So flott und tanzbar kann Jazz sein: Cosmo Klein (am Mikro) und The London Palladium Marvin Gaye Show ließen im „Goldenen Lamm“
So flott und tanzbar kann Jazz sein: Cosmo Klein (am Mikro) und The London Palladium Marvin Gaye Show ließen im „Goldenen Lamm“ die Puppen tanzen. (Foto: Peter Schlipf)

Weiter geht’s am Dienstag, 6. November, ab 19.30 Uhr im Kino am Kocher mit dem Trio De Lucs und dem Dominic J. Marshall Trio. Das komplette Programm findet sich auf www.aalener-jazzfest.de. Es gibt für alle Veranstaltungen Tickets bei allen bekannten Vorverkaufsstellen oder bei kunterbunt, Telefon 07361 / 4606444 und www.aalener-jazzfest.de

Es dauerte nur wenige Minuten, dann fühlten sich alle wieder wohl. Nach genau 20 Jahren ist das Aalener Jazzfest zu seinen Anfängen und damit ins Hotel Goldenes Lamm in Unterkochen zurückgekehrt. Dass mit Tiwayo und The London Palladium Marvin Gaye Show zwei Acts auf der Bühne standen, die ganz wunderbar ins Ambiente passten, tat ein Übriges zu einem gelungenen Auftaktabend.

Wo gearbeitet wird, da passieren Fehler. Mit Blick auch auf die Sicherheitsbestimmungen hatte das Jazzfest den Abend nach 200 Besuchern als „ausverkauft“ vermeldet. Es wäre aber sicher noch Platz für den einen oder anderen Jazzfan gewesen. Der positive Nebeneffekt: Die, die Karten bekommen hatten, hatten dafür genügend Platz zum Tanzen.

Platz zum Tanzen

Den durften sie schon bei der ersten Band nutzen. Tiwayo aus Paris machen Musik, die lange vor der Geburt sämtlicher sechs Bandmitglieder hätte geschrieben werden können. Sänger und Gitarrist Tiwayo, der auf der etwas niedrigen Bühne mangels Körpergröße kaum über das Publikum blicken konnte, ist auf jeden Fall ein großer Musiker, ein wahrer „Bluesman“.

Wenn auch keiner, der nur den Blues kennt. Soul, Gospel, Rock, Reggae, auch gerne mal nur mit der akustischen Gitarre begleitet, alles dabei, alles getragen von einer großartigen Stimme, die man in diesem Körper gar nicht vermutet hätte. Als Gitarrist mag er seine Vorbilder nicht verhehlen, Jimi Hendrix schimmert durch, aber auch Prince und andere Größen, die trotz Erfolgs ihre Blueswurzeln nie vergaßen. Die Texte entführen in die Südstaaten der USA, Memphis, Louisiana, Texas. „A Ride On The Nighttrain“, „Long Way From Home“, „Love Me Like You Say“ oder „Take Me Where I Long To Be“, ein ganz zartes Stück ganz zum Schluss.

Anschließend gehörte die Bühne dem Berliner Sänger Cosmo Klein und The London Palladium Marvin Gay Show, Motown pur, sexuell und romantisch aufgeladen. Das Hütchen sitzt, die Band im Hintergrund kann wirklich alles spielen – die Marvin Gaye Show ist in der Tat ein Ereignis. Peter Weniger am Saxofon zum Beispiel, da gibt’s nur Wenige, die besser sind, oder Jost Nickel am Schlagzeug – um nur zwei aus der sechsköpfigen Band heraus zu greifen.

Das Marvin-Gaye-Projekt lässt Band und Sänger alle Möglichkeiten zwischen Vollgas und ganz leise. „Können wir mal das Licht etwas dimmen?“, fragt Cosmo Klein Richtung Technik, „wir brauchen’s jetzt muckelig.“ Ja, Marvin mag’s manchmal muckelig, er kann aber auch anders. Die Band erinnert an das legendäre Konzert von Marvin Gaye im Londoner Palladium aus dem Jahr 1976 – daher der Name. „Mercy Mercy Me“ zum Beispiel, oder „Trouble Man“. Und Cosmo Klein hat ihn drauf, den Motown-Marvin-Gaye-Sound. „Als ich so 17, 18 Jahre alt war, da hab’ ich Metal gemacht“, gesteht der Berliner dem Publikum, „als ich auf einer Party Marvin Gaye gehört habe, da haben mich die Energie und die Arrangements weg gebeamt.“ Kompliment zurück: So ging’s auch dem Aalener Publikum.

Ingo Hug, Mastermind des Aalener Jazzfests und des veranstaltenden Vereins kunterbunt, zieht im „Goldenen Lamm“ zufrieden Bilanz und ist jedenfalls „froh, nach 20 Jahren wieder hier zu sein, ein toller Auftakt“. Es wird nicht die einzige Änderung beim 27. Aalener Jazzfest sein. Das große Zelt, das im Vorjahr zwar bei den Jazzfans gut ankam, ob seiner Lage mitten auf der Stuttgarter Straße aber nicht unumstritten war, ist Geschichte. Hauptveranstaltungsort ist nun die Stadthalle, in der von Donnerstag bis Samstag der Jazz regiert und 15 Acts – darunter Gloria Gaynor und Michael Wollny – auftreten werden.

Weiter geht’s am Dienstag, 6. November, ab 19.30 Uhr im Kino am Kocher mit dem Trio De Lucs und dem Dominic J. Marshall Trio. Das komplette Programm findet sich auf www.aalener-jazzfest.de. Es gibt für alle Veranstaltungen Tickets bei allen bekannten Vorverkaufsstellen oder bei kunterbunt, Telefon 07361 / 4606444 und www.aalener-jazzfest.de

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