Gespräche mit Investoren: Kann das Ostertag-Restaurant gerettet werden?

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 Die SEK Gastro & Event GmbH hat im April Insolvenz angemeldet.
Die SEK Gastro & Event GmbH hat im April Insolvenz angemeldet. (Foto: Thomas Siedler)
Redakteurin/DigitAalen

Nachdem die Verwaltung der SEK Gastro & Event GmbH Ende April einen Insolvenzantrag beim Aalener Amtsgericht gestellt hat, wird jetzt versucht, ein Fortführungskonzept zu entwickeln.

Das Unternehmen hatte Ende April Insolvenz angemeldet. „Wegen der Corona-Krise sind auf absehbare Zeit keine größeren Feste und Veranstaltungen durchführbar, welche wir zur wirtschaftlichen Existenz zwingend benötigen. Nur eine Öffnung des Restaurantbetriebs würde nicht reichen um unsere Kosten zu decken“, so begründete Geschäftsführerin Stephanie Schiele diesen Schritt in einer Pressemitteilung im April.

Im Gespräch mit Investoren und Vermietern

Mit der Erstellung des Konzeptes betraut sind Tobias Humpf, Fachanwalt für Insolvenzrecht und sein Team sowie ein Wirtschaftsjurist. Humpf und sein Team haben jetzt vier Wochen, bis Anfang Juni, Zeit, um ein Gutachten zu erstellen. Daraus soll hervorgehen, ob das Unternehmen gerettet werden kann. „Im Moment sind wir im Gespräch mit eventuellen Investoren und den Vermietern“, so Humpf auf Nachfrage unserer Redaktion.

Wir halten die SEK für sanierungsfähig.

Tobias Humpf

Als Grund für den Insolvenzantrag nennt Humpf in einer Pressemitteilung die Umsatzrückgänge aufgrund der Corona Krise. Damit fehle die Liquidität um ausstehende Forderungen zu begleichen, heißt es weiter. „Wir halten die SEK für sanierungsfähig. Dies hängt jedoch von den aktuellen politischen Rahmenbedingungen ab“, so der Fachanwalt.

Politische Rahmenbedingungen fehlen

Und diese seien im Moment sehr unklar. Somit sei es schwierig, die Situation klar zu beurteilen. So wisse man nicht, ob und unter welchen Voraussetzungen wieder ein Betrieb möglich sei. Eine Kalkulation sei deshalb schwierig, so Humpf.

+++Die Corona-Krise auf der Ostalb+++

„Wir müssten beispielsweise wissen, mit vielen Gästen eine Veranstaltung in Zukunft stattfinden kann, um Aufwand und Kosten zu ermitteln und ein Konzept zu entwickeln“, erklärt der Gutachter weiter.

Neun Mitarbeiter in Vollzeit beschäftigt

Auch brauche man Klarheit und Planungssicherheit, um die Angestellten halten zu können. „Je länger wir nicht wissen, wie und wann es weiterggeht, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Mitarbeiter eine neue Stelle suchen“, so Humpf.

Im Moment sind neun Vollzeitmitarbeiter bei der SEK Gastro & Event Gmbh beschäftigt, wie die Geschäftsführerin des Unternehmens, Stephanie Schiele, auf Nachfrage bestätigte. Zur aktuellen Situation konnte Schiele keine Angaben machen. Man warte auf das Ergebnis des Gutachtens, so die Geschäftsführerin.

Gutachter ist zuversichtlich

Grundsätzlich räumt Humpf dem Unternehmen gute Chancen ein. „Es gibt top ausgestattete Räume und kompetente Mitarbeiter“, so der Gutachter. Seiner Einschätzung nach liege die Zukunft aber eher im Seminar- und Veranstaltungsbereich, als in einem À-la-Restaurant.

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