Große Kreisstädte erhalten Auszeichnung

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 Die Auszeichnung „Attraktiver Wirtschaftsstandort“ ist bei der Industrie- und Handelskammer in Heidenheim überreicht worden. Un
Die Auszeichnung „Attraktiver Wirtschaftsstandort“ ist bei der Industrie- und Handelskammer in Heidenheim überreicht worden. Unser Bild zeigt von links Markus Schmid, Leiter Existenzgründung und Unternehmensförderung bei der IHK, IHK-Hauptgeschäftsführerin Michaela Eberle, den Aalener Wirtschaftsbeauftragten Wolfgang Weiß, seinen Heidenheimer Kollegen Georg Würffel und seine Ellwanger Kollegin Verena Kiedaisch, den Schwäbisch Gmünder Baubürgermeister Julius Mihm, den Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ulm, Tobias Mehlich, und Stefan Rössler, Leiter Unternehmensberatung bei der Handelskammer. (Foto: Viktor Turad)
Viktor Turad
Freier Mitarbeiter

Die vier Großen Kreisstädte Aalen, Ellwangen, Schwäbisch Gmünd und Heidenheim dürfen nach einer umfangreichen Zertifizierung in den nächsten drei Jahren mit dem Prädikat „Attraktiver Wirtschaftsstandort“ für sich werben. Am Freitag überreichten die Hauptgeschäftsführerin der Industrie- und Handelskammer (IHK) Ostwürttemberg, Michaela Eberle, und ihr Kollege von der Handwerkskammer Ulm, Tobias Mehlich, den Vertretern der vier Städte die Auszeichnung.

Eberle stellte dabei fest, diese Zertifizierung durch einen externen Dienstleister, die imakomm Akademie aus Aalen, im Auftrag der beiden Kammern sei bundesweit einmalig. Dabei erhielten die Städte einen 44 Fragen beziehungsweise Kriterien umfassenden Prüfbogen, zudem wurden ihre Internet-Angebote bewertet und anonym ihre Servicequalität getestet.

Bewertet wurden die Themenfelder „Konzepte und Strategien der Wirtschaftsförderung“, „wirtschaftsfreundliche Verwaltungsprozesse“, „Information und Kommunikation in Bezug auf die Unternehmen“, „harte und weiche Standortfaktoren“ und „Internationalität“. Dafür gab es maximal 69 Punkte. Für eine Auszeichnung mussten 70 Prozent, also mindestens 48 Punkte, erreicht werden.

Mehlichs Fazit: „Die ausgezeichneten Kommunen haben ein besonderes Angebot und Serviceniveau bewiesen. Sie bemühen sich um unsere Betriebe, hören ihnen zu und wollen ihnen ihr Wirtschaften am Ort leichter machen.“

Es sei jedoch nicht um ein Ranking gegangen, sagt Eberle, also um die Frage, welche Stadt besser sei. Vielmehr solle das Audit Impulse für die weitere Entwicklung der Zusammenarbeit geben. Es sei offen für weitere Kommunen, solle im kommenden Jahr eine Neuauflage erfahren, auch sei eine Reauditierung in drei Jahren geplant.

Beide betonten, es sei auch nicht darum gegangen, möglichst alle 69 Punkte zu holen. Es handele sich vielmehr bei vielen möglichen Maßnahmen um einen Abwägungsprozess. Eberle: „Wir wollten erreichen, dass man sich Gedanken macht!“

Jede Stadt hat ihr Sahnehäubchen

Wolfgang Weiß, Wirtschaftsförderer der Stadt Aalen, sprach von einer harten Bestandsaufnahme. „Wir sehen, wie wir für die Unternehmen aufgestellt sind. Das hat uns weitergebracht.“ Baubürgermeister Mihm aus Schwäbisch Gmünd sah in dem Audit ein tolles Format, das der Bewusstseinsbildung diene, aber auch das Verständnis dafür vertiefe, wie Unternehmen zu ihren Entscheidungen kämen.

Verena Kiedaisch, die Ellwanger Wirtschaftsförderin, sagte, das Audit habe bestätigt, dass die Beratung der Unternehmen auf kurzem Wege gut funktioniert. Und das, obwohl Ellwangen das größte Gewerbegebiet und die kleinste Verwaltung der vier Städte habe. Gezeigt habe sich freilich auch, dass es noch Baustellen gebe, wie etwa die Digitalisierung. Jede Stadt habe aber auch ihr „Sahnehäubchen“, Ellwangen etwa die Landesgartenschau 2026, die der ganzen Region einen Schub geben werde.

Georg Würffel, der Heidenheimer Wirtschaftsförderer, nannte das Audit enorm wichtig. Es zeige die gute Zusammenarbeit innerhalb der Region, die wiederum das Fundament für ihre Unternehmen sei.

Für Aalen, Ellwangen, Schwäbisch Gmünd und Heidenheim gibt’s Sonderpunkte

Bei der Zertifizierung wurden auch Sonderpunkte vergeben: Aalen erhielt welche für Initiativen und Projekte im Bereich Kultur- und Kreativwirtschaft, für seine Vorreiterrolle im Bereich Smart City, für beispielhafte Initiativen zur Integration ausländischer Fach- und Führungskräfte und für seine Servicequalität, beispielsweise eine schnelle und zuvorkommende Reaktion bei Anfragen.

Ellwangen erhielt Sonderpunkte für persönliche Beratung und Betreuung der ortsansässigen Unternehmen durch die städtische Wirtschaftsförderung, für eine enge Verzahnung der Bereiche Wirtschaftsförderung und City-/Standortmarketing und für den „Stadtbus“ als Ergänzung des Angebots im Öffentlichen Personennahverkehr.

Schwäbisch Gmünd punktete mit seinem Wirtschaftsbeirat, mit seinem Engagement bei der Integration von Flüchtlingen, mit seinem Internationalisierungskonzept und mit der Zusammenarbeit der Stadt und der Wirtschaftsförderung mit ortsansässigen Unternehmen.

Sonderpunkte für Heidenheim gab's bei Konzepten zur Standortentwicklung und Wirtschaftsförderung, bei der Internationalität und beim Qualifizierungsangebot für Fach- und Führungskräfte.

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