Interkulturelles Theaterprojekt hat Sppaß

Lesedauer: 4 Min
Der Regisseur vorneweg: Theaterpädagoge Siegfried Hopp leitet das interkulturelle Theaterprojekt der Stoa (Spiel- und Theaterwer
Der Regisseur vorneweg: Theaterpädagoge Siegfried Hopp leitet das interkulturelle Theaterprojekt der Stoa (Spiel- und Theaterwerkstatt Ostalb), das sich mit „Die Vögel“ von Aristophanes beschäftigt hat. (Foto: stoa)
Agnes Gloning

Infos: www.theaterwerkstatt.org

Ein interkulturelles Theaterprojekt der Stoa, der Spiel- und Theaterwerkstatt Ostalb, hat jüngst seine Arbeit bei einer Werkschau präsentiert. Das vom Landesverband für Amateurtheater Baden-Württemberg und der Stadt Aalen (Amt für Demographischen Wandel und Chancengleichheit) geförderte niederschwellige Projektangebot richtete sich an Sprachanfängerinnen und Sprachanfänger, an Bühnenneulinge und Spielerfahrene gleichermaßen.

Zur Aufführung kam das Stück „Die Vögel“ nach Aristophanes. Das Konzept des Projekts wurde von Theaterpädagogen Siegfried Hopp entwickelt, Hopp führt auch Regie.

Zum Inhalt: Zwei Menschen/Flüchtlinge, die aus triftigen Gründen ihre Heimat verlassen haben, wollen ins Reich der Vögel und gelangen tatsächlich an die Landesgrenze. Sie freuen sich nach der Grenzpassage über Freiheit, Wohlklang und Schönheit und darüber, keine Steuererklärung mehr ausfüllen zu müssen. Die Vögel entdecken die Eindringlinge und lehnen sie als Liebhaber von allerlei Geflügelgerichten vehement ab.

Vogel-Vollversammlung:Der Vogelkönig tritt auf den Plan

Der Vogelkönig tritt auf den Plan. Nach anfänglicher Ablehnung der Flüchtlinge will er sie anhören und beruft eine Vogel-Vollversammlung ein. Es kommt zu einem Tumult, weil die Vögel aus guten Gründen den Vogelfressern nicht vertrauen.

Doch der König greift zu einer List und meint, gerade von seinen Feinden könne man siegen lernen. So gewinnen die Menschen Oberwasser und machen die Vögel trotz ihrer Einwände begierig darauf, Macht zu erlangen.

Die Frage nach den Göttern steht im Raum

Die Frage nach den Göttern steht noch im Raum. Die Vögel meinen, den Menschen müsse man misstrauen, weil sie keine Gottheiten mehr verehren. Diese Ansicht können die Menschen widerlegen, weil sie den Vögeln klarmachen können, dass sich im Internet, ohne das kein Mensch mehr auskommt, Götter in größerer Anzahl als jemals aufhalten. Aus diesem Grund empfehlen sie auch den Vögeln, durch den Bau einer Stadt zwischen Himmel und Erde die Menschen dadurch zu entmachten, dass man sie von ihren Göttern trennt.

Die Vögel machen sich mit Elan an den Bau von Wolkenkuckucksheim. Als die Stadt fertig ist, brechen Langeweile und Hunger aus. Vermutlich hat niemand mehr daran gedacht, die Vogelsteuer in Form von Würmern und Insekten zu sichern und die Menschen träumen wieder von Hühnersuppe. Was noch schlimmer ist, ist die Tatsache, dass der digitale Markt seine Vertreter schickt, um die Bewohner der Stadt zu allerlei Konsum anzuregen.

Da der Bau der Stadt nichts genutzt hat und die Himmelsmächte Facebook, Google und Amazon allgegenwärtig sind, schließen Vögel und Menschen eine Art Waffenstillstand mit der Erklärung „Entspannt die Schnäbel und lasst die Krallen baumeln“. Man könnte auch behaupten, der Ausgang des Stückes ist offen.

Infos: www.theaterwerkstatt.org

Meist gelesen in der Umgebung
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen