Gemeinderat entscheidet über Rathaus-Sanierung

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Nächsten Donnerstag steht ein wichtiger Tagesordnungspunkt im Gemeinderat an: Es geht um den Grundsatzbeschluss zur Sanierung des Aalener Rathauses. Mittlerweile über 45 Jahre hat es auf dem Buckel und steht für den Baustil des „Brutalismus“ der 70er-Jahre. Wie Untersuchungen ergaben, ist das Gebäude in einem verhältnismäßig guten Zustand.

Mehrere Architekten hatten 2019 in einer Vortragsreihe die Vorzüge und Besonderheiten des Gebäudes erörtert. So hatte sich etwa der Ehrenpräsident der Landesarchitektenkammer Wolfgang Riehle klar für einen Erhalt des Rathauses ausgesprochen und die gute Qualität der Bausubstanz betont. In den kommenden Jahren will die Stadt rund fünf Millionen Euro für die Sanierung in die Hand nehmen. Gekostet hat das Rathaus einst rund 23 Millionen Mark.

An den Reichsstädter Tagen 1975 war das damals topmoderne Rathaus nach zweijähriger Bauzeit für die Aalener Bürger geöffnet worden. Und Bürgernähe war damals auch ein Stichwort: Die bodentiefe Verglasung der Eingangshallen und die vielen Begegnungsflächen sind als Symbol für die „demokratische Öffnung“ der Verwaltung der 70er-Jahre zu verstehen.

Der Star-Architekt Werner Sobek hatte in seinem Vortrag „Ein anderer Blick auf den Umgang mit alter Bausubstanz“ erklärt, dass mit dem Aalener Rathaus nachhaltig umgegangen werden müsse. Wichtig sei es, bei der Sanierung energetische Aspekte und die CO²-Bindung zu beachten.

Im Grundsatzbeschluss für den Gemeinderat verweist die Verwaltung auf die „sehr hochwertigen Materialien“, die damals verwendet worden waren. Bei einem Neubau, so der Schluss, würden sie aus Kostengründen in dieser Form vermutlich nicht mehr verwendet werden. Die Langlebigkeit spiegle sich besonders in den Natursteinoberflächen im Foyer und im Treppenhaus wieder. Auch die eichenvertäfelten Flurwände und Einbauschränke sowie die Holz-Alu-Fensterelemente stünden für einen „soliden und sehr hochwertigen Standard.“

Wegen der guten Bausubstanz musste über viele Jahre nur sehr wenig saniert werden. Die erste größere Sanierung an den Betonoberflächen war über mehrere Bauabschnitte von 1992 bis 1994.

Zwischen 2004 und 2012 wurden die Abdichtungen der Flachdächer in den einzelnen Ebenen abschnittsweise saniert und erneuert. 2014 wurden der Haupteingang und die Infotheke modernisiert und das kleine Foyer/Galerie neu umgestaltet.

Im ehemaligen Ratskeller wurde 2015 Platz für die Fraktionsräume auf rund 340 Quadratmetern geschaffen. Zudem wurden im vergangenen Jahr die WC-Anlagen im ersten Obergeschoss saniert und der Sonnenschutz an der Ostseite ertüchtigt. Der Grundsatzbeschluss sieht nun zunächst Reparaturen an der Betonfassade vor, als vorgezogene Maßnahme für die eigentliche Betonsanierung.

Und einen Südeingang zur Andienung und als Vorbereitung für den späteren Nebeneingang und Hauptfluchtweg.

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