„Ich bin jetzt erst einmal dran, etwas zu geben“

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„Ich bin jetzt erst einmal dran, etwas zu geben“ (Foto: sz)
Schwäbische Zeitung

Er ist derzeit der einzige Neuzugang – und dennoch ein alter Bekannter. Fabio Kaufmann wechselte vom Regionalligisten SSV Ulm zum Fußball-Zweitligisten VfR Aalen. Hier kickte der 20-jährige Aalener bereits acht Jahre in der Jugend. Unser Redakteur Timo Lämmerhirt wollte wissen, wie sehr er sich dennoch eingewöhnen musste.

Wann haben Sie das erste Mal erfahren, dass der VfR Sie auf der Liste hat?

Ich wurde zuerst ins Probetraining eingeladen. Die Verantwortlichen haben sich vorher ein paar Spiele angeschaut. Nach dem Training haben sie mir gesagt, dass sie sich melden würden. Dann hat sich Herr Schupp (VfR-Sportdirektor, d. Red.) mit mir in Verbindung gesetzt und alles wurde über die Bühne gebracht (schmunzelt).

Kann man sagen, dass es für Sie als gebürtiger Aalener ein Traum ist, nun für die Profis des VfR auflaufen zu dürfen?

Als ich hier in der Jugend gespielt habe, war es immer mein Ziel, mal für die erste Mannschaft auflaufen zu dürfen. Da spielte sie noch in der Regionalliga. Dass es jetzt natürlich mit der 2. Liga geklappt hat, schon so früh, das ist natürlich super. Okay, vielleicht ist es schon ein kleiner Traum. Ich habe einen Umweg über Ulm gemacht, freue mich jetzt aber, dass ich da bin.

Markus Schupp sagte jüngst, er setze künftig auf polyvalente Spieler. In diese Kategorie passen Sie auch …

Hauptsächlich habe ich im rechten oder linken Mittelfeld gespielt, aber aufgrund einiger Verletzter im Sturm musste ich auch dort auflaufen. Ab und an habe ich sogar mal rechter Verteidiger gespielt (lacht).

Wie war es für Sie nach der ersten Woche? Haben Sie den Unterschied der zwei Ligen gespürt?

Auf jeden Fall. Vor allem die Doppelbelastung, vormittags, nachmittags. Da muss man sich schon dran gewöhnen. Die Trainingsintensität ist viel höher als in der Regionalliga und die Mitspieler sind stärker. Das war schon sehr schwierig und wird es auch noch sein. Aber ich merke schon, wie sich mein Körper allmählich daran gewöhnt. Es muss aber Schritt für Schritt gehen. Würde ich keinen Unterschied merken, liefe ja auch irgendwas falsch.

Wie ist es denn für Sie, wenn Sie gegen einen bundesligaerfahrenen Profi wie beispielsweise Oliver Barth spielen müssen?

Das ist eine Herausforderung, aber deswegen bin ich ja auch hier. Ich wollte mich weiter entwickeln. Es war für mich wichtig, den nächsten Step zu machen. Wenn man bessere Gegenspieler hat, muss man sich etwas einfallen lassen, zum Beispiel wie man an Oli vorbeikommt. Wenn es nicht klappt, überlegt man neu. Irgendwann kann ich dann hoffentlich sagen: Da komme ich jetzt vorbei (schmunzelt).

Was haben Sie für mittel- und langfristige Ziele beim VfR?

Mein Ziel ist es erst einmal, in die Top-18 zu kommen, sprich in den Kader. Es wäre ja jetzt auch falsch, wenn ich sagen würde, ich wolle nicht spielen. Aber auch das muss Schritt für Schritt gehen. Klar ist es mein Ziel, irgendwann zu spielen, aber das liegt ja auch nicht nur in meiner Hand. Man wird sehen, wie schnell das geht.

Allerdings sprechen wir hier von der 2. Bundesliga …

Klar, man muss jetzt auch sehen, dass ich eine Liga überspringe. Ich komme in eine neue Mannschaft, habe in dieser Umgebung noch nie gespielt. Jetzt gilt es erst einmal, an das Team heranzukommen.

Könnte es Ihnen zugute kommen, dass der Trainer Stefan Ruthenbeck heißt, der bekanntlich auch auf junge Spieler zählt?

Na ja, trotzdem liegt es an mir. Er wird ja auch nicht ausschließlich auf junge Spieler setzen. Wenn ich nicht gut spiele, bringt es mir auch nichts, jung zu sein. Wenn man etwas gibt, bekommt man etwas zurück. Ich bin jetzt aber erst einmal dran, etwas zu geben.

Haben Sie sich schon viele Spiele des VfR angeschaut?

Natürlich. Ich war hier damals Balljunge, habe die große VfR-Fahne gehisst. In der vergangenen Saison konnte ich mir drei Spiele ansehen. Es ist toll zu sehen, wenn das Stadion immer voller wird. Ich bin auch damals mit nach Unterhaching gefahren, als es gegen den Abstieg ging. Da waren wir mit der ganzen B-Jugend dort. Leider sind wir damals dennoch abgestiegen.

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