Junge Philharmonie hat viel vor

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Auch in diesem Jahr hat die Junge Philharmonie Ostwürttemberg (JPO) mit ihrem Dirigenten Uwe Renz viel vor.
Auch in diesem Jahr hat die Junge Philharmonie Ostwürttemberg (JPO) mit ihrem Dirigenten Uwe Renz viel vor. (Foto: Archiv: thomas Siedler)
Schwäbische Zeitung
Viktor Turad
Freier Mitarbeiter

Auch in diesem Jahr hat die Junge Philharmonie Ostwürttemberg (JPO) einige hochkarätige Konzerte im Programm. Dies ist bei der Mitgliederversammlung des rund 200 Köpfe starken Fördervereins im Aalener Landratsamt deutlich geworden. „Das Jahr verspricht viel Interessantes“, brachte es Ostalb-Landrat Klaus Pavel als Vorsitzender des Vereins auf den Punkt.

Bei ihrem Frühjahrsprojekt hat die Junge Philharmonie, in der die talentiertesten Musiker aus ganz Ostwürttemberg gemeinsam spielen, heuer Ludwig van Beethoven und Anders Koppel auf dem Programm. Mit ihm gastiert sie unter Dirigent Uwe Renz am 23. April in Schwäbisch Gmünd, am 28. April in Aalen, am 5. Mai in Heidenheim, am 6. Mai bei einem Benefizkonzert in Abtsgmünd und am 7. Mai in Neresheim zur Eröffnung der sanierten Härtsfeldhalle. Am 21. Juli konzertiert sie auf der Kapfenburg aus Anlass der Festivaleröffnung. Im Herbst wirkt die JPO mit an einem Gemeinschaftsprojekt aus Anlass des Reformationsjubiläums.

Im vergangenen Jahr, blickte Pavel zurück, sei der erstmalige Auftritt beim Oettinger Residenzkonzert ein voller Erfolg gewesen. Dasselbe gelte für das Konzert im Lokschuppen in Heidenheim, bei dem sechs Musiker des JPO und sechs Musiker der Capella das Publikum restlos begeistert hätten. Auch in den nächsten Jahren dürfe man sich auf diese Lunchkonzerte freuen, da das Projekt bis 2020 von der „Lernenden Kulturregion Schwäbische Alb“ gefördert werde. Bei ihr geht es darum, auf Initiative der Kulturstiftung des Bundes das kulturelle Leben im ländlichen Raum zu entwickeln.

Bei der JPO gebe es jedes Jahr neue Projekte und neue Aufführungsorte, freute sich Geschäftsführer Holger Kreuttner. Besonders spektakulär sei das Konzert in der fürstlichen Residenz in Oettingen gewesen. Der frühere Geschäftsführer Günter Höschle nannte die Junge Philharmonie denn auch ein Aushängeschild für die Region.

Die JPO sei wichtig für die Musikschulen der Region, denn die Schüler müssten ein Ziel haben, auf das sie hinarbeiten könnten, sagte Friedemann Gramm, der Leiter der Schwäbisch Gmünder Musikschule und Regionalvorsitzende der Musikschulen. Von einem kleinen Überschuss sprach Schatzmeister Ludger Kirschey, dem Markus Frei und Kamran Ehsani eine vorbildliche Kassenführung bescheinigten.

Zur Co-Geschäftsführerin zusammen mit Holger Kreuttner wurde Ines Mangold gewählt. Sie löst Judith Bildhauer ab, die die Projektleitung der „Lernenden Kulturregion“ übernommen hat. Ines Mangold ist als Kulturbeauftragte beim Ostalbkreis tätig.

Diesmal nicht in Ellwangen

Hans Rieger kritisierte, dass das Mittelzentrum Ellwangen in diesem Jahr im Programm der JPO nicht stattfinde, dafür aber die Unterzentren Abtsgmünd und Neresheim. Das sei Zufall, beruhigte ihn Pavel mit dem Hinweis, in Abtsgmünd gehe es um ein Benefizkonzert und in Neresheim um die Neueröffnung einer Halle. Das JPO sei schon häufig in Ellwangen gewesen und werde sicherlich 2018 wieder dort auftreten. Pavel: „Das waren immer schöne, hervorragend besuchte Konzerte und wir fühlen uns in Ellwangen immer gut aufgehoben!“

Die Junge Philharmonie wirkt im Herbst an einem großen Projekt in der Region aus Anlass des Reformationsjubiläums mit, berichtete Kirchenmusikdirektor Thomas Haller bei der Mitgliederversammlung der JPO im Landratsamt. Zum Doppeljubiläum „250 Jahre Stadtkirche Aalen“ und „500 Jahre Reformation“ hat die Kirchengemeinde einen Kompositionsauftrag an den Aalener Komponisten Edgar Mann vergeben.

Entstanden und fast fertiggestellt ist die Symphonische Kantate 500 Jahre Reformation „Merket auf, alle, die in dieser Zeit leben“ (Ps 49,2) für Sopran, Chöre, großes Orchester und Kirchenglocken. Mit im Programm sind Petr Ebens „Moto ostinato“ aus der Sonntagsmusik in Orchesterfassung und Felix Menelssohn-Bartholdys Sinfonie Nr. op. 107, die „Reformations-Sinfonie“.

Mann vertont zentrale Texte und Lieder der reformatorischen Geschichte in vier Sprachen, nämlich deutsch, lateinisch, griechisch und hebräisch. Neben einem riesigen Aufgebot an Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen werden laut Haller alle Instrumente der Räume eingesetzt – Orgel, Klavier und Kirchenglocken. Dazu kommt die JPO als großes Symphonieorchester. Neben der Jungen Philharmonie singen und spielen die Aalener Chorschule und die Kantoreien aus Aalen, Schwäbisch Gmünd (Leitung: Thomas Brückmann), Metzingen und Giengen. Die Gesamtleitung hat Thomas Haller. Beteiligt sind 400 bis 500 Musiker, von denen pro Aufführung rund 200 aktiv sind. Uraufführung ist am Reformationstag, 31. Oktober, um 18 Uhr in der Stadtkirche in Aalen. Weitere Konzerte: 1. November, 18 Uhr, Metzingen; 4. November, 18 Uhr, Giengen; 5. November, 18 Uhr, Schwäbisch Gmünd.

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