Höchste künstlerische Kompetenz

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 Das Klaviertrio Michael Schäfer hat in der Aalener Stadthalle konzertiert.
Das Klaviertrio Michael Schäfer hat in der Aalener Stadthalle konzertiert. (Foto: Thomas Siedler)
Gerhard Krehlik

Das Klaviertrio Michael Schäfer hat im Rahmen der Veranstaltungen des Konzertrings am Donnerstagabend in der nicht ganz voll besetzten Stadthalle gespielt. Michael Schäfer am Flügel, Ilona Then-Berg, Violine und Wen-Sinn Yang, Cello, – alle drei lehren an der Münchner Musikhochschule – überzeugten in dem Konzert durch höchste künstlerische und spieltechnische Kompetenz und boten den Zuhörern einen interessanten Einblick in den musikalischen Kosmos „Klaviertrio“ aus drei völlig unterschiedlichen Perspektiven.

Innerhalb der Kammermusik ist die Gattung Klaviertrio ein wenig speziell. Manche Komponisten wie etwa Josef Haydn haben sie geliebt, er hat über 40 davon geschrieben, andre wie Tschaikowsky konnten sich nicht damit anfreunden. Er hat nur ein einziges geschrieben und das aus traurigem Anlass, dem Tod seines Mentors, des Pianisten Nikolaj Rubinstein. Dieses Trio (a-Moll op. 50) stand auf dem Programm, dazu Haydns Klaviertrio Nr. 43 in C-Dur und dazwischen das erste Klaviertrio D-Dur von Erich Wolfgang Korngold, einem 1897 geborenen Komponisten, heute fast völlig in Vergessenheit geraten. Anfang des 20. Jahrhunderts galt er als musikalisches Wunderkind, sein Trio hat er im Alter von dreizehn (!) Jahren geschrieben. Diese drei Stücke lösen beim Hören völlig unterschiedliche Empfindungen aus. Haydn bringt die helle, die heitere innere Saite des Zuhörers zum Klingen. Musik von Haydn versöhnt einen mit sich selbst und der Welt, auch wenn er ab zu nachdenkliche Motive in sein Werk eingearbeitet hat.

Seele des Zuhörers berührt

Erich Korngold macht neugierig, weil man seine Musik nicht kennt. Sie lässt einen schmunzeln, wenn man Motive zum Beispiel aus dem „Rosenkavalier“ von Richard Strauss erkennt, der seltsamerweise erst zwei Jahre später uraufgeführt wurde. Insgesamt vermisst man jedoch den sprichwörtlichen roten Faden in der Komposition Korngolds. Peter Tschaikowskys Trauer-Trio berührt dagegen mit seiner bittersüßen Elegie die Seele des Zuhörers, auch wenn im zweiten und im dritten Satz sehr viel Bewegung ist und sich Schäfer, Then-Berg und Yang „die Seele aus dem Leib spielen“, wie Wen -Sinn Yang in seiner Moderation augenzwinkernd bemerkte. Und das taten die drei erfahrenen, vielfach ausgezeichneten Solisten auf unvergleichliche Art und Weise. Sie tauchten ein in die unterschiedlichen Facetten der drei Stücke, interpretierten als perfekter, homogener Klangkörper mal mit großem Ton und leidenschaftlichem Ausdruck und dann wieder mit filigraner, subtiler Gestaltung und alles in höchster Virtuosität. Begeisterter Beifall.

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