Funklöcher: „Weiße Flecken“ auf der Ostalb sollen verschwinden

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 Vor allem im ländlichen Raum soll der Breitbandausbau auf der Ostalb vorangetrieben werden.
Vor allem im ländlichen Raum soll der Breitbandausbau auf der Ostalb vorangetrieben werden. (Foto: Julian Stratenschulte / dpa)
Freier Mitarbeiter

Vor allem in den ländlichen Gebieten auf der Ostalb klaffen noch etliche Funklöcher. Dort sind auf dem Smartphone alle „Balken“ weg, da dauert ein Download elend lange. Wie man diese „weiße Flecken“ beseitigen kann, damit hat sich jetzt der Kreistag beschäftigt.

Dabei fasste er im Prinzip gleich zwei Tagesordnungspunkte zusammen: Die weitere Erschließung mit Breitband (für den Landrat ist Glasfaser der Standard) und die Einführung des superschnelle 5G. Hier könnte sich der Ostalbkreis als Modellregion bewerben. 5G soll etwa 100 Mal so schnell wie das LTE-Mobilfunknetz sein, dem Handynutzer bringt es weniger, vielmehr hat die „Industrie 4.0“ enorme Vorteile. Dafür wären aber jede Menge neuer Funkmasten nötig.

Pavel will Gutachten in Auftrag geben

Der Landrat ist viel unterwegs kreuz und quer durch den großflächigen und überwiegend ländlich geprägten Ostalbkreis. „Ich ärgere mich, dass ich immer wieder in einem Funkloch bin.“ Und diesen Ärger höre man auch permanent von der Wirtschaft. Für Klaus Pavel passt diese Situation nicht in ein hochentwickeltes Industrieland. Hier stünde Deutschland ziemlich weit hinten, „das letzte Entwicklungsland hat eine bessere Breitbandversorgung.

Leider sei beim Breitbandausbau einiges schief gelaufen. Die Anbieter wie Telekom oder Vodafone hätten sich „die Rosinen herausgepickt“ und die ländlichen Gebiete sich selbst überlassen. Beziehungsweise den Gemeinde, Städten und Kommunen, die wie „die Weltmeister“ investiert hätten. Für Pavel gehört schnelles Internet zur Grundversorgung und es sei damit eine öffentlich-rechtliche Aufgabe.

Gutachten soll von neutraler Stelle kommen

Sein Vorschlag für eine bessere Versorgung im Ostalbkreis: Ein Konzept soll erarbeitet und ein Gutachten für alle 42 Städte und Kommunen in Auftrag gegeben werden. Das soll von neutraler Seite kommen. Den großen privaten Anbietern traut da Pavel nicht so recht. Pavel wünscht sich, dass in fünf Jahren jeder Haushalt Glasfaser hat.

Gunter Bühler (CDU) will die Schlagzahl erhöhen, beim Mobilfunkempfang müssten erstmal die Hausaufgaben gemacht werden. Josef Mischko (SPD) fordert, dass man diese „weiße Flecken“ sucht, rausfindet und abschafft, das sei „das Gebot der Stunde“.

Auch der Breitbandausbau sei dringend notwendig, weil er Arbeitsplätze in Industrie und Handwerk sichere und neue schaffe. Auch Walter Havemann (Grüne) befürchtet, dass manch Gebiete im Kreis wirtschaftlich abgehängt werden, wenn man diese „weiße Flecken“ nicht beseitigt. Rainer Knecht (CDU) nannte als Bürgermeister Ellenberg als Beispiel für die Probleme, die kleinere Gemeinden hätten.

Für neuen Standard sind Sendemasten nötig

Knut Holocher (Ministerium für Inneres, Digitalisierung und Migration) hatte erklärt, wie sich die Ostalb als 5G-Modellregion bewerben könnte und was es vor allem der Wirtschaft bringt. Unter anderem eine 1000-fach höhere Netzkapazität wie G4. Für diesen Standard müssten aber jede Menge neue Sendemasten aufgestellt werden. Bislang so, Holocher, gibt es 9000 davon im Land. Wie viele es für 5G sein müssten, konnte er nicht genau sagen.

Über den Daumen schätzt er die Zahl auf etwa 100 000, je nachdem wieviel Funkzellen von verschiedenen Anbietern auf einem Masten betrieben werden. Havemann hatte seine Sorge erklärt in Bezug auf gesundheitliche Belastungen für die Bürger. Gesundheitliche Sorgen müsse man ernst nehmen, hatte auch Mischko erklärt. Bislang, so Holocher, gebe es noch „keine negativen Ergebnisse“. Weil es sich bei 5G aber um einen neuen Frequenzbereich handelt, müsse hier noch geforscht werden.

Hier gibt's schnelles Internet

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