In Dewangen geht es steil bergauf

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Einst stand in der Reichenbacher Straße 2 ein Zweifamilienhaus. Das Gebäude ist einem Projekt der Lebenswert Wohnen GmbH gewich
Einst stand in der Reichenbacher Straße 2 ein Zweifamilienhaus. Das Gebäude ist einem Projekt der Lebenswert Wohnen GmbH gewichen, die hier bis Sommer/Herbst 2019 einen Neubau errichtet, in dem intensiv pflegebedürftige Menschen in einer Wohngemeinschaft zusammenleben. Im Obergeschoss des Neubaus wird zudem eine neue Filiale für ambulante Pflege eröffnet. (Foto: Peter Schlipf)
Redakteurin/DigitAalen

Jahrelang ist in Dewangen nichts vorangegangen. Doch seit geraumer Zeit erwacht der Aalener Stadtbezirk aus seinem Dornröschenschlaf. Die Neue Mitte nimmt immer mehr Gestalt an, der Verbindungsweg Krähenfeld-Stollwiesen ist mittlerweile geteert, die neue Pumptrack-Anlage ist fertig gestellt und für das Sonnendorf liegt jetzt die Baugenehmigung vor. Doch damit nicht genug. Als neuestes Projekt wird in naher Zukunft auf dem Grundstück in der Reichenbacher Straße 2 ein Gebäude entstehen, in dem intensiv pflegebedürftige Menschen in einer Wohngemeinschaft zusammenleben.

Das Zweifamilienhaus in der Reichenbacher Straße 2 wurde vor zwei Wochen abgerissen. Jetzt ist der Weg frei für das Projekt, das die Lebenswert Wohnen GmbH hier für 1,4 Millionen Euro verwirklichen wird, die bereits in Wört und in Ellwangen-Neunheim eine Wohngemeinschaft für intensiv pflegebedürftige Menschen betreibt.

Der Neubau in Dewangen, der bis Sommer/Herbst 2019 fertig gestellt sein soll, bietet Platz für acht Patienten, die im Erdgeschoss auf 400 Quadratmetern untergebracht sind. Das können Menschen mit ALS, einer fortschreitenden Muskellähmung, oder Menschen mit Raucherlunge sein, die eine Dauerbeatmung brauchen. „Es sind Menschen, die sterben können, wenn man sie nur wenige Minuten aus den Augen lässt“, sagt der Geschäftsführer Rudolf Wiedmann. Als Bauherr und Vermieter tritt die Firma Lebenswert Wohnen GmbH auf, die den Mietern auch Pflegeangebote macht, die sie entweder bei Wiedmanns eigenem Intensivpflegedienst Lebenswert GmbH oder bei einem anderen Anbieter buchen können.

In der WG werden die Bewohner rund um die Uhr von Fachkräften betreut und gestalten ihr Leben selbstbestimmt und individuell. Sie haben Mitspracherecht bei der Auswahl von neuen Mietern und bei der Gestaltung der Wohnsituation und des Zusammenlebens. Sind die Mieter selbst dazu nicht mehr in der Lage, zum Beispiel Wachkoma-Patienten, übernimmt das ihr gesetzlicher Vertreter.

In unmittelbarer Nachbarschaft der ambulant betreuten Wohngemeinschaft wird in naher Zukunft ein Sonnendorf entstehen. Die Stadt habe den Bauantrag mittlerweile genehmigt, sagt der Ortsvorsteher Eberhard Stark. Noch im Herbst dieses Jahres sollen die Bauarbeiten für das Projekt starten, das die Sonnendorf GmbH gemeinsam mit der Kais GmbH aus Essingen verwirklicht. Auf dem Grundstück, das an das Gebäude grenzt, in dem die Ortsverwaltung interimsweise untergebracht ist, sollen in eineinhalb bis zwei Jahren zur Reichenbacher Straße ein Studentenwohnheim mit zehn Single-Appartements und ein Mehrfamilienhaus mit fünf Zwei- und Dreizimmerwohnungen entstehen. Im hinteren Bereich sollen acht Bungalows gebaut werden, die auf die Bedürfnisse von älteren Bürgern ausgerichtet sind.

Vor drei Wochen fertig gestellt wurde auch die Pumptrack-Anlage im Baugebiet Beckenhalde-Nord II. Bis sich die Kinder auf dem 37 auf 19 Meter großen Rundkurs mit Wellen und Steilkurven allerdings austoben können, müsse erst der eingesäte Rasen einwachsen, sagt Stark. Er geht allerdings davon aus, dass diese die 60 000 Euro teure Anlage zwischen Rotsoldfeldstraße, Alte Fachsenfelder Straße und dem Bolzplatz spätestens im Herbst nutzen können und nicht mehr nach Fachsenfeld fahren müssen.

Was lange währt, wird endlich gut. Dies trifft auf den Verbindungsweg Krähenfeld-Stollwiesen zu, der am vergangenen Freitag geteert wurde und es den Dewangern endlich ermöglicht, ohne großen Umweg die beiden Baugebiete zu Fuß und per Rad zu erreichen. In den nächsten Wochen sollen noch Pfosten angebracht werden, damit Autos den 356 Meter langen Weg nicht nutzen können, in den laut Stark rund 100 000 Euro investiert wurden. Auch Schilder sollen diesen ausschließlich für Fußgänger und Radfahrer ausweisen. Eine offizielle Einweihung sei nach den Sommerferien geplant.

Zügig gehen die Arbeiten in der Neuen Mitte voran. Eine Eröffnung des Welland-Marktes sei Mitte Oktober geplant. Wann das Rathaus seine Pforten öffnet hängt für Stark davon ab, wie zügig die Neugestaltung des drumherum liegenden Dorpfplatzes vonstatten geht. Die Vergabe für die Arbeiten sei erfolgt. „Eigentlich könnte es losgehen.“ Neben Sitzgelegenheiten, einem Spiel- und Aufenthaltsbereich und Parkplätzen sollen auch zwei E-Auto-Ladestationen installiert werden.

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