Im Kocher lauert Drei-Tonnen-Krokodil

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 Die neuste künstlerische Bereicherung im „Kies“ am Sieger-Köder-Weg: Ein barockes, fast drei Tonnen schweres Krokodil „lauert“
Die neuste künstlerische Bereicherung im „Kies“ am Sieger-Köder-Weg: Ein barockes, fast drei Tonnen schweres Krokodil „lauert“ im seichten ehemaligen Mühlkanal. (Foto: Markus Lehmann)
Freier Mitarbeiter

Mit einem Fanal wird die viel besuchte und nicht nur im Gästebuch der Besucher gefeierte Ausstellung „Unter Krokodilen“ in der Wasseralfinger Museumsgalerie am Sonntag enden. Kurator Joachim Wagenblast alias „Kroko-Joe“ wird in zwei spannenden Geschichten seine persönliche Beziehung zu den Panzer-Echsen erklären und ganz reale Erlebnisse aus der Ausstellung (die Vernissage war am 23. März) erzählen. Außerdem hat er sich seinen großen Wunsch verwirklicht: Im Kocher gibt es jetzt tatsächlich ein Krokodil – eine weitere Station im Sieger-Köder-Weg.

Das Gästebuch zeigt: Die Besucher dieser Ausstellung sind begeistert. Es ist voll mit Krokodilskizzen, Fotos, lobenden Worten. Ein Mädchen hat zum Beispiel geschrieben „Das Krokodil gehört zu uns.“ Von weit her kamen die Besucher. Aus Berlin, München, Bonn, Bayreuth, Stuttgart, Schwäbisch Gmünd. „Das Interesse war riesig“, freut sich Wagenblast, wundert sich aber, dass der Besucheranteil aus Aalen überschaubar bleibt und nur zwei Wasseralfinger Schulklassen sie besuchten. Drei große Städte wollten die Ausstellung zu sich holen.

Schon als Kind war Wagenblast von diesen Reptilien aus der Urzeit begeistert. Sie genießen zwar einen zweifelhaften Ruf, werden auch verehrt und haben sich in der Kunst niedergeschlagen. In der darstellenden wie in der literarischen.

Die Begeisterung ging so weit, dass er sich ein fast drei Tonnen schweres Sandsteinkrokodil eines bekannten Barock-Steinbildhauers in den Garten stellen wollte. Gegen diese Idee wurde aber zu Hause interveniert. Während die Ausstellung sich dem Ende neigte, hatte Wagenblast die zündende Idee: Das Krokodil gehört ins Wasser. Und zwar ins „Kies“ am Kocher, nur hundert Meter entfernt vom Museum und so eine Art Mittelpunkt des Sieger-Köder-Wegs. Mit einem Kran wurde das gewichtige Stück Barock-Kunst dann in den alten Mühlkanal des Kochers gehievt, es ist damit das älteste Kunstwerk auf dieser Kocher-„Insel“.

Schöne Licht- und Farbspiele

Gerne würde Wagenblast echte Krokodile im Kocher sehen. So weit auf den Klimawandel zu setzen, weiß Wagenblast, ist momentan noch unwahrscheinlich. Überzeugt ist er aber davon, dass das barocke Kocher-Krokodil aus besonders hartem Sandstein auch eine Klimakatastrophe unbeschadet überstehen wird.

Die zwei Geschichten wird er bei der letzten Führung (um 14.30 Uhr im Museum) erzählen. Eine heißt „Wie alles begann oder als die Krokodile in mein Leben krochen“, die andere „Das Kocher-Krokodil oder sie sind überall“. In der Geschichte wird auch aus dem Gedicht „Blaue Stunde“ zitiert, diese besondere Farbe in der Dämmerung hat Wagenblast auch am Kocher erlebt. Schöne Licht- und Farbspiele kann man auch im Kies beobachten – etwa am frühen Nachmittag, wenn die Sonne durch die Bäume bricht und sich im Wasser spiegelt. Und seit neuestem auf das „Kocher-Krokodil“.

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