Jazz-Requiem im Big-Band-Sound

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 Saxofonist Wolfgang Schmidtke und Jazzpianist Roman Babik übernehmen die improvisierten Passagen von Lindbergs Jazz-Requiem, da
Saxofonist Wolfgang Schmidtke und Jazzpianist Roman Babik übernehmen die improvisierten Passagen von Lindbergs Jazz-Requiem, das die Kantorei Aalen am Sonntag, 24. November, präsentiert. (Foto: Heinrich Cuypers)
Johannes Müller

Die Kantorei Aalen präsentiert es als württembergische Erstaufführung am Ewigkeitssonntag, 24. November, das Jazz-Requiem des schwedischen Komponisten Nils Lindberg. Los geht es um 18 Uhr in der Stadtkirche.

Nur einen Sonntag später, nachdem der Konzertchor der Oratorienvereinigung Aalen das Mozart-Requiem in der Stadthalle gesungen haben wird, erwartet vor allem junge Zuhörer ein Requiem in moderner Musiksprache in der Stadtkirche. Die frühkirchlichen lateinischen Texte der Totenmesse erklingen im Big-Band-Sound, vertont von dem 86-jährigen Nils Lindberg.

Die Kantorei, unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Thomas Haller und Max Piringer, wartet mit einer spektakulären Aufführung für großen Chor, Solisten und Instrumentalisten in Big-Band-Besetzung auf. Der umfangreiche Klangkörper wird also die Empore ganz in Beschlag nehmen. Der international tätige Saxofonist Wolfgang Schmidtke und sein Jazzpianist Roman Babik aus Wuppertal übernehmen die improvisierten Passagen des Werkes. Schmidtke ist übrigens der Schwager von Thomas Haller und konzertiert mit seinen Ensembles bei internationalen Festivals und Rundfunkanstalten.

Die höchst anspruchsvollen Vokalpartien gestalten Tatjana Charalgina aus der russischen Stadt Swerdlowsk (Sopran), Cornelia Lanz (Mezzosopran) und der Georgier Beka Bachukuri (Bariton), der derzeit Jazzgesang in München studiert.

Meditative Saxofonsoli verbinden die einzelnen Teile, darunter ein packendes „Tuba mirum“ und ein hinreißendes Sanctus im Samba-Rhythmus. Lindbergs Requiem gelingt es, den altkirchlichen Totengesang in eine Sprache für die Menschen von heute zu übertragen, unmittelbar ansprechend in höchster kompositorischer Qualität. Die Big-Band setzt sich aus zehn Blechbläsern, vier Schlagzeugern und der Saxophonistin Daniela Müller mit ihrem preisgekrönten Ensemble aus Aalen sowie Bass und Flöten zusammen. Es singt die Aalener Kantorei und die Jugendkantorei.

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