Heidenheim im Normalo-Modus angekommen

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 Es geht zur Sache: Für Nikola Dovedan und den FCH kommt es auf die Zweikämpfe an.
Es geht zur Sache: Für Nikola Dovedan und den FCH kommt es auf die Zweikämpfe an. (Foto: imago images)
Sportredakteur/DigitAalen

Ach wie herrlich normal kann Fußball sein. Freitagabend, 18.30 Uhr im Erzgebirge. Was nach schwerer Bergmannskost beim selbst ernannten Kumpelverein Erzgebirge Aue klingt, wird höchstwahrscheinlich als feinster Zweitliga-Fußball serviert. Und mittendrin der 1. FC Heidenheim. Ein Heidenheim, das wieder vollends im Normalo-Modus angekommen ist, wenn an diesem Freitag der Anpfiff im Erzgebirgsstadion ertönt.

Der Heidenheimer Hype hat eine Ende – oder geht er vielleicht doch weiter? Auf jeden Fall scheint auf dem Schlossberg keiner übergeschnappt, denn bei den Worten zum nächsten Spiel in Aue klang viel Demut mit vor einem Gegner, der längst nicht die Kragenweite eines 1. FC Köln geschweige den Bayern München hat. Doch das ist vorbei, auch wenn diese zwei Highlight-Spiele dann doch noch im Raum standen.

Bei diesem wohl gewöhnlichen Zweiliga-Spiel, das für einen 1. FC Heidenheim immer noch viel Wert ist, geht es um die Grundtugenden des Fußballs. Zu aller erst geht es für die Kicker vom Schlossberg darum, ihren Körper rein zuwerfen in dieses Normalo-Duell. „Es kommt auf die Zweikämpfe an“, sagte FCH-Trainer Frank Schmidt und fast schon bedrohlich klang, wie es auf dem Auer Spielfeld zu gehen wird: „Da wird um jeden Zentimeter gekämpft.“

Veilchen im Abstiegskampf

Insofern passt, was sein Kollege aus dem Erzgebirge vor dem Spiel verlauten ließ. „Es wird ein ganz enges Spiel werden. Heidenheim ist immer eine Mannschaft, die unangenehm zu bespielen ist“, sagte Daniel Meyer, Trainer der Veilchen, was auch bedrohlich klingt. Ein FCH (7.) in seiner derzeitigen Verfassung will allerdings mit mehr als einem blauen Auge davon kommen.

Während Aue noch im unangenehmen Abstiegskampf steckt (14.), hat sich dieses Thema beim Zweitligisten von der Ostalb erledigt, schon bevor die Knaller gegen Bayern (4:5) oder Köln (0:2) für reichlich Gesprächsstoff sorgten. Die neue Zielsetzung für die Öffentlichkeit hört sich laut Schmidt so an: „Wir wollen so gut wie möglich abschließen.“

Heruntergebrochen auf Aue heißt das: ein Sieg – und „mehr Zielstrebigkeit“ vor dem Tor. Noch immer befinden sich die Heidenheimer in Reichweite zu Bundesliga-Relegationsplatz drei und dass sie sich unter den besten zehn Mannschaften tummeln, hätte den Vorteil von mehr TV-Geldern für die kommende Saison.

Dahingehend hatte sich der FCH schon die Dienste von Robert Leipertz (26) gesichert. Doch der Flügelspieler wäre nach seiner Verletzung schon so weit für den jetzigen Kader. Fürs Erzgebirge? „Er muss ja einen Spieler aus dem Kader verdrängen.“ Bei allen Spielern kommt es nach den berauschenden Auftritten in Pokal und Liga auf eines an: „Der mentale Aspekt.“ Aue ist halt was anderes als die Allianz Arena.

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