Halbfinale erreicht: Essingen feiert 7:6-Zittersieg

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 Kampf, Krampf und das bessere Ende für sich: Essingen steht im Halbfinale.
Kampf, Krampf und das bessere Ende für sich: Essingen steht im Halbfinale. (Foto: Thomas Siedler)
Sportredakteur/DigitAalen

Fußball-Verbandsligist TSV Essingen steht im Halbfinale des württembergischen Verbandspokals. Diese Nachricht tröstet letztlich wohl alle TSV-Fans über eine lange Zeit pomadige und lethargische Vorstellung hinweg. „Ich habe keine Erklärung für die Leistung in den ersten 60 Minuten“, sagt Essingens Trainer Beniamino Molinari nach dem Pokalspiel gegen Albstadt. Am Ende steht nach 120 Minuten (1:1) ein 7:6-Sieg über den FC Albstadt und damit eine gelungene Generalprobe für das Punktspiel in der Verbandsliga am Samstag in Albstadt.

Vielleicht lag es an der Hymne des FC Schalke (Blau und Weiß), die der TSV aufgrund der gleichen Vereinsfarben (Essingen spielte aber in schwarz-weißen Trikots, Albstadt in blau-weiß) vom Band laufen ließ oder an dem, was Nicola Zahner nach dem Abpfiff zugab: „Vielleicht haben wir sie doch ein wenig unterschätzt.“ Letztlich hatten alle Akteure keine wirkliche Erklärung für den mühevollen Pokalabend im heimischen Stadion an diesem kalten Mittwochabend. „Unerklärlich, ich habe meine Jungs nicht wiedererkannt“, sagte Molinari. Der Gegner aus Albstadt befindet sich nach einem schwierigen Saisonverlauf in der Verbandsliga im Abstiegskampf, war aber von Beginn an besser im Spiel. „Albstadt war viel spritziger und wollte jeden Zweikampf gewinnen“, analysierte Molinari. In der Halbzeitpause wurde es daher laut in der Kabine. „Ich werde nicht oft laut, aber ich musste die Jungs wachrütteln“, gab der Coach der Essinger zu. Was war passiert?

Groiß vergibt – Albstadt trifft

Nachdem Essingen durch Niklas Groiß noch die erste Chance des Spiels (7.) kläglich vergab, zeigte sich Albstadt in der Offensive und wie. Nach einem Freistoß konnte der TSV den Ball nicht klären, dieser landete bei Philipp Rumpel, der sich bedankte und aus kurzer Distanz zur Führung einschob. Der Favorit aus Essingen wirkte mitgenommen und hätte nur wenig später beinahe das zweite Gegentor hinnehmen müssen. Doch Pietro Fiorenza spitzelte den Ball nach einer Hereingabe von Hakan Aktepe über den Kasten von Keeper Jonas Gebauer. Letztlich blieb es nach 45 Minuten bei der knappen Führung der Gäste.

„Nach der ersten Hälfte hatten wir ein Weiterkommen nicht verdient“, analysierte Maximilian Eiselt treffend. Es wurde laut in der Kabine und die Essinger gingen „mit einem klaren Plan“ (Zahner) in den zweiten Durchgang. Doch es dauerte noch weitere 15 Minuten bis dieser Wirkung zeigte und noch weitere zwölf Minuten, ehe der eingewechselte Jermain Ibrahim, den Essinger Anhang nach einem starken Angriff über die Stationen: Fabian Weiß, Eiselt und Tim Ruth erlöste. Jener Ibrahim hätte der Mann des Spiels werden können.

Doch er zielte in der 80. Minute völlig freistehend per Kopf zu ungenau und der Ball strich am Tor von Mario Aller vorbei. Die Gäste wirkten nun beeindruckt und kämpften sich in die Verlängerung.

Bergheim und Zahner scheitern

In dieser vergaben Stani Bergheim und Nicola Zahner eine Doppelchance und konnten somit ein Elfmeterschießen nicht verhindern. In diesem mutierte Essingens Keeper Gebauer zum Held, da er den letztlich entscheidenden Elfmeter von Hakan Aktepe hielt. Es folgte grenzenloser Jubel. „Im Pokal zählt nur das Weiterkommen. Da redet morgen keiner mehr wie es war“, sagte Molinari, fügte aber an: „Über die ersten 60 Minuten werden wir aber mit der Mannschaft noch reden.“

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