FV-Trainer: „Fußball ist und bleibt eine Kopfsache“

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 Wollen gegen das Schlusslicht nachlegen: Die TSG Hofherrnweiler II.
Wollen gegen das Schlusslicht nachlegen: Die TSG Hofherrnweiler II. (Foto: Peter Schlipf)
Nico Schoch

Der neunte Tabellenplatz entspricht nicht den Erwartungen des Fußball-Bezirksligisten Unterkochen. Doch obwohl die Saison keinesfalls nach Wunsch verläuft, haben die Verantwortlichen im Häselbachtal die Ruhe bewahrt und fiebern dem Bezirkspokal-Finale als großem Höhepunkt entgegen. Umso wichtiger ist es für Trainer Stefan Rettenmaier, in den verbleibenden Ligapartien die Spannung hochzuhalten und am Sonntag einen Heimerfolg gegen Heuchlingen einzufahren.

In der Winterpause durften die Unterkochener noch Aufstiegshoffnungen hegen. Diese sollten aber relativ schnell platzen, nachdem das Auftaktmatch gegen Titelkandidat Neresheim (0:1) und auch die folgenden vier Partien verloren gingen. „Wir haben eine richtig gute Rückrundenvorbereitung absolviert, aber am Tag X waren wir vom Ausfall wichtiger Schlüsselspieler geplagt, die nicht zu ersetzen waren“, blickt Stefan Rettenmaier zurück und fügt hinzu: „Wir haben zwar zumeist ordentliche Spiele abgeliefert, aber knapp verloren.“ Der Absturz ins hintere Mittelfeld – aber mit großem Polster zur Abstiegszone – war die logische Folge. Was der Trainer lobt: „Trotz aller Rückschläge sind wir ruhig geblieben. Als die verletzten Spieler nach und nach zurückkehrten, sind wir wieder in die Spur gekommen.“ Mit dem erlösenden 3:1-Erfolg in Lorch sei die Blockade gelöst worden.

Vier Siege zuletzt

Umso beeindruckender ist es, dass der FVU vier seiner vergangenen fünf Pflichtspiele gewinnen konnte und vor heimischer Kulisse sogar die SG Bettringen an den Rand einer Niederlage drängte. Erst in der Nachspielzeit gelang dem Klassenprimus der 1:1-Ausgleichstreffer. Basis für diese Serie sei gewesen, dass die Mannschaft ihren Glauben zurückgefunden habe, so Rettenmaier: „Fußball ist und bleibt eben eine Kopfsache.“ In der Liga spielt der Tabellenneunte nur noch für die Galerie, abschenken wollen sie aber nicht. Immerhin steht mit dem Bezirkspokal-Finale gegen Ligakonkurrent Hofherrnweiler II (30. Mai, Hüttlingen) noch ein „absolutes Highlight“ bevor, wie der Übungsleiter betont: „Ein Endspiel ist nicht alltäglich und noch dazu die große Chance für uns, dass es eine besondere Saison wird.“ Bis es so weit ist, will der FVU den Rückenwind der vergangenen Wochen nutzen. „Wir müssen die Spannung hochhalten, um mit einem guten Gefühl ins Finale zu gehen“, so Rettenmaier. Zunächst muss Unterkochen (9./39 Punkte) in seinem Heimspiel gegen den Vorletzten Heuchlingen (15./19) bestehen. Rettenmaier ist sich bewusst, dass diese Partie vor allem für die abstiegsbedrohten Gäste von Bedeutung ist: „Heuchlingen will unbedingt den Klassenerhalt schaffen, deshalb wird es eine schwierige Aufgabe für uns.“ Zugleich geht es für den FVU-Coach auch darum, die richtigen Lehren aus seiner ersten Bezirksliga-Saison zu ziehen. „Die Tabellensituation ist ein Spiegelbild unseres Torverhältnisses. Wir haben einfach zu viele Chancen liegen lassen.“ Erschwerend hinzu kam, dass sich Semir Velagic und Patrick Gilgenberg bereits in der Hinrunde das Kreuzband rissen.

Zweikampf um den Titel

Im Endspurt dieser Runde sieht alles danach aus, als würden Bettringen (1./53) und Neresheim (2./52) die Meisterschaft unter sich aus machen. Bevor es in der kommenden Woche zum mit Spannung erwarteten Schlagerspiel kommt, gilt es für die beiden Titelaspiranten zunächst ihrer Favoritenrolle gegen zwei Kellerkinder gerecht zu werden. Neresheim empfängt Lorch (13./24). Zeitgleich wird Wört (14./22) vor heimischer Kulisse versuchen, Bettringen ein Bein zu stellen. Im Schatten des Spitzenduos lauern Nattheim (3./48) und Neuler (4./48) auf ihre Chance, mit ein bisschen Schützenhilfe vielleicht noch die Relegation erreichen zu können. Diesen Sonntag warten anspruchsvolle Aufgaben: Nattheim hat Schnaitheim (8./39) zu Gast, Neuler empfängt Lauchheim (7./43).

Auch Waldhausen (6./43) könnte noch aufrücken, muss dazu aber den AC Milan Heidenheim (10./28) bezwingen. Derweil gastiert Hofherrnweiler II (5./43) beim Schlusslicht Ellwangen (16./15), dessen Chancen auf den Klassenerhalt nach der 0:6-Klatsche in Heidenheim auf ein Minimum zusammengeschrumpft sind. Ein möglicherweise vorentscheidenden Spiel im Kampf um den Klassenerhalt erwartet Kirchheim/Trochtelfingen (11./26) beim Tabellennachbarn Gerstetten (12./24).

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