Grandioser Abschied für Peter Goller

Lesedauer: 5 Min
 Mit dem Sommerkonzert in der Stadthalle hat sich das Aalener Sinfonieorchester von seinem Dirigenten Peter Goller verabschiedet
Mit dem Sommerkonzert in der Stadthalle hat sich das Aalener Sinfonieorchester von seinem Dirigenten Peter Goller verabschiedet. (Foto: Thomas Siedler)
Gerhard Krehlik

Das Aalener Sinfonieorchester hat am Sonntagabend unter der Leitung von Peter Goller sein traditionelles Sommerkonzert in der voll besetzten Stadthalle gespielt. Es war der letzte Auftritt für Peter Goller mit dem Aalener Orchester. Er wechselt im September als Dirigent an das Musiktheater in Gelsenkirchen. Dort wird er eigene Produktionen leiten, Vorstellungen dirigieren und Sänger einstudieren.

Beim Konzert in der Stadthalle durften auch Mitglieder des jungen Kammerorchesters der Musikschule mit den „Großen“ auf die Bühne. Ein kontrastreicheres Programm als in diesem Sommerkonzerts kann man sich kaum vorstellen.

Auftakt mit „Star Wars“ und „Fluch der Karibik“

Zu Beginn hörte man Filmmusik aus „Star Wars II“ und aus „Fluch der Karibik“, dann ging es mit dem Cellokonzert e-Moll op. 85 von Edward Elgar weiter. Nach der Pause stand die 7. Sinfonie d-Moll op. 702 von Antonin Dvorák auf dem Programm.

Musik aus der Spätromantik also an der Schwelle zur Moderne, die hohe Ansprüche nicht nur an die Interpreten, sondern durchaus auch an da Publikum stellt. Das Sinfonieorchester fand sich jedenfalls in beiden Stilrichtungen bestens zurecht – Chapeau!

In der „Star Wars“-Musik von John Williams, arrangiert von Jerry Brubaker, waren gleich am Anfang die beiden Trompeter Fabian Demharter und Johannes Möll stark gefordert. Beide meisterten mit punktgenauer Präsenz und stabilem Ansatz die Fanfarensignale. Dann vermittelten die weich intonierenden Hörner und die sanft einstimmenden Streicher den Flug des Raumschiffs durch die unendlichen Weiten des Universums.

Bei den karibischen Piraten dominierten die burlesken Rhythmen, die Klaus Badelt in seine Filmmusik hinein komponiert hat. Konzentriert und markant unterstützt von den präzise zuschlagenden Schlagwerkern umschiffte das Sinfonieorchester sicher die diversen rhythmischen Klippen und Untiefen.

Großer Kontrast: Cello-Konzert von Edward Elgar

In einer völlig anderen musikalischen Welt bewegte sich das Orchester anschließend im Cello-Konzert von Edward Elgar. Für den Solopart hatte man die junge, bereits mehrfach ausgezeichnete Cellisten Nicola Pfeffer aus Tübingen engagiert. Sie überzeugte – auf einem Ruggieri-Cello von 1680 – in den langsamen Sätzen eins und drei durch emotionale Gestaltungskraft mit sonorem, sattem Ton in tiefen Lagen und schlankem, sicherem Klang auch in höchster Lage. Ihre ganze Virtuosität auf dem Instrument kam in den ausgedehnten Staccato Passagen des zweiten Satzes und im Schlusssatz im typischen Elgar-Modus zur Geltung. Flageolett und Zweistimmigkeit meisterte Nicola Pfeffer dabei mit mühelos wirkender Souveränität.

Kurze, aber spektakuläre Solo-Zugabe

Den begeisterten Beifall belohnte sie mit einer kurzen, spektakulären Solo Zugabe. In der weit ausgreifend 7. Sinfonie von Antonin Dvorák mit ihrem düsteren, dramatischen Charakter hatte das Orchester nach der Pause ausgiebig Gelegenheit, seine hohen Qualitäten sowohl bei zahlreichen einzelnen Solopassagen im Bläserbereich, als auch im homogenen Spiel der Streicher zu präsentieren. Peter Goller interpretierte die Sinfonie ausgesprochen spannungsreich, indem er zum Beispiel die Sforzato-Schläge, mit denen im Kopfsatz das heitere ländliche Motiv immer wieder unterbrochen wurde, dynamisch markant spielen ließ.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen