Irrtum im Datum: DNA-Test ist am 28. Februar

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(Foto: Thomas Siedler)
Verena Schiegl

Ein zweiter Massen-Gentest startet kommende Woche im Mordfall-Bögerl. In einem Schreiben hat die Polizei die rund 1300 Männer angeschrieben, die bei der ersten DNA-Reihenuntersuchung nicht erschienen sind. Sie sollen am 29. Februar freiwillig ihre Speichelprobe abgeben und damit zur Aufklärung des schweren Verbrechens beitragen. Den 29. Februar gibt es in diesem Jahr allerdings nicht, sondern erst in zwei Jahren. Wolfgang Jürgens, Pressesprecher beim Polizeipräsidium Ulm, bedauert diesen Fehler im Anschreiben, der so nicht hätte passieren dürfen.

Ob die Polizei ein neues Schreiben versendet oder die Betroffenen auf die Schnelle anderweitig informiert, sei noch unklar. Fakt ist allerdings, dass der Massen-Gentest am 28. Februar im Amtsgericht in Neresheim stattfindet.

Die bei der ersten Reihenuntersuchung rund 1300 entnommenen anonymisierten Speichelproben seien laut Jürgens bereits zur Untersuchung in ein externes Institut geschickt worden. Dort werde schließlich ein DNA-Identifizierungsmuster erhoben und jede einzelne Probe mit den tatrelevanten Spuren im Mordfall Bögerl abgeglichen. Mit einem Ergebnis rechnet Jürgens in ein paar Wochen.

Ob die Polizei einen dritten Massen-Gentest in Erwägung zieht, hänge von der Anzahl an Männern ab, die am 28. Februar ihre Speichelprobe abgeben. „Wenn sich nur wenige beteiligen, werden wir darüber nachdenken und erneut ein Anschreiben versenden“, sagt Jürgens.

Die Sonderkommission (Soko) „Flagge“ zählt derzeit noch zwölf Polizeibeamte. Selbst, wenn der Massen-Gentest nicht zum Erfolg, also zu den Tätern führt, soll die Akte Bögerl nicht geschlossen werden. „Wir haben noch viele Spuren und Hinweise, die wir abarbeiten müssen“, sagt Jürgens. Bevor die Polizei nicht für jede Spur eine Erklärung gefunden habe, sei es unmöglich, die Soko aufzulösen.

Die DNA-Reihenuntersuchung findet am 28. Februar von 8 bis 16 Uhr im Erdgeschoss des Amtsgerichtes, Hauptstraße 2, in Neresheim, statt. Personalausweis oder Reisepass sind mitzubringen. Fragen beantworten die Beamten montags bis freitags von 8 bis 15 Uhr unter Telefon 07161 / 632222.

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