt von der Spitze. Hinter Thiele liegt ein ordentliches Halbjahr, er wurde bei dem Ex-Bundesligisten von der Ostsee „gut aufgenommen“. „Ich habe mich sehr gut eingelebt, ich fühle mich wohl.“ Die 3. Liga wird keine Wohlfühloase. Thiele weiß um die enorme Leistungsdichte der dritthöchsten Spielklasse. Die namhaften Absteiger Eintracht Braunschweig und 1. FC Kaiserslautern wie auch den Karlsruher SC hat der Sportchef auf der Rechnung, auch Aufsteiger 1860 München sieht er erwähnenswert an.

„1860 spielt nicht nur um den Klassenerhalt“, befindet Thiele. Und da ist man wieder bei seinem Ex-Verein. Die Aalener sieht der Aalener nicht als eine der schlechteren Mannschaft in dem großen Konkurrenzfeld. „Der VfR spielt eine sorgenfreie Saison. Ein einstelliger Tabellenplatz ist möglich“, schätzt Thiele ein.

Den personellen Umbruch auf der Ostalb bewertet der Manager positiv. „Der VfR ist gut aufgestellt“, merkt Thiele an.

Zweimal schwäbischen Besuch

Die Parallele zum VfR: Auch Thiele bastelte kräftig am neuen Hansa-Kader, bisher stehen acht Neuzugänge fest. Bei Aalens Neuzugängen hebt er Patrick Funk und Royal-Dominique Fennell – beide stammen aus dem Schwäbischen – hervor.

Aus dem Schwäbischen bekommt Thiele in der nächsten Saison gleich zwei Mal Besuch. Der VfR reist an und im DFB-Pokal treffen die Rostocker in der ersten Runde auf den VfB Stuttgart. Die Hansa-Saison startet am Sonntag – mit dem Trainingsauftakt. Dann ist die Urlaubszeit vorbei für Thiele. Aber er wohnt ja dort wo andere Urlaub machen.

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