Jazz zur Tea Time

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 Fünf smarte Jungs aus Christchurch, allesamt Studenten der Musikhochschule Birmingham, haben als The Ben Dwyer Xperiment ein Ko
Fünf smarte Jungs aus Christchurch, allesamt Studenten der Musikhochschule Birmingham, haben als The Ben Dwyer Xperiment ein Konzert an der Musikschule Aalen gegeben. (Foto: Gerhard Krehlik)
Gerhard Krehlik

Die Auftritte der Taverners Bigband aus Aalens englischer Partnerstadt Christchurch an den Reichsstädter Tagen sind legendär. Mittlerweile ist die nächste Generation, junge Musiker im Alter von 19, 20 Jahren, musikalisch unterwegs. The Ben Dwyer Jazz Xperiment lud am Samstagnachmittag, zur englischen Tea Time also, zu einer Session in die Musikschule ein.

Bandleader ist Ben Dwyer, Sohn von Adrian Dwyer, der damals die Geschäfte der Taverners Big Band führte und auch heute noch bei den Taverners mitspielt. Dessen Vater wiederum, Jack Dwyer, hat ab dem Beginn der Städtepartnerschaft über viele Jahre den „Letter from Christchurch“ für die Leser der „Aalener Nachrichten / Ipf- und Jagst-Zeitung“ geschrieben und über den Aalener Journalisten Johannes Müller den Kontakt zu Aalen gepflegt.

Über diese langjährige Verbindung freute sich auch der Aalener Partnerschaftsverein. In dessen Namen überreichte Hildegard Stehle den jungen englischen Jazzern beim Konzert in der Musikschule einen Zuschuss zu den Reisekosten.

Fünf smarte Jungs von der Musikhochschule Birmingham

Die fünf smarten Jungs studieren alle an der Musikhochschule in Birmingham und präsentierten sich im Herbert-Becker-Saal der Aalener Musikschule als quicklebendige, durchaus schon versierte Jazzband, die mit jugendlicher Spontanität und Spielfreude zur jazzigen Sache ging.

In Tunes wie etwa „Bolivia“ von Cedar Walton oder „Sly“ von Herbie Hancock, aber auch in diversen Eigenkompositionen von Bandleader Ben Dwyer überzeugten vor allem die beiden Bläser, Ben Dwyer auf dem Tenorsaxofon und Ashton Smith auf der Trompete.

Kreative und virtuos gestaltete Soli prägten das Spiel der beiden Frontmänner. Immer wieder ging es die Tonleitern und Intervallsprünge in halsbrecherischem Tempo rauf und runter. Dazwischen gab es dann auch mal gefühlvoll interpretierte, ruhigere Takte quasi als Verschnaufpause. Der junge Lucas Kelly am E-Piano steuerte ganz cool und filigran seine Breaks bei und für das musikalische Fundament sorgte mit wummerndem Bass und dem ein oder anderen Solo George Vattufelly. Andrew Duncan hielt das Ganze auf dem Drumset mit unermüdlichem Drive rhythmisch am Laufen und präsentierte sich auch bei einigen Soli als souveräner und versierter Drummer.

Die fünf Jungs hatten aber nicht nur ihre Musik im Gepäck, sondern auch eine politische Botschaft. „Brexit ist Mist“, stellten sie klar. Diese fünf jungen Musiker zumindest wollen nicht raus aus der EU. Und aus dem Publikum kam prompt die Antwort: „Wir wollen euch auch behalten.“

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