In der Krankenstation fehlt es an Wasser und Strom

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 Die Krankenstation ist dürftig eingerichtet. Dieser Raum ist Behandlungs- und Krankenzimmer.
Die Krankenstation ist dürftig eingerichtet. Dieser Raum ist Behandlungs- und Krankenzimmer. (Foto: Ulrich Geßler)
Freier Mitarbeiter

Die ganze Serie zum Nachlesen finden Sie unter www.schwaebische.de/helfenbringtfreude

Die Gegend ist trostlos: Sand, Sträucher und vereinzelt Bäume. Alles dürr, trocken. Leben scheint in diesem abgeschiedenen Landesteil von Mosambik nicht möglich zu sein. Und doch haben Menschen hier das Dorf Chinhequete gegründet. Sie hausen in aus Holz und Strauchwerk erstellten Hütten. Immerhin - der Ort verfügt über eine Krankenstation.

Dieser Krankenstation galt der Besuch der Delegation um den Präsidenten der Deutsch-Mosambikanischen Gesellschaft, Honorargeneralkonsul Siegfried Lingel. Die vielstündige Fahrt dorthin führte von Maputo zunächst über eine mit tiefen Schlaglöchern versehene Straße und weiter über Sandwege zur Krankenstation von Chinhequete.

Ein ausrangierter Autositz für die Kranken

Krankenstation, das ist ein kleines Haus, zwei Zimmer, zwischen den beiden Räumen eine Art Rumpelkammer. Der eine Raum dient der Krankenschwester und ihren beiden Helferinnen als Sprechzimmer. Mittendrin ein Schreibtisch. Für die Patienten steht ein ausrangierter Autositz bereit. Damit die Krankenschwester sich nicht zu tief hinabbeugen muss, wurde der Autositz auf eine Kiste montiert. Zur Einrichtung gehört außerdem eine Liege, älteren Datums versteht sich. Der andere Raum ist Patientenzimmer und Behandlungsraum zugleich. Drei Betten und eine Patientenliege haben gerade so Platz. Lediglich ein Vorhang schafft ein wenig Intimsphäre. Die Menschen, die hier medizinische Hilfe suchen, sind vielfach mit HIV infiziert, leiden unter Malaria oder Durchfall. Frauen kommen, um in der Krankenstation Kinder zu gebären.

Taschenlampen bei nächtlichen Geburten

Vor etlichen Monate fegte ein Sturm über Chinhequete hinweg. Mit voller Wucht traf er auch die Krankenstation, nahm das Blechdach mit und drückte die Fenster ein. Das Dach ist repariert. Die Fenster noch nicht. Das aber sollte dringend geschehen, bittet die Krankenschwester und sie hat noch einen weiteren Wunsch: Die Stromversorgung ist mangelhaft. Die kleine Fotovoltaik-Anlage auf dem Dach liefert viel zu wenig elektrische Energie. Bei nächtlichen Geburten behelfen sich die Krankenschwester und ihre zwei Helferinnen daher mit Taschenlampen.

Ein unhaltbarer Zustand, meint Lingel und Professor Florian Heinen, Vizepräsident der DMG und Ärztlicher Direktor der Kinderklinik an der Universität München, pflichtet ihm bei. Der Mediziner lobt indes das Engagement der drei Frauen. Was diese unter diesen Bedingungen leisteten, sei wirklich enorm.

Im Brunnen gibt es kein Wasser

Die Delegation wird bei ihrem Besuch mit einem weiteren Problem konfrontiert. In Cinhequete wurde ein Brunnen gebohrt, der die Luftlinie gut 800 Meter entfernte Krankenstation mit Wasser versorgen soll. Es fließt jedoch kein Wasser. Sauberes Wasser sei aber Voraussetzung für eine ordentliche Patientenversorgung, sagt Heinen. Lingel verspricht, dass sich die DMG um die technischen Probleme der Station kümmern werde.

Seit dem Jahr 2013 bittet die „Schwäbische Zeitung“ ihre Leser in der Advents- und Weihnachtszeit um Spenden für Menschen auf der Schattenseite des Lebens. Im Video erklären wir, wo die Spenden eingesetzt werden.

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