Grab kämpft für Aalen als Sitz der Kliniken Ostalb

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Der Ellwanger Bürgermeister Volker Grab
Der Ellwanger Bürgermeister Volker Grab (Foto: Archiv)
Schwäbische Zeitung
Redaktionsleitung

Die Zeit drängt. Bereits zum 1. Januar kommenden Jahres soll der Klinikverbund an den Start gehen. Dann sind das Ostalb-Klinikum, die Stauferklinik und die Sankt-Anna-Virngrund-Klinik unter einem Dach vereint. Als eine gemeinnützige Kommunalanstalt wird der Verbund geführt. Ihr Name: Kliniken Ostalb.

Punkt für Punkt hat der Krankenhausausschuss am frühen Dienstagabend die einzelnen Paragrafen der Satzung für die künftigen Kliniken Ostalb durchgeackert. Am Ende stand eine Empfehlung des Ausschuss an den Kreistag, diese Satzung in dieser nun vorliegenden Form zu verabschieden. Zwei Ausschussmitglieder enthielten sich indes der Stimme. Ihre Kritik richtet sich gegen den Vorschlag, einen Doppel-Unternehmenssitz in Aalen und Schwäbisch Gmünd vorzusehen.

Schwerdtner: Diskussion beenden

Volker Grab (Grüne) plädierte für Aalen als alleinigem Sitz. Darauf hatte wohl auch Landrat Klaus Pavel gehofft. Denn in Abänderung eines ersten Satzungsentwurfs, hält dieses neue Papier ausdrücklich fest, dass die Kommunalanstalt sowohl in Aalen als auch in Ellwangen und Mutlangen Kliniken betreibt. „Wir wollen die Diskussion um den Sitz nicht fortführen“, versuchte Eberhard Schwerdtner (CDU) eine Aussprache darüber rasch zu beenden. Auch Sigrid Heusel (SPD) wollte sich auf keine weitere Diskussion darüber einlassen. Grab forderte dennoch eine Abstimmung, in der sich dann drei Ausschussmitglieder für Aalen als alleinigem Sitz der Kommunalanstalt aussprachen, zehn stimmten dagegen und drei enthielten sich der Stimme. Außer Grab votierten die zwei CDU-Räte Karl Bux und Rainer Knecht für Aalen.

Nach Sitzung sagte Grab gegenüber den „Aalener Nachrichten / Ipf- und Jagst-Zeitung“, dass er prüfen lassen wolle, wie sich das Festhalten an zwei Unternehmenssitzen steuerlich auf das Betriebsergebnis auswirken werde. Denn während das Ostalb-Klinikum zum Bereich des Finanzamtes Aalen gehört, wird das Stauferklinikum vom Gmünder Finanzamt betreut.

Die anderen Paragrafen waren hingegen ziemlich rasch erledigt. So sollen die Organe der Anstalt ein Vorstand und ein Verwaltungsrat sein. Ersterer setzt sich aus zwei bis vier Mitgliedern zusammen, die auf fünf Jahre bestellt werden. Einem Vorstandsmitglied wird die Funktion des Vorsitzenden übertragen.

Die Ressorts des Vorstands

Der ab Januar amtierende Vorstand soll sich aus den Chefs der drei Kreiskliniken zusammensetzen. Jedes Vorstandsmitglied übernimmt einen Aufgabenbereich. Vorgesehen ist den Aalener Krankenhausdirektor Axel Janischowski zum Vorstandsvorsitzenden zu machen. Ihm werden die Ressorts Politik/Gremien, Fusionsprojekt sowie Unternehmens- und Medizinentwicklung übertragen. Für die Bereiche Personal, IT-Strategie und Medizintechnik trägt der Krankenhausdirektor der Stauferklinik, Walter Hees, die Verantwortung. Der Ellwanger Krankenhauschef Thomas Schneider zeichnet nach diesen Plänen für Finanzen, Controlling, Erlösmanagement/Patientenzufriedenheit und Kooperationen verantwortlich.

Der 17-köpfige Verwaltungsrat entspricht dem heutigen Krankenhausausschuss. An der Spitze des Gremiums steht der Landrat. Die anderen 16 Mitglieder kommen aus den Reihen des Kreistags. Der Verwaltungsrat tagt in der Regel öffentlich.

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