Insolvenzverwalter für Gmünder Stahl+Edelguss bestellt

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 Die Gießereibranche steht unter Druck. Nachdem SHW CT in Wasseralfingen schließen musste, hat jetzt auch die Gmünder Stahl + Ed
Die Gießereibranche steht unter Druck. Nachdem SHW CT in Wasseralfingen schließen musste, hat jetzt auch die Gmünder Stahl + Edelguß Liquiditätsprobleme. (Foto: Archiv)
Aalener Nachrichten

Das Amtsgericht Aalen hat mit Beschluss vom 1. April den Sanierungsexperten Fritz Zanker von der Pluta Rechtsanwalts GmbH zum vorläufigen Insolvenzverwalter der Gmünder Stahl + Edelstahlguss GmbH & Co. KG bestellt. Grund für die Antragstellung sind Liquiditätsschwierigkeiten des Unternehmens.

Die Traditionsgießerei mit Sitz in Schwäbisch Gmünd beschäftigt derzeit 43 festangestellte Mitarbeiter. Deren Gehälter sind über das Insolvenzgeld für drei Monate gesichert.

Zanker hat sich mit seinem Team einen ersten Überblick über die Lage des Unternehmens verschafft, wie Pluta mitteilt. „Wir führen den Geschäftsbetrieb nahtlos fort. Die Mitarbeiter der Gießerei sind hochqualifiziert und motiviert. Wir sind zuversichtlich, eine Nachfolgelösung für den Traditionsbetrieb zu finden“, sagt Rechtsanwalt Zanker.

Die Branche steht unter Druck

Die Gießereibranche steht unter Druck. Viele traditionsreiche Unternehmen kämpfen mit hohen Kosten. Einige Gießereien mussten in den vergangenen Jahren Insolvenz anmelden. Die Firma mit Sitz in Schwäbisch Gmünd sanierte sich bereits im Jahr 2013 in einem Eigenverwaltungsverfahren. Ziel ist es nun, eine langfristige Lösung für die Gießerei zu erzielen.

Die Gmünder Stahl + Edelstahlguss ist auf hochwertige Gießereiprodukte spezialisiert. Das Unternehmen wurde 1881 unter dem Namen Giesserei Gatter als Familienbetrieb gegründet. 2018 erfolgte die Umfirmierung. Die Traditionsfirma entwickelt hochwertigen Guss in Vollform- und Hohlformverfahren für Werkzeuge, Pumpen und Armaturen. Stahl, Edelstahl und Sonderlegierungen stehen in der Produktion im Fokus. Das Unternehmen legt großen Wert auf die enge Zusammenarbeit mit dem Bundesverband der Deutschen Gießerei-Industrie (BDG) und den Hochschulen.

Wie geht es weiter mit SHW HP CT in Königsbronn?
Nur etwa ein halbes Jahr ist es her, dass die Gießerei SHW HPCT in Königsbronn ihre zweite Insolvenz überstanden hat. Doch seit einiger Zeit steckt das Unternehmen wieder in großen finanziellen Schwierigkeiten – ein Albtraum vor allem für die Mitarbeiter. Bei der IG Metall beschäftigt man sich intensiv mit den Entwicklungen, hat die SHW doch eine durchaus große Bedeutung für die Gewerkschaft.
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