Hoffnung für Lindenfarb: Investor könnte einige Arbeitsplätze sichern

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An diesem Donnerstag wird es ein neuerliches Gespräch zwischen der für das Insolvenzverfahren über die Firma Lindenfarb zuständigen Amtsrichterin, Arbeitsagenturchef Elmar Zillert und weiteren Beteiligten geben. Das hat Oberbürgermeister Thilo Rentschler am frühen Mittwochabend im Kultur-, Bildungs- und Finanzausschuss des Aalener Gemeinderats angekündigt.

Rentschler sagte, es gehe um Rechtsauffassungen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, und zwar darüber, ob das erste Insolvenzverfahren über das Unternehmen bereits abgeschlossen sei oder nicht.

Sollte dieses Gespräch, so der OB weiter, kein Ergebnis bringen, bestehe noch die große Hoffnung, dass ein Investor aus dem Hauptkundenstamm die Firma Lindenfarb übernehme. Dabei könnten, wie es sich derzeit darstelle, möglicherweise zwei Drittel bis drei Viertel der Arbeitsplätze erhalten bleiben. Hohen Respekt, wie er sagte, zollte Rentschler der Standhaftigkeit der Lindenfarb-Belegschaft, die derzeit ein wahres Drama durchlebe.

Unterkochens Ortsvorsteherin Heidemarie Matzik (SPD) würdigte ihrerseits Rentschlers hohen Einsatz für einen Fortbestand des Unternehmens. Und sie erteilte dem Rest des Ausschusses eine heftige Rüge, weil sie den Eindruck gehabt habe, der habe Rentschlers Erklärungen soeben nicht mit der gebotenen Aufmerksamkeit angesichts der bedrohten 324 Arbeitsplätze zugehört. Stadträtin Uschi Barth (CDU) verwahrte sich daraufhin gegen eine „Gardinenpredigt“, wie sie sie in 40 Jahren im Gemeinderat noch nicht erlebt habe.

Wie geht es mit Lindenfarb weiter?
Die Schocknachricht kam gestern: auf einer Betriebsversammlung haben die Mitarbeiter von Lindenfarb erfahren, dass die Firma kein Insolvenzgeld von der Arbeitsagentur bekommen soll. Als Reaktion haben die Angestellten sich zu einem Protestmarsch versammelt und anschließend vor dem Arbeitsamt demonstriert. Denn innen wird über die Zukunft des Unternehmens verhandelt.
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