Heidenheim: Ein effizienter Effzeh und die Pokalhelden

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 Wieder viel Einsatz von Heidenheim: Sebastian Griesbeck (r.) im Luftduell mit Dominik Drexler.
Wieder viel Einsatz von Heidenheim: Sebastian Griesbeck (r.) im Luftduell mit Dominik Drexler. (Foto: imago images)
Sportredakteur/DigitAalen

FCH: Müller – Busch, Mainka, Beermann, Feick – Schnatterer (60. Multhaup), Griesbeck, Dorsch, Andrich (73. P. Schmidt) – Dovedan (60. Thiel), Glatzel.

Köln: Horn – Meré, Höger, Czichos – Clemens, Drexler (88. Özcan), Geis (82. Sobiech), Hector, Kainz – Modeste (66. Terodde), Cordoba.

Tore: 0:1 Drexler (11.), 0:2 Cordoba (41.). Schiedsrichter: Dr. Matthias Jöllenbeck (Freiburg. Zuschauer: 15 000. Gelbe Karten: Andrich – Modeste, Czichos.

Was nun dieses irrwitzige 4:5 des 1. FC Heidenheim am Mittwochabend im DFB-Pokal-Viertelfinale zu bedeuten hatte, war nach den Ereignissen an diesen Samstag nicht ganz klar. Da knallte dieser FC Bayern München mal eben Borussia Dortmund mit 5:0 weg und bekam damit die volle Bayern-Wucht ab.

Nachdem Bayern seine Gala ablieferte, war wieder FCH an der Reihe, eine Etage tiefer. „Es war eine besondere Woche für den FCH“, befand Manon Busch – nach der allerdings eine zweite Niederlage im nächste Highlight-Spiel stand. Denn so etwas wie der FC Bayern der 2. Liga – der 1. FC Köln – war an diesem Sonntag der prominente Gast auf dem Schlossberg, in der ausverkauften Voith Arena. Mit dabei seine ganze Entourage. Ex-Nationaltorwart Toni Schumacher (65), der „Tünn“, FC-Vizepräsident, hatte Spaß, er jubelte von der VIP-Tribüne schon vor dem Anstoß mit der Paule-Bande mit, einer Gruppe von Kindern, die mit dem besagten Maskottchen im Stadion ihre Runde zieht.

Der kölsche Robert Lewandowski, also Simon Terrodde, schaute nach Anpfiff erst einmal zu. Der Tabellenführer kann es sich leisten, dann stürmt eben Anthony Modeste. Er war es aber nicht, der zeigte, weshalb Köln voll auf Kurs 1. Liga ist. Ein alter Bekannter auf der Ostalb nutzte die erste sich bietende Chance zum 1:0: Der Ex-Aalener Dominik Drexler köpfte nach einer Flanke von Christian Clemens freistehend ein (11.). Ein frühes Gegentor nach Kopfball eines Leon Goretzka gab es auch am Mittwoch in der Allianz Arena – doch diesmal lief es anders, weitaus weniger verrückt.

Kein Vorwurf von Schmidt

Flanke Drexler, Kopfball Jhon Cordoba – 2:0 (41.). Die deutschlandweit bekannten Pokalhelden aus Heidenheim hatten so ihre Mühen mit den Spitzenreiter, der mit einer brutalen Effektivität glänzte. „Wir wollen so schnell wie möglich aufsteigen“, erklärte Drexler nach Schlusspfiff zum Kölner Drang. Der Effzeh machte es aber auch taktisch geschickt, ließ die Heidenheimer nicht in ihren Flow kommen. Ein Jonas Hector, der sich als Nationalspieler die 2. Liga gibt, schien im Mittelfeld omnipräsent, während die Kicker von der Brenz die Lücken auf dem Feld nicht stopfen konnten. Der Kraftakt von München war spürbar – wenngleich der FCH mehr lief als der FC. Nach der anfänglichen Euphorie fehlte der Zug nach vorne. „Jeder hat gesehen, dass wir wollten“, bekannte Robert Andrich, einer der versuchte im Mittelfeld die Löcher zu stopfen.

„Mit einem 0:2-Rückstand und dem Spiel in München in den Beinen trotzdem so zu verteidigen und relativ wenig zuzulassen. Was ich damit sagen will: Ich kann und will meiner Mannschaft überhaupt keinen Vorwurf machen“, befand FCH-Trainer Frank Schmidt nach dem zweiten Knaller in dieser Woche. Ein bisschen Pech war im Spiel auch dabei: Dem Mann des Münchens-Spiels, Robert Glatzel, blieb wenigstens ein Tor verwehrt nach dem 0:1 – er stand nach einer Flanke von Busch nicht im Abseits (22.), was Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck sah anders.

Später, um offenbar nachzulegen, kam Terrodde für den wirkungslosen Modeste (66.), der sich zwischendurch noch gefallen lassen musste, von FCH-Torwart Kevin Müller ausgedribbelt zu werden. Müller durfte sich im Gegensatz zum Bayern-Spiel noch einmal auszeichnen, mit einer Blitz-Fußabwehr nach einem Hector-Flachschuss. Kein Terrodde, kein Hector, es kam ein nüchternes 2:0 heraus. Dennoch sagte Abwehrmann Patrick Mainka: „Es war eine geile Woche.“ Und der weitere Ex-Aalener im Nach-Bayern-Spiel, Arne Feick, merkte dazu an: „Insgesamt gibt keinen Grund die Köpfe hängen zu lassen. Es hat Spaß gemacht.“ Kann man so sagen.

FCH: Müller – Busch, Mainka, Beermann, Feick – Schnatterer (60. Multhaup), Griesbeck, Dorsch, Andrich (73. P. Schmidt) – Dovedan (60. Thiel), Glatzel.

Köln: Horn – Meré, Höger, Czichos – Clemens, Drexler (88. Özcan), Geis (82. Sobiech), Hector, Kainz – Modeste (66. Terodde), Cordoba.

Tore: 0:1 Drexler (11.), 0:2 Cordoba (41.). Schiedsrichter: Dr. Matthias Jöllenbeck (Freiburg. Zuschauer: 15 000. Gelbe Karten: Andrich – Modeste, Czichos.

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