Geld für hauptamtliche Vereinsmanager

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 Künftige Großsportvereine in Aalen, die einen hauptamtlichen Geschäftsführer beschäftigen, sollen dafür einen Zuschuss von der
Künftige Großsportvereine in Aalen, die einen hauptamtlichen Geschäftsführer beschäftigen, sollen dafür einen Zuschuss von der Stadt bekommen. (Foto: Archiv: Thomas Siedler)

Künftige Großsportvereine in Aalen mit über 3000 Mitgliedern, die einen hauptamtlichen Geschäftsführer beschäftigen, erhalten dafür von der Stadt einen Personalkostenzuschuss. Einer solchen neuen Regelung hat der Kultur-, Bildungs- und Finanzausschuss des Gemeinderats am Mittwoch zugestimmt. Endgültig beschließen muss sie das Gesamtgremium nun in seiner Sitzung am 25. Oktober.

Aktueller Hintergrund dieser neuen finanziellen Hilfe der Stadt, die bereits in deren Sportentwicklungplan vorgesehen ist, ist der anvisierte Zusammenschluss von MTV und DJK Aalen sowie TSV Wasseralfingen zu einem neuen Großsportverein mit dann rund 4200 Mitgliedern. Anfang Dezember sollen Mitgliederversammlungen in allen drei Vereinen die geplante Fusion zum Jahresanfang 2019 endgültig beschließen. Bereits im Sportentwicklungsplan war die Stadt davon ausgegangen, dass solche Großsportvereine auf rein ehrenamtlicher Basis dann nicht mehr zu führen sein werden und dass dafür ein hauptamtlicher Geschäftsführer nötig sein werde.

Dessen Finanzierung will die Stadt daher unterstützen: ab 3000 Mitgliedern mit einem jährlichen Personalkostenzuschuss in Höhe von 15 000 Euro pro Jahr, für bis zu 500 weitere Mitglieder zusätzlich mit weiteren 2500 Euro jährlich. Dem neu entstehenden ersten Großsportverein würde demnach ein jährlicher Personalkostenzuschuss in Höhe von 22 500 Euro zustehen. Bezahlen will ihn die Stadt anteilig bereits ab dem 1. November, weil sie davon ausgeht, dass bereits ab diesem Zeitpunkt ein hauptamtlicher Geschäftsführer die Bildung des neuen Großsportvereins begleiten wird. Die neue Regelung soll zunächst auf fünf Jahre befristet sein.

OB: Kein „Massengeschäft“

Das werde sicher „kein Massengeschäft“ werden, zeigte sich OB Thilo Rentschler überzeugt. Erhoffte sich gleichzeitig davon aber auch ein starkes Signal an andere Vereine, selbst ebenfalls zu Großsportvereinen zu fusionieren. Vor allem solche, die Fußball in ihren Reihen hätten, wie er deutlich machte. Rentschler geht davon aus, dass es am Ende in Aalen einmal maximal drei solcher Großsportvereine geben könnte.

Thomas Wagenblast (CDU) nannte die ganze Entwicklung einen sehr spannenden Prozess und regte an, bereits in der Mitte der vorgesehenen Laufzeit der Regelung zu prüfen, ob eine Verlängerung in Betracht komme. So könne die Stadt ein verlässlicher Partner sein. Karin Boldyreff-Duncker (Grüne) erinnerte an die großen und schwierigen Herausforderungen, vor denen die Sportvereine stünden und die ehrenamtlich nicht mehr zu stemmen seien. Bernhard Ritter (Freie Wähler) räumte ein, es habe in seiner Fraktion eine große Diskussion mit kritischen Fragen zu der vorgesehenen Personalförderung gegeben, befürwortete sie am Ende aber klar „aus einem wahren Sportlerherz“ heraus, wie ihm der OB attestierte. Durch diesen Beschluss, so machte Rentschler deutlich, werde kein andere Verein schlechter gestellt.

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