Hilfe für verlassene Kinder in Rumänien

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Viktor Turad
Freier Mitarbeiter

Wer das gemeinsame Projekt des Rotaryclubs Aalen-Heidenheim und des evangelischen Kirchenbezirks Aalen unterstützen möchte, kann dies über folgende Bankverbindung des Hilfevereins der Rotarier tun: Rotary Hilfe e.V. Aalen-Heidenheim, BW-Bank, IBAN DE64600501010008840066

Der Rotaryclub Aalen-Heidenheim und der evangelische Kirchenbezirk Aalen unterstützen gemeinsam den Bau einer Erholungseinrichtung in Siebenbürgen in Rumänien. Am Mittwoch haben die Rotarier an Dekan Ralf Drescher einen ersten Spendenscheck in Höhe von 10 000 Euro zur Weiterleitung übergeben. Das Ziel ist, in den nächsten drei Jahren mehrere 10 000 Euro zu sammeln. Zugute kommt das Geld Kindern, die von ihren Eltern verstoßen oder verlassen wurden. Für diese Kinder und ihre Adoptiv- beziehungsweise Pflegeeltern soll das historische evangelische Pfarrhaus in Wolkendorf in der Nähe von Kronstadt saniert und zu einem jugendherbergähnlichen Erholungsheim umgebaut werden. „Dies ist eine herausragende Aktion“, freut sich Dekan Drescher.

Den Anstoß hat Kirchenmusikdirektor und Rotarier Thomas Haller gegeben. Bei einer Konzertreise übernachtete er in Wolkendorf auf der Baustelle dieses künftigen Erholungsheims. Bauherr ist die Stiftung „Für die christliche Familie“, die es aufgrund ihrer begrenzten finanziellen Mittel als Langzeitprojekt angelegt hat. Haller hat den Rotaryclub Aalen-Heidenheim und den evangelischen Kirchenbezirk Aalen dafür gewonnen, dieses Projekt zu unterstützen und es damit deutlich schneller seiner Verwirklichung näher zu bringen.

Einer der ärmsten EU-Staaten

„Da, wo man die Not erkennt, helfen, wohl wissend, dass es auch anderswo viel Not gibt.“ So bringt es der Dekan auf den Punkt. Die Not: In Rumänien, einem der ärmsten EU-Staaten, werden seit den Zeiten der kommunistischen Diktatur bis heute jährlich tausende Kinder von ihren Eltern verlassen oder verstoßen. Da sich auch der Staat nicht um sie kümmert, müssen sie auf der Straße oder in einem, wie es Haller ausdrückt, erbärmlichen Waisenhaus leben.

Ausschließlich private Spenden

Um ihnen dies zu ersparen, hilft die Stiftung „Für die christliche Familie“ mit ausschließlich privaten Spenden seit knapp 20 Jahren Familien, die solche Kinder in Pflege nehmen oder adoptieren. Außerdem betreibt sie ein Betreuungszentrum für Behinderte, genannt „Haus des Lichts“, in Schäßburg. Es handelt sich dabei um Immobilien, die nach der Auflösung der deutschen Gemeinden von den zurückgebliebenen Siebenbürger Sachsen unter schwierigsten Bedingungen erhalten und vor dem Verfall gerettet werden.

Zu diesem deutschen Erbe gehört auch das historische Pfarrhaus im nahe gelegenen Wolkendorf. Dort sollen sich einmal Familien mit ihren Pflegekindern oder behinderten Kindern erholen können. Sanierung und Umbau werden zwischen 60 000 und 80 000 Euro kosten.

Kinder vegetieren vor sich hin

Einen großen Teil dieser Summe wollen die Rotarier von der Ostalb schultern, sagte der amtierende Präsident Manfred Brenner bei der Spendenübergabe im Dekanat. Dies passt nach seinen Worten in mehrfacher Hinsicht zu den Zielsetzungen der Rotarier. Denn damit leiste man dort Hilfe, wo sie zwar gebraucht, aber bislang nicht geleistet wird. Es gehe dabei um Kinder, die buchstäblich vor sich hinvegetieren müssten, es gehe um fürchterliche Einzelschicksale. Diese Kinder würden in Familien vermittelt, um ihnen eine Perspektive zu geben. Und nicht zuletzt leiste man mit der Aktion einen Beitrag zur Völkerverständigung und zur Erhaltung des reichen deutschen Erbes in Rumänien.

Erst der Anfang

Die 10 000-Euro-Spende soll erst der Anfang sein. Die Rotarier planen zum Beispiel nach den Worten ihres Präsidenten einen Stand auf dem Heidenheimer Weihnachtsmarkt und am 13. Januar ein Benefizkonzert in der Unterkochener Marienkirche, um Geld für ihre Aktion zu erwirtschaften. Brenner: „Wir haben Architekten und Bauingenieure in unseren Reihen, die das Vorhaben in Rumänien begleiten werden.“ Und da alle Mitglieder dahinter stünden, setze man auch auf deren Spendenbereitschaft.

Auch der evangelische Kirchenbezirk wird aktiv. So haben bereits die Kirchengemeinden in Oberkochen und Kirchheim für die Sanierung des Pfarrhauses gesammelt. In zwei Wochen tagt der Aalener Pfarrkonvent in Rumänien und macht sich vor Ort ein Bild. „Außergewöhnliche Freude“ mache ihm dies alles, sagt Dekan Ralf Drescher dazu.

Wer das gemeinsame Projekt des Rotaryclubs Aalen-Heidenheim und des evangelischen Kirchenbezirks Aalen unterstützen möchte, kann dies über folgende Bankverbindung des Hilfevereins der Rotarier tun: Rotary Hilfe e.V. Aalen-Heidenheim, BW-Bank, IBAN DE64600501010008840066

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