Geschäfte laufen weiterhin „sehr gut“

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 Die aktuelle Geschäftslage bewerten 55 Prozent mit „gut“, dies ist etwas weniger als zum Herbst 2017 (vgl. Vorjahr 57 Prozent).
Die aktuelle Geschäftslage bewerten 55 Prozent mit „gut“, dies ist etwas weniger als zum Herbst 2017 (vgl. Vorjahr 57 Prozent). (Foto: IHK Ostwürttemberg)
IPF- UND JAGST-ZEITUNG

Die jüngste Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer Ostwürttemberg (IHK) aus dem Herbst zeigt es: Die regionale Wirtschaft bewertet die aktuelle Lage nach wie vor überwiegend positiv. Sie erwartet aber in den kommenden zwölf Monaten auf hohem Niveau leicht schwächere Auftragseingänge aus dem Ausland. Trotzdem überwiegt bei den meisten Betrieben der Optimismus beim Blick nach vorn. Für die Konjunkturumfrage der IHK wurden über 400 Unternehmen aus allen Branchen, Größenklassen der Region befragt.

Die Geschäfte der regionalen Wirtschaft laufen demnach auch in diesem Herbst weiterhin sehr gut. Sowohl Inlands- als auch Auslandsnachfrage sind weiterhin „auf hohem Niveau“, schreibt die IHK in ihrer Pressemitteilung.

Besonders gut läuft es aktuell in der Bauwirtschaft und im Transportgewerbe. Ihre aktuelle Geschäftslage bewerten 55 Prozent der befragten Unternehmen in Ostwürttemberg mit „gut“. 44 Prozent urteilen mit „befriedigend“ und lediglich ein Prozent sieht sich in einer aktuell schlechten Lage.

„Der regionalen Wirtschaft geht es weiterhin sehr gut. Der steigende private Konsum, der Bauboom und anhaltend günstige Finanzierungsbedingungen stützen auch aus dem Binnenmarkt die Konjunktur“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführerin Michaela Eberle. Auch der Blick in die Zukunft falle weiter überwiegend optimistisch aus. Während knapp 28 Prozent (Frühjahr 2018: 30 Prozent) der Befragten mit einer weiteren Verbesserung ihrer Geschäfte rechnten, gehen rund 60 Prozent der Unternehmen mindestens von einer Fortsetzung der sehr guten Konjunktur aus. Nur knapp 15 Prozent (Frühjahr 2018: acht Prozent) erwarten laut IHK Rückgänge im Geschäftsverlauf.

Brexit und Zollstreitwirkt sich aus

Der positive Trend werde auch bei den betrieblichen Investitionen sichtbar. Die hiesigen Unternehmen halten sich hier offenbar nicht zurück. „Erfreulich sind auch die beabsichtigten Investitionen in Digitalisierungsmaßnahmen, Innovationen und Kapazitätserweiterungen“, sagt Michaela Eberle. So seien die Investitionspläne der regionalen Wirtschaft im Vergleich zum Frühsommer auf unverändert hohem Niveau. 26 Prozent der Betriebe planen höhere Ausgaben in den nächsten zwölf Monaten, 45 Prozent wollen das bisherige Niveau aufrechterhalten, nur 14 Prozent planen, diese Investitionen zurückzufahren.

„Die Unruhe auf den Weltmärkten, vor allem der nahende Brexit und der Zollstreit zwischen USA und China, scheinen die Betriebe aber dennoch zu spüren“, erklärt die IHK-Chefin. So ist der Anteil der Industrieunternehmen, die steigende Auftragseingänge aus dem Ausland verzeichnen, seit Jahresbeginn 2018 von 32 Prozent auf 17 Prozent zurückgegangen. Knapp verdoppelt auf 12 Prozent hat sich die Zahl der Betriebe, die mit einer zurückgehenden Auslandsnachfrage rechnen.

Fachkräftemangel ist ein weiterer Dämpfer

Auch der Fachkräftemangel ist ein Dämpfer für viele Betriebe im Land. 57 Prozent aller Unternehmen sehen darin ein Geschäftsrisiko. Der Blick auf den Arbeitsmarkt zeigt: Im Landesdurchschnitt ist die Arbeitslosenquote im September gegenüber dem Vorjahr von 3,4 auf 3,1 Prozent gesunken, in Ostwürttemberg sogar auf drei Prozent. Gleichzeit werden die Fachkräfte rar. Die Beschäftigungspläne lassen vermuten, dass sich dieser Engpass weiter verschärfen wird. So wollen 20 Prozent der Betriebe ihre Belegschaft vergrößern. Nur 12 Prozent planen, weniger Personal zu beschäftigen als zuvor. Knapp sieben von zehn Betrieben wollen ihren Personalbestand unverändert lassen. „Wir werden deshalb unsere Bemühungen um die Präsentation des Standorts und unser Engagement mit vielen Partnern bei der dualen Berufsausbildung weiter intensivieren“, kündigt Eberle an.

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