Jubel um Virtuosi auf Trompete und Orgel

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 Viel Beifall erhielt das Duo Stadtfeld-Rahn für das Neujahrskonzert in der Aalener Salvatorkirche.
Viel Beifall erhielt das Duo Stadtfeld-Rahn für das Neujahrskonzert in der Aalener Salvatorkirche. (Foto: Peter Schlipf)
Johannes Müller

Eine faszinierende Mischung aus alter und neuer Musik hat das Duo Stephan Stadtfeld und Stephan Rahn beim Neujahrskonzert in der Salvatorkirche Aalen geboten. Im Namen der Pfarrgemeinde hieß Helmut Erhardt etwa 150 Besucher willkommen , die trotz des schneereichen Wetters am Samstagabend zum Konzert gekommen waren.

Die beiden Musiker sind in Aalen keine Unbekannten. Konzertierten sie doch vor zwei Jahren schon einmal hier. Außerdem wurde Stephan Rahn in Aalen geboren, in der Salvatorkirche getauft und wuchs bis zu seinem sechsten Lebensjahr in Aalen auf. Dann zog er mit seinen Eltern nach Speyer und nutzte dort die optimalen musikalischen Ausbildungsmöglichkeiten.

Er studierte an den Musikhochschulen Köln, Berlin und Karlsruhe, wurde Konzertpianist und Kirchenmusiker, als solcher auch versierter Organist und Chorleiter. Nach international erfolgreichen Konzertreisen tat er sich vor zehn Jahren mit dem Duopartner Stephan Stadtfeld, Trompeter des Berliner Konzerthausorchesters, zusammen. Im Auftrag des Goethe-Instituts konzertierten sie seither in vielen Ländern der Erde.

Ein ungewöhnliches Intro

Bunt und vielseitig präsentierte sich auch ihr Programm. Recht ungewöhnlich war ihr Intro mit dem Adagio des Concierto de Aranjuez. Das Stück von Joaquin Rodrigo (1901 bis 1900) kennt man sonst in der Fassung für Orchester und Gitarre. Das Duo stellte es nun in seiner interessanten Bearbeitung für Trompete und Orgel vor. Die Akkordfolge des Saiteninstrumentes klang auch auf der Orgel durch, ließ aber die strahlende Dominanz der Trompete.

Als Meister der Registrierung erwies sich Rahn bei seinem Orgelsolo der weihnachtlichen Komposition „Noel X Grand Jeu et Duo“ des Franzosen Louis Claude Daquin (1604 bis 1772). In der Gegenüberstellung zweier unterschiedlicher Registrierprogramme nutzte Rahn die vielen Möglichkeiten der Salvatororgel. Sämtliche Zungen kamen in diesem farbigen Dialog zum Erklingen. Stilistisch reichte die Palette von intimer Hirtenmusik bis zu tänzerischen Elementen höfischer Klangpracht.

Die stringenten Strukturen der Musik Johann Sebastian Bachs prägten den Weihnachtschoral „Kommst du nun Jesu vom Himmel herunter“. Die Trompete ließ den Cantus firmus majestätisch hervortreten. Durch die gewisse Trompetenschärfe wurde auch der allseits bekannte Choral „Jesu bleibet meine Freude“ zum neuen Hörerlebnis. Bei Max Regers „Mariä Wiegenlied“ griff Stadtfeld zum Flügelhorn, übersetzte damit die Klavierbegleitung und verlieh dem innigen Lied den weichen Charakter.

Mit dem Präludium und Fuge g-Moll von Johannes Brahms kam eine düstere Farbe ins Programm. Trotz des rasanten Tempos blieben Stephan Rahns Läufe transparent – eine virtuose Leistung im kongenialen Zusammenspiel mit der Trompete. Eine neue, interessante Note brachte die Sonate des Dänen Thorvald Hansen (1847 bis 1915) für Kornett und Orgel. In den drei Sätzen des für das dänische Königshaus komponierten Werkes demonstrierten die beiden Musiker einen Stimmungswechsel vom überschwänglich feurigen Allegro über das ausdrucksstarke Andante zum bewegten Final-Allegro. Endlich durfte die Trompete Stephan Stadtfelds nach Herzenslust und mit großer Virtuosität schmettern. Da konnten die Zuhörer mit ihrem Beifall nicht zurückhalten.

Die Paraphrasen über „Tochter Zion“ des Franzosen Alexandre Guilmant (1837 bis 1911) boten Gelegenheit zum Weiterentwickeln bis zur fulminanten Steigerung. Nun war das Tor geöffnet zu Händels Variationen über „Gloria in excelsis deo“, auch bekannt als das unverwüstliche Weihnachtslied „Engel auf den Feldern sangen“. Da ließ das Duo Stadtfeld-Rahn nochmals den ganzen Festesjubel erschallen, wofür sich die Besucher mit starkem Beifall bedankten. Das Duo verabschiedete sich mit dem „Abendsegen“ aus Humperdincks „Hänsel und Gretel“.

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