Gegen „Maiäcker“ als mögliche Wohnbaufläche

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 Schon im Oktober 2017 haben rund 300 Aalener mit einer Menschenkette gegen eine mögliche Ausweisung der Maiäcker als künftige W
Schon im Oktober 2017 haben rund 300 Aalener mit einer Menschenkette gegen eine mögliche Ausweisung der Maiäcker als künftige Wohnbaufläche protestiert. (Foto: Markus Lehmann)
Aalener Nachrichten

An diesem Dienstag steigt der Ausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung des Gemeinderats in die abschließende Beratung der sogenannten Bauflächenkulisse bei der Fortschreibung des Aalener Flächennutzungsplans (FNP) 2030 ein. Im Vorfeld hat jetzt die innerhalb der Neuen Siedlergemeinschaft Pelzwasen-Zebert gebildete Arbeitsgemeinschaft Flächennutzungsplan allen Mitgliedern des Gemeinderats einen Brief geschickt. Zentrale Forderung darin: Sie mögen die Ausweisung der „Maiäcker“ am nordöstlichen Rand des Gebiets Pelzwasen-Zebert als Potenzialfläche für eine künftige mögliche Wohnbebauung rundweg ablehnen.

Die sogenannte Bauflächenkulisse bildet innerhalb des FNP ab, wo in den nächsten Jahren und Jahrzehnten mögliche Potenzialflächen für Wohnbebauung und Gewerbe und somit für eine bauliche Weiterentwicklung der Stadt sein sollen. Im Entwurf des FNP 2030 sind die „Maiäcker“ als mögliche künftige Wohnbaufläche enthalten, wogegen sich die Neue Siedlergemeinschaft Pelzwasen-Zebert seit Jahren zur Wehr setzt. In dem von Ulrike Richter und Heiko Baumeister im Namen der Siedlergemeinschaft unterzeichneten Brief an die Stadträtinnen und -räte heißt es nun, die Bewohner des Quartiers Pelzwasen-Zebert hätten trotz der geplanten Reduzierung der Potenzialflächen „Maiäcker“ große Sorgen. Sie führen unter anderem die bislang gute Durchlüftung der Aalener Kernstadt ins Feld, da viele Kaltluftleitbahnen schon lange frei von Bebauung gehalten worden seien. Diese Frischluftschneisen müssten erhalten bleiben, um Zustände wie in Stuttgart zu vermeiden. Die geplante Ausweisung der „Maiäcker“ als mögliche Wohnbaufläche stehe zudem im Widerspruch zu den Vorgaben des Regierungspräsidiums und zum eigenen Anspruch der Stadt Aalen an einen verantwortungsvollen Umgang mit der Fläche. Zudem verweist die Arbeitsgemeinschaft darauf, dass neue Baugebiete mehr Verkehr bedingten.

Arbeitsgemeinschaft: Zuwächse von 20 Prozent schon da

Für Aalen und für das Quartier Pelzwasen-Zebert liege aber kein Konzept vor, das auf der Grundlage einer modernen „Verkehrswende“ das Verkehrsaufkommen erträglich erscheinen lasse. Schließlich zieht die Arbeitsgemeinschaft auch die Gesamtbewertung der FNP-Potenzialflächen aus der Sitzungsvorlage des Gemeinderats heran, in der die „Maiäcker“ besonders schlecht abschneiden würden. In diesem Zusammenhang verweist sie darauf, dass für das Gelände der ehemaligen Martinskirche bereits rund 45 Wohneinheiten vorgesehen seien, auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei Schmid („Pelzwasen Ost“) seien etwa 110 Wohneinheiten geplant. Diese geplanten Zuwächse entsprächen bereits jetzt einem Bevölkerungszuwachs von 20 Prozent im Quartier. Aus all diesen Gründen bittet die Arbeitsgemeinschaft die Mitglieder des Gemeinderats darum, die Ausweisung der Potenzialflächen auf den „Maiäckern“ abzulehnen.

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