Beim Finale in der Fachsenfelder Festhalle: 13 irische Musiker vereinigten sich zur gemeinsamen Session. Foto: Thomas Siedler
Beim Finale in der Fachsenfelder Festhalle: 13 irische Musiker vereinigten sich zur gemeinsamen Session. (Foto: Thomas Siedler)
Johannes Müller

Seit 1993 feiern irische Musiker, Sänger und Tänzer in Fachsenfeld mit deutschen Freunden aus der ganzen Region den „Saint-Patrick’s-Day“. Zu Ehren ihres Nationalheiligen haben am Freitag drei Gruppen die Halle nicht nur in Stimmung versetzt, sondern heizten ihrem Publikum regelrecht ein.

Für das passende Ambiente sorgten die Fachsenfelder Schlosshexen. Die Halle war üppig mit Accessoires der grünen Insel geschmückt. Die Liebhaber irischen Biers und Whiskeys kamen auf ihre Kosten. Exquisit war die Auswahl der Musikgruppen, die der Veranstalter des „Irish Heartbeat“, des heißen irischen Herzschlags, zu seinem 30-jährigen Festival-Jubiläum auf Deutschland-Tournee geschickt hat.

Dass Fachsenfeld zur ersten Station gekürt wurde, sei der langen Tradition des Festivals geschuldet, das damals auch hier begonnen hat, verkündete der Moderator. Erstmals sei auch die Gruppe Billow Wood dabei, die das Programm eröffnete. Die vier jungen Musiker aus Mayo im Nordwesten Irlands verschrieben sich einem modernen Sound. Nicht lange dauerte es, bis das Publikum, vom eigenartigen Rhythmus gepackt, mit Klatschen und Jubelrufen die Lieder begleitete.

Mit Gitarre, Akkordeon, Flöte, irischer Harfe und der Bodhran, der typischen Rahmentrommel, boten sie einen Querschnitt durch die Folklore der grünen Insel. Mit weichen, hellen Stimmen sangen die beiden Schwestern „Far From Home“, ein in der Ferne entstandenes Sehnsuchtslied nach der irischen Heimat. Die beiden Sänger der Band erinnerten mit „Foggy Dew“ an die taubedeckten Wiesen im Nebel, auf denen sich die blutigen Kriege zwischen den Engländern und Iren abspielten.

Seit rund 50 Jahren begeistert Geraldine MacGowan die Freunde irischer Klänge. Gelenkig und rasant lässt sie den kurzen Schlegel auf der Bodhran tanzen und singt dazu das zu Herzen gehende „Slán“, das traditionelle keltische Abschiedslied. Kevin Griffin fasziniert mit dem Banjo, mit dem er schon vor 60 Jahren die Gäste im Fisch-Restaurant unterhielt. Mit sanfter Stimme bereichert die Sängerin und Gitarristin Seán Earnest das Programm. Georges verstärkte mit dumpfen Schlägen auf das Cajón das rhythmische Gefüge.

Mit einer völlig neuen Art des Stepptanzes überraschten die Fusion Fighters. Zur üblichen präzisen Beinarbeit kam jetzt die Körpersprache. Kreisende Oberkörper, schwingende Arme, signalartige Bewegungen belebten die Show der drei Tänzer und der jungen Tänzerin. Ihre Kreativität kannte keine Grenzen. Immer neue Einfälle variierten die Tanzfolge. Joe mit der Fiddle und Connor mit der Gitarre und dem meisterhaften Spiel auf der Bodhran lieferten virtuose Soli.

Alle 13 Akteure der drei Gruppen trafen sich beim Finale zur hinreißenden Session auf der Bühne. Jeder durfte im Solo nochmals mit seinen Talenten glänzen, bevor er sich ins Plenum einbrachte. Der Zauber frischen irischen Grüns ließ nach kaltem, klirrenden Winter die Wärme des kommenden Frühlings erahnen. Den überregionalen und lokalen Veranstaltern sei Dank für dieses Erlebnis.

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