Karrer: Die Bedürfnisse erkennen

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 Bei der Dekanatskonferenz vor dem Salvatorheim: von links stellvertretender Dekan Pater Jens Bartsch, stellvertretender Dekan P
Bei der Dekanatskonferenz vor dem Salvatorheim: von links stellvertretender Dekan Pater Jens Bartsch, stellvertretender Dekan Pius Adiele, Weihbischof Matthäus Karrer, Dekan Robert Kloker. (Foto: Sibylle Schwenk)
Aalener Nachrichten

In der Abschlussphase des Kirchentwicklungsprozesses „Kirche am Ort – Kirche an vielen Orten gestalten“ hat die Konferenz der hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des katholischen Dekanats Ostalb stattgefunden. Weihbischof Matthäus Karrer war dabei zu Gast im Aalener Salvatorheim.

„Ich bitte Sie weiterhin, sehr achtsam unterwegs zu sein, um die Bedürfnisse der Menschen vor Ort zu erkennen“, sagte der Weihbischof. Er sei davon überzeugt, dass es nicht mehr nur den einen Plan gebe, sondern dass Kirche nur im Hier und Heute, in jeder noch so kleinen Gemeinde stattfinden und damit nah am Menschen sein könne. „Die Bedürfnisse sind überall anders“, führte Karrer aus. Er lud die Mitarbeiter ein, diesen Perspektivwechsel nie außer Acht zu lassen.

Strukturen wurden überprüft

„Kirche am Ort – Kirche an vielen Orten gestalten“ stand unter vier Grundhaltungen: „Wertschätzen, erwarten, vertrauen und lassen“. Mit diesen Haltungen im Blick machten sich die Seelsorgeeinheiten des Dekanats daran, ihre Kirchenstruktur, die kirchlichen Inhalte und Angebote zu überprüfen. „Manches musste auch losgelassen werden“, berichtete Dekanatsreferent Tobias Kriegisch. Und genau deshalb hatten er und sein Kollege Martin Keßler im Vorfeld der Konferenz eine Umfrage gestartet, die speziell das „Lassen“ in den Blick genommen hat. „Es fällt uns schwer, etwas zu lassen“, fasste Kriegisch die Rückmeldungen zusammen. Gottesdienste wie Fronleichnam würden mittlerweile in den Seelsorgeeinheiten oft zusammengelegt, was das Zusammenwachsen der Kirchengemeinde fördere; insofern ein positives „Lassen“. Es sei jedoch auch klar, dass dieses „Lassen“ nur sehr wenige Freiräume in den Kirchengemeinden geschaffen habe.

Das Zulassen ist wichtig

Weihbischof Matthäus Karrer stellte heraus, dass es nicht nur ums „Weglassen“, sondern auch ums „Zulassen“ gehen müsse. In seiner offenen, leidenschaftlichen und authentischen Art machte der Weihbischof den Anwesenden im Salvatorheim Mut, dieses „Zulassen“ zu üben und dabei immer im Blick zu haben, „wofür wir als Christen und als katholische Kirche stehen“.

In einer regen Austauschrunde stand Weihbischof Karrer unter der Moderation von Dekan Robert Kloker Rede und Antwort. Immer wieder betonte er die Achtsamkeit. „Wir brauchen Geduld und einen langen Atem, um mit den Menschen neu ins Gespräch zu kommen.“

Im Vorfeld der Dekanatskonferenz fand eine Andacht in der Salvatorkirche statt. Pfarrer Wolfgang Sedlmeier ging auf die Geschichte der Kirche ein. Im gemeinsamen Beten und Singen stimmte man sich auf die Konferenz ein.

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