Geschichten lauern hinter den Bildern

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 Kunsttherapeutin Heike Schurr (rechts) hat unterschiedliche Herangehensweisen, wie sie den Künstlerinnen und Künstlern helfen k
Kunsttherapeutin Heike Schurr (rechts) hat unterschiedliche Herangehensweisen, wie sie den Künstlerinnen und Künstlern helfen kann, das Gefühlte auf ein Blatt Papier zu bekommen. Links: Sandra Röddiger und Ralf Kurek. (Foto: Dorothea Halbig)
Dorothea Halbig

Die Ausstellung kann bis zum 7. Juni in den Räumlichkeiten der Strahlentherapie Ostalb im Ostalb-Klinikum besucht werden.

In der Strahlentherapie Ostalb im Ostalb-Klinikum ist am Mittwoch die Ausstellung „Kunsttherapie in Anwendung“ eröffnet worden. Sandra Röddiger und Ralf Kurek hatten gemeinsam mit Kunsttherapeutin Heike Schurr aus Mögglingen die Idee zur Ausstellung. „Menschen in einer solchen Ausnahmesituation reagieren sehr stark auf Kunst“, sagt Röddiger.

Die Atmosphäre der Praxis lädt geradezu ein, Kunstausstellungen zu zeigen. Die bodentiefen Fenster und freundlichen Farben haben aber auch eine Funktion neben der Ästhetik. Die Räume sollen eine positive Ausstrahlung haben, da hier eben viele Menschen verkehren, die hoffnungsvoll in ihre Zukunft blicken wollen.

Die Bilder der anonym gehaltenen Künstlerinnen und Künstler sind geprägt von Titeln, die diese Hoffnung ausdrücken. „Entscheidungskraft“, „Selbstverwirklichung“ und „Innehalten“ heißen Bilder, die in Schurrs kunsttherapeutischen Praxis entstanden sind. Kunsttherapie sei aber nicht nur Friede, Freude, Eierkuchen. „Die Leute schreien da auch und zerfetzen ihre Bilder“, erzählt Schurr. Doch das gehört alles zum Prozess.

Von zerfetzten Bildern ist in der Ausstellung jedoch nichts zu sehen. Die Gemälde und Kollagen hängen gerahmt in den zwei Stockwerken der Praxis. Ohne große Worte eröffnete Röddiger das Büffet und somit auch die Ausstellung. Für die musikalische Untermalung der Vernissage sorgte das Duo Botschek & Fetzer.

Schurr stand Rede und Antwort bei den Bildern ihrer Schützlinge.

Oftmals gibt es eine Geschichte, die hinter den Bildern lauert, oder eine bestimmte Herangehensweise, die Schurr den Besuchern erläuterte. Aber auch für Besucher der Ausstellung, die nicht extra wegen der Bilder in der Praxis sind, sind Informationen und berührende Worte der Künstler zugänglich.

Die Praxis der Strahlentherapie Ostalb im Aalener Ostalb-Kllinikum wolle einen Mehrwert für die Patienten schaffen, sagt Röddiger – sowohl während, als auch nach der Therapie. Oftmals sei der Patient schon gesund, aber der Kopf brauche noch etwas Zeit und Unterstützung, um das Erlebte zu verarbeiten.

Die Kunsttherapie bei Schurr soll den Patienten hier als Möglichkeit vorgestellt werden, ihre Therapie in der Praxis zu begleiten. Denkbar wären erste Gruppensitzungen, um zu sehen, welche Menschen sich mit dieser Art der Therapie gut ansprechen lassen.

Die Ausstellung kann bis zum 7. Juni in den Räumlichkeiten der Strahlentherapie Ostalb im Ostalb-Klinikum besucht werden.

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