Hitziger Gastrokick

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Markus Lehmann

Von wegen 13 bringt Pech: Wenn Mannschaften wie die „Gin Kickers“, „Pommes Waldhausen“ oder „The Wu-Fighters“ aus dem „Wunderlich“ und Spieler mit Namen wie „Knochen“, „Wambo“ oder „Bomber“ über den Kunstrasen stürmen, sorgt das schon mal für Heiterkeit. Und Spielfreude, Spielspaß und Kampfgeist der Kneipen-Kicker machen so richtig Spaß beim Zuschauen. 13 Teams also kämpften beim „Gastrokick“ auf dem Bohlschulplatz um den Pokal, eigentlich ging’s sogar um zwei Trophäen: eine für die treffsichersten Beine, eine für die durstigsten Kehlen. Und Glück haben einige soziale Projekte: In den vergangenen drei Jahren wurden bei dem Benefiz-Kick 15 000 Euro eingespielt.

Vielleicht nicht immer ganz filigran, aber beherzt. Vielleicht nicht immer mit einer ausgefeilten Taktik, aber Hauptsache Tor. Mit dem Außenrist ins lange Eck. Mit dem Schienbein reingeschoben. Den Mann im Tor getunnelt. Mit dem Kopf verlängert. So wurde gebolzt und gekämpft, dass sich hier eine deutsche Elf mal hätte anschauen können, wie Kampfgeist und Einsatz aussehen.

Semiprofi und Ex-Astral-Leib

So treten sie an: Je vier Feldspieler und ein Torwart kämpfen um den Pokal. Pro Mannschaft dürfen nur zwei aktive Spieler gemeldet werden. Außerdem müssen während des Turniers je eine Fußballerin und ein Mitarbeiter der jeweiligen Kneipe auf dem Platz stehen, erklärt Joachim Klutz, der mit Mischa Welm und Helfern den Kick organisiert. Dahinter steht auch der Round Table 195 Aalen, der die Spenden organisiert und den Kick mitorganisiert. Auf dem Platz kämpfen ganz unterschiedliche Konditionsformen und Körpererscheinungen: vom gestählten Semiprofessionellen über die wadenstarke Dame und den Bierbauchansatzträger bis zum Ex-Astral-Leib.

Es ist der vierte Gastrokick, der letzte war im Oktober in der Greuthalle. Der Bohlschulplatz hat natürlich viel mehr Flair. Blauer Himmel, eine leichte Brise, ab und zu rieseln verblühte Lindenblüten nach einem Hochschuss auf den Kunstrasenplatz. Das etwa 20 Mal 30 Meter große Spielfeld sieht recht professionell aus, durch eine Tür betreten die Teams das Feld, das durch das Netz außen herum ein bisschen wie ein Hochsicherheitstrakt aussieht. Beziehungsweise wie ein Käfig. Aber keine Angst – die wollen nur spielen. Und das hohe Netz soll gegen verlustig gehende Bälle beim Hochschuss schützen. Was nicht immer gelingt.

Ziemlich professionell ist auch das Drumherum. Auf den Bänken liegen Bierdeckel vom Turnier, es gibt „Stadionwurst“, Kässpätzle, „Maultasch to go“ und das Deutsch-USA-Crossover, die deutsch-amerikanische Freundschaft zum Aufessen – „Pulled Pork“ mit Krautsalat. Die regionale Cola ist gut gekühlt, das regionale Bier auch, wie’s scheint.

Trophäe Nummer zwei: Bier

Dem wird freudig zugesprochen. Natürlich nicht des Durstes, des Rauschfaktors oder der später schweißtreibenden Hitze wegen. Nein, es geht immerhin um Trophäe Nummer zwei, um den „Willy-Welsch-Ehrenpokal“. Den kriegt das Team mit dem höchsten Ausschlag des „Bier-Barometers“. „56 Halbe“ ruft einer der „Essinger Bären“ zur späteren Frühstückszeit. Beziehungsweise zur Frühschoppenzeit.

Die „Bären“, beziehungsweise die „Wild Things“, holen diesen Pokal aber nicht. Am Ende hat sich das Team Frape – „Ansgars Erben“ – auf die Skala 147,5 gebechert, als klare Sieger. Den Turnier-Pokal hat dann nach der letzten Begegnung das Team „Pommes Wirtschäftle“ geholt. Auf Platz zwei „Lokomotive Alter Hobel“, Platz drei „Gin Kickers Dannenmann/Ramba Zamba“.

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