Kalthalle macht Dewangen zum Sportzentrum Welland

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Der Vorsitzende des TSV Dewangen, Thomas Schnell, kann den Baubeginn für die Kalthalle kaum noch erwarten. Entstehen wird diese
Der Vorsitzende des TSV Dewangen, Thomas Schnell, kann den Baubeginn für die Kalthalle kaum noch erwarten. Entstehen wird diese hinter dem Vereinsheim des Tennisclubs Dewangen auf der Fläche, auf der ein mit Sand aufgeschütteter Bolzplatz seit Jahren sein ungenutztes Dasein fristet (rechts im Foto). (Foto: peter schlipf)
Redakteurin/DigitAalen

In Dewangen geht es weiter voran. Die Neue Mitte ist auf der Zielgeraden, weitere Projekte wie das Sonnendorf und eine Wohngemeinschaft für intensiv pflegebedürftige Menschen sind in Planung. Ein Großprojekt startet jetzt auch der TSV Dewangen. In den nächsten Wochen soll der Baubeginn für die rund eine halbe Million Euro teure Kalthalle sein, die bis November hinter dem Vereinsheim des Tennisclubs Dewangen entstehen soll. „Nach deren Fertigstellung können wir mit Stolz und Recht behaupten, in Dewangen ein Sportzentrum Welland zu haben“, sagt der Vorsitzende des TSV Dewangen, Thomas Schnell.

Der TSV Dewangen hat seine Hausaufgaben im Rahmen des Sportentwicklungsplanes der Stadt Aalen gemacht. Und es habe sich herauskristallisiert, dass Dewangen im Gegensatz zu anderen Stadtbezirken auch bei der Investition in neue Sportanlagen das Nachsehen hatte, sagt Schnell. Die Wellandhalle sei mit 648 Quadratmetern Fläche zu klein. „Bei dem großen Angebot des TSV, der steigenden Mitgliederzahl des Traditionsvereins und einer immer weiter wachsenden Gemeinde stoßen wir mit der Wellandhalle als einzige Ganzjahressportmöglichkeit an unsere Grenzen.“ Morgens werde diese von der Schwarzfeldschule für den Sportunterricht genutzt und von 16 bis 22 Uhr sei sie für Kursangebote des TSV komplett belegt.

Unzweckmäßige Freilufthalle ist nicht infrage gekommen

Insofern sei schnell klar gewesen, dass eine Alternative geschaffen werden muss. Auch um den Fußballspielern im Winter eine Ausweichmöglichkeit fürs Training zu bieten. Anstelle einer Freilufthalle wie sie die TSG Hofherrnweiler-Unterrombach plant, habe sich der TSV Dewangen bewusst für eine Kalthalle, also einen überdachten, geschlossenen, aber belüfteten Sportplatz entschieden. „Wenn wir schon Geld in die Hand nehmen, dann für etwas, das das ganze Jahr über problemlos genutzt werden kann“, sagt Schnell. Eine Freilufthalle, in der es kalt sei, in die es hineinregne und der Kunstrasen aufgrund der Nässe glitschig werde, sei nicht infrage gekommen. Das sei spätestens nach einer Besichtigung der McArena in Schorndorf klar gewesen.

Der Bau der Kalthalle, die ganzjährig allen Abteilungen des TSV Dewangen die Möglichkeit bieten soll, dort Sport zu treiben, kostet zwischen 460 000 und 500 000 Euro. Mit 40 Prozent beteiligt sich die Stadt Aalen an der Finanzierung, einen Teil wird auch der Württembergische Landessportbund beisteuern. Der Rest werde über Sponsoren und Eigenmittel gestemmt, sagt Schnell, der stolz darauf ist, das Ganze ohne eine Beitragsanpassung für die Mitglieder des Vereins stemmen zu können.

Mit 1035 Quadratmetern wird die neue Kalthalle fast doppelt so groß sein wie die Wellandhalle. In erster Linie soll diese dem Angebot des TSV Dewangen vorbehalten sein und dazu beitragen, die Trainingsarbeit mit dem Sportverein Germania Fachsenfeld 1912 (SVG) besser zu vernetzen, mit dem seit 2007 im Ringen und seit 2013 im Fußball eine Kooperation besteht. Aber auch umliegende Vereine könnten die Kalthalle nutzen, die am Wochenende zudem als Soccer-Arena von Hobby- oder Firmenmannschaften gebucht werden könne. Hier könnten zudem Trainingslager von auswärtigen Vereinen oder Feiern und Veranstaltungen über die Bühne gehen, sagt Schnell. Durch die Auslagerung von Kursen des TSV in die Kalthalle werde indes in der Wellandhalle Platz geschaffen, um dort weitere Angebote für die Mitglieder anbieten zu können. Darüber hinaus könnte auch der Tennisclub (TC) Dewangen diese im Winter nutzen.

In November soll im Neubau gekickt werden können

Entstehen wird die 45 Meter lange und 23 Meter breite Kalthalle hinter dem Vereinsheim des TC Dewangen, wo derzeit noch ein mit Sand aufgeschütteter Bolzplatz sein seit Jahren ungenutztes Dasein fristet. Auf der Suche nach einem geeigneten Standort für den Neubau sei die unmittelbare Nähe zum Sportplatz und zur Wellandhalle wichtig gewesen, sagt Schnell. Die Alternative, die Kalthalle direkt neben der Wellandhalle auf der Wiese zu realisieren, habe man verworfen. Damit wären die Parkmöglichkeiten weggefallen, die bei Veranstaltungen in der Wellandhalle und auf dem Sportplatz dringend benötigt werden.

Mit dem Bau der Kalthalle soll es in den kommenden Wochen losgehen, sagt Schnell. Die Finanzierung und die Planung stünden seit langem. Auch das Dach des Neubaus sei bereits an eine Photovoltaik-Firma aus Ellwangen vermietet. Die Kalthalle realisieren wird die Firma Gropper Hallen aus Markt Rettenbach, die bereits die Reithalle in Hüttlingen erstellt hat. Erklärtes Ziel sei es, im November in der Kalthalle kicken zu können, sagt Thomas Schnell. „Bürokratiehürden hin oder her.“

Dass die Kalthalle eine Investition in die Zukunft des TSV Dewangen ist und den Verein noch attraktiver macht, davon ist Schnell überzeugt. Und nach der Fertigstellung der neuen Sportstätte könne man zu Fug und Recht behaupten, dass es in Dewangen ein Sportzentrum Welland gibt. Gemeinsam mit Fachsenfeld verfüge man dann über zwei Sporthallen, zwei Sportrasenplätze, einen Kleinspielfeldkunstrasenplatz und eine Kalthalle. Und das alles ohne in die Länge gezogene Fusionsgespräche und Planungen, sagt Schnell und denkt an die geplante Verschmelzung des MTV Aalen, der DJK Aalen und dem TSV Wasseralfingen. Im Welland gehe es dann eben doch unkomplizierter und schneller.

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