Grippe hat auch die Ostalb gebeutelt

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Die Impfung mit dem Standard-Dreifachimpfstoff hat in der diesjährigen Grippesaison kaum Schutz gegen den Influenza-B-Virus der
Die Impfung mit dem Standard-Dreifachimpfstoff hat in der diesjährigen Grippesaison kaum Schutz gegen den Influenza-B-Virus der Yamagata-Linie geboten. (Foto: Archiv: Maurizio Gambarini)
Schwäbische Zeitung

Von der Grippe sind im laufenden Jahr im Ostalbkreis deutlich mehr Menschen betroffen gewesen als im Vorjahr. Zwischen Ende Dezember und dem Beginn der 13. Kalenderwoche hat das Gesundheitsamt des Kreises fast dreimal so viele Influenzafälle registriert wie im selben Zeitraum des Vorjahres.

In den ersten drei Monaten des Jahres wurden im Ostalbkreis 674 Grippefälle gezählt. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es lediglich 276. Das teilte Janela Werle, die stellvertretende Leiterin des Bereiches Gesundheit im Landratsamt, auf Anfrage unserer Zeitung mit. Höhepunkt der Grippewelle war die Woche vom 5. bis zum 11. März gewesen, in der allein 133 Fälle gemeldet wurden. Seitdem ebbten die Grippefälle ab. Die Zahlen basierten auf den Meldungen der niedergelassenen Ärzte, erläuterte Werle.

24 162 Grippekranke im Land

Werle warnte allerdings, dass die Zunahme in Teilen damit zu tun haben könnte, dass in den Arztpraxen wesentlich häufiger Abstriche gemacht worden seien als im Jahr zuvor. Allein darauf sei die Zunahme der Grippefälle jedoch keinesfalls zurückzuführen. Ihr Eindruck war, dass die Grippeerkrankungen im laufenden Jahr deutlich länger gedauert hätten und schwerwiegender verlaufen seien als im Vorjahr.

Auch landesweit zählt die diesjährige Grippesaison zu den heftigsten, die in Baden-Württemberg bis jetzt beobachtet wurden. Bis Anfang März waren nach Angaben des baden-württembergischen Sozalministeriums im Land 24 162 Influenzafälle registriert worden. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es 14 661.

Die Heftigkeit der diesjährigen Grippesaison ist laut Janina Werle vor allem auf den Influenza-B-Virus der Yamagata-Linie zurückzuführen. Der von der Weltgesundheitsorganisation WHO zusammengestellte Dreifach-Grippeimpfstoff bot jedoch kaum Schutz gegen diesen speziellen Erregertyp. Denn 71 Prozent der im Winter 2017/18 in Deutschland identifizierten Grippeviren waren laut einer Statistik der Arbeitsgemeinschaft Influenza vom Typ B. Und davon waren 99 Prozent auf die Yamagata-Linie zurückzuführen.

Kassen wollen künftig für Vierfach-Impfstoff aufkommen

Neben dem Dreifach-Impfstoff gibt es noch einen teureren Vierfach-Impfstoff, der gegen den Yamagata-Erreger wirkt. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen in der Regel die Kosten für den Dreifach-Impfstoff. Einige gesetzliche Kassen zahlen zwar auch für den Vierfach-Impfstoff, jedoch zumeist nur für Risikogruppen wie chronisch Kranke oder Schwangere. Ab Herbst wollen die Kassen jedoch auch für die Kosten des Vierfach-Impfstoffes für die neue Grippesaison aufkommen.

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